Wellness Bummler

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Wie kommt der Wellness-Bummler nach Afrika?

Wellness-Bummler Reiseziel – Afrika…

WellnessBummler Koffer
Kofferkuscheln mit dem Wellness-Bummler

Reiseblogger Bericht einer wenig lustigen Etappe von Hamburg über München nach  Johannesburg und weiter bis Windhoek

Spannend und absolut unlustig – aber kreativ

Da wir in Afrika mit einem Kleinflugzeug ins Okavango Delta fliegen werden, dürfen wir nur kleine weiche Reisetaschen verwenden, denn die Ladeluken dieser kleinen Maschinen sind sehr klein. Keine starren Koffer, erst recht nicht mit Rollen oder / und Gestänge. Dafür haben wir uns extra neue Reisetaschen gekauft, jeder zwei kleine.

Als wir nun in Hamburg unser Gepäck aufgeben wollen, sagt die Dame am Check in, wir dürfen nur jeder 1 Gepäckstück mitnehmen, jedes weitere kostet 150,- €!

Nö, kommt gar nicht in Frage. Ich erkläre ihr, warum wir zwei kleine Taschen dabei haben, sie bleibt hart. Immerhin empfiehlt sie uns im Erdgeschoss einen Kofferladen und meint wir könnten uns für die 150,- € ja jeder einen Koffer kaufen, in den beide Taschen hinein passen.

Ah ja, klar und wenn wir dann in Afrika in das Kleinflugzeug steigen wollen, dann lassen wir die Koffer einfach da, sehr sinnig!

Kofferwrapping um Geld zu sparen

Mir kommt da eine andere Idee! Ich habe nie verstanden warum sich einige Leute ihre Koffer wrappen lassen, ihr wisst schon, diese Folieneinwickelmaschinen! Nun soll uns eine dieser Maschinen sehr willkommen sein. Gottseidank haben wir noch genügend Zeit. Ich mache mich also auf ins Erdgeschoss, wo die Abflüge sind. Und tatsächlich, bei dem besagten Kofferladen steht auch so eine Wrappingmaschine. Ich rufe Stefan und den Wellness-Bummler auf dem Handy an, er soll mit dem Gepäck runter kommen.

Na wenn das nichts ist, hat gerade mal 8,- € gekostet und schon sind unsere vier Reisetaschen zwei kompakte Plastikbündel. Wir also wieder rauf zum Check in.

„Das ist Sperrgepäck, das müssen Sie an dem Schalter dahinten aufgeben! Ich mache Ihnen hier mal so eine Banderole dran. Das kostet nichts extra!“

Na, da fällt mir doch ein Steinchen vom Herzen.

Hamburg Airport auf dem Weg nach Afrika
Hamburg Airport auf dem Weg nach Afrika

Nun haben wir noch Zeit für einen kleinen Snack. Dann wird es Zeit für das Boarding. Der Flug nach München verspätet sich um eine halbe Stunde. Mhm, das wird ja knapp. Wir hatten eh nur eine Stunde Aufenthalt, nun bleibt uns für das Umsteigen nur eine halbe Stunde. Bis alle das Flugzeug verlassen haben, und der Münchener Flughafen ist groß. Hoffentlich müssen wir nicht so weit laufen. Und hoffentlich schaffen sie es unser Gepäck rechtzeitig umzuladen!

Wie immer, stehen nach der Landung alle Leute im Gang und holen ihr Gepäck aus den Gepäckfächern, so auch wir und dann stehen wir da und warten. Ich spreche eine Stewardess an, ach nee, die heißen ja jetzt „Flugbegleiterinnen“, soll mir recht sein. Sie gibt mir den Tipp, doch vor dem Boarding ins nächste Flugzeug, beim Bodenpersonal mal nachzuhaken, ob das Gepäck sicher mitkommt. Tja, wenn wir doch nur endlich aus diesem Flieger raus könnten.

München – Johannesburg – das sollte kein Problem sein, oder?

Endlich, wir betreten das Flughafengebäude in München und das Flugzeug nach Johannesburg steht auch nur zwei Gates weiter, nur noch durch die Passkontrolle…

„Hallo? Sie haben da etwas verloren!“ Der freundliche Herr von der Passkontrolle reicht mir ein Schlüsselband, das mir aus dem Wellness-Bummler gefallen ist. Ist zwar kein Schlüssel dran, aber trotzdem sehr freundlich.

„Oh, danke schön, hab ich gar nicht gemerkt.“

Das Boarding nach Johannesburg hat schon begonnen. Eine lange Schlange steht vor dem Schalter, wir haben noch viel Zeit. Stefan geht noch mal auf die Toilette.

Ich hole schon mal meinen Reisepass hervor. Ich hatte ihn eben ja noch in der Hand, als wir bei der Passkontrolle waren. Nun beim Boarding ins Ausland wollen sie ihn noch mal sehen. Ich stelle mich seitlich der Schlange und lasse die Passagiere vorbei. Wo ist der verdammte Reisepass? Ich hatte ihn doch eben noch in der Hand! Ich wühle die Tasche durch, kein Reisepass! Ich hocke mich hin und räume den Wellness Bummler komplett aus. Alle meine Sachen liegen vor mir auf dem Boden. Aber nicht mein Reisepass! Herrje, das gibt es doch nicht. Ich wühle noch einmal alles durch, mein Reisepass ist weg.

Wo bleibt denn nur Stefan, vielleicht hat er ihn mit den Bordkarten eingesteckt.

