Wellness Bummler

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Weltnaturerbe Tour in der Uckermark

Von Prenzlau über Templin nach Chorin

Unsere Fahrt heute aber geht weiter nach Templin. In dieser flächenmäßig „großen“ Kleinstadt wuchs unsere heutige Bundeskanzlerin auf. Klein und beschaulich ist dieses Städtchen. Wohin man auch schaut, überall findet das Auge wunderbar restaurierte Fachwerkhäuser.

Slowtravel Uckermark
Slowtravel in der brandenburgischen Uckermark

Um uns einen allgemeinen Überblick zu verschaffen entschließen wir uns, einen Rundgang an der ca. 1700 Meter langen Stadtmauer entlang zu machen und dabei auch gleich die herrliche Backsteingotik der drei Stadttore zu bewundern. Auffallend hier in Templin ist wieder einmal die Freundlichkeit und Offenheit der Bewohner dieses Landstrichs. Beim Schlendern durch die Straßen fällt uns dann eine kleine Passage ins Auge und neugierig schauen wir uns dort um. Ein wunderschön dekorierter Heimatladen mit den verschiedensten, regionalen Produkten lädt gleich zum Stöbern und natürlich kaufen ein. Nun kann wieder jeden Morgen unser Frühstück mit leckerem Robinienhonig (auch Akazienhonig genannt) aus der Uckermark aufgepeppt werden.

Kulinarische Genussreisetipps aus Templin

Genussvoll überrascht werden wir von dem kleinen, schnuckelig, gemütlichen Templino, Cafe und Flammeri. Echte Sahne wird uns zur heißer Schokolade und Cappuccino serviert und der bestellte Tante Marianne Kuchen