Die Schlange am Schalter wird allmählich kürzer und kürzer und kürzer. Nur noch 5 Leute oder so stehen da. Da, endlich kommt Stefan, ich erkläre ihm die Situation. Er schaut seine Taschen durch, aber er hat meinen Reisepass auch nicht.

„Schau noch mal in deiner Tasche nach. Komm, hier können wir sie noch einmal ausräumen.“

Noch einmal leere ich den gesamten Inhalt aus dem kleinen Wellness-Bummler aus. Kein Reisepass.

 Verzweiflung macht sich breit

Reiseunterlagen eines Wellness-Bummlers
Reiseunterlagen eines Wellness-Bummlers

„Die Passagiere des Fluges nach Johannesburg werden gebeten, sich am Gate trallalala einzufinden“, sagt die freundliche Stimme aus dem Lautsprecher. Ich bin den Tränen und der Verzweiflung nahe.

„Lass uns noch mal zur Passkontrolle zurückgehen. Vielleicht hat der Mitarbeiter den Pass gefunden. Vielleicht hat dir aber auch jemand den Pass gestohlen.“

Daran möchte ich jetzt aber lieber gar nicht denken.

Wo war noch mal die Passkontrolle? Wir fragen. Ach ja, es war gar nicht so weit. An welchem der gefühlten 30 Häuschen sind wir denn gewesen? Die sehen doch alle gleich aus.

Ich gehe an irgendeines und erkläre der freundlichen Dame mein Problem. Die macht ein Gesicht wie essigsaure Gurken. Lässt mich aber wieder vor die Häuschen treten, damit ich an ihnen entlang marschieren kann, um den netten Herrn von vorhin zu finden.

Hatten die jetzt Schichtwechsel oder was? Wo ist dieser verdammte Kerl?

Nirgends!

Ich will wieder durch, auf die andere Seite, da, wo Stefan, auch der Verzweiflung nahe, auf mich wartet.

„Halt, wo wollen Sie denn hin?“ Schnauzt mich ein weniger freundlicher Herr an.

Ich versuche ihm die Situation zu erklären.

„Reisepass!“ bellt er mich an.

„Den hab ich verloren.“

„Ohne Pass kommen Sie hier nicht durch!“

„Wie bitte? Ich komme ja gerade von der anderen Seite und da ist auch mein Mann und mein Pass muss auch da sein.“

 

„Die Passagiere des Fluges nach Johannesburg werden dringend gebeten sich zum Gate ….“

 

„Dann gehen Sie mal da wieder hin, wo Sie eben durch gekommen sind.“

Oh Gottseidank! Ich eile wieder zu der freundlichen Dame, die weiß auch keinen Rat. Verzweifelt schauen wir uns um und diskutieren, was wir nun unternehmen könnten.  Ein Herr vom Bodenpersonal bekommt das wohl mit und gibt uns den Tipp, zum Lufthansa Serviceschalter zu gehen, die würden uns weiter helfen. Ok, was bleibt uns auch anderes übrig.

Wir erklären die Situation und werden aufgefordert noch einmal alle unsere Taschen zu durchsuchen.

„Das haben wir schon zweimal gemacht“, erklärt Stefan.

Der Lufthansamensch nimmt den Hörer in die Hand und telefoniert, ich zeige ihm die Kopie von meinem Reisepass.

„Letzter Aufruf des Fluges nach Johannesburg… das Gate wird in wenigen Minuten geschlossen.“

Ich bin kurz vorm Herzinfarkt! Stefan ist blass.

„Ihr Pass ist gefunden worden. Eine Kollegin wird Ihnen den Pass zum Gate bringen. Wenn Sie an Bord sind, trinken Sie mal ein Glas Champagner auf die Kollegin“ grinst er mich an. Ich muss mittlerweile aussehen wie ein Schreckgespenst. Wir rennen zum Gate. Dort will man uns gleich durchschleusen, aber wir müssen noch auf meinen Pass warten. Da kommt sie und überreicht mir lächelnd meinen Pass. Ich werfe ihr eine Kusshand zu. Erleichterung macht sich breit. Wir gehen als letzte Passagiere an Bord, fertig mit den Nerven, aber glücklich. Der große Airbus hebt ab Richtung Johannesburg.

Schon bald nehmen wir uns unsere Kissen, die gereichten Decken und fallen erschöpft  in einen unruhigen Schlaf. So hat sich der Wellness-Bummler seine Afrika Safari nun wirklich nicht vorgestellt 🙂

Der Rest der Anreise verläuft unspektakulär. Am nächsten Morgen in Johannesburg gelandet, läuft alles glatt. Hier merkt man sofort, dass die Uhren 3 Takte langsamer schlagen. Wir steigen um, in eine kleinere Maschine nach Windhoek in Namibia. Dort holen wir unser Auto ab und fahren die sehr kurze Strecke in die Etango Ranch Guest Farm. Wir haben Schlaf nachzuholen. Die Entschleunigung beginnt. Willkommen in Afrika.

Weltreise für eine kleine grüne Tasche…

Erschienen in: Afrika, Südafrika

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Stefan.

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Kommentare

+Afrika ist der Traum eines Reisebloggers mit Namen Wellness-Bummler+ am 1. Juni 2014 um 14:57 Uhr

[…] Wie kommt ein Reiseblogger nach Afrika? […]

Wie kommt der Wellness-Bummler nach Afrika? Was macht er in Afrika? | ReiseFreaks ReiseBlog am 30. Juli 2014 um 13:13 Uhr

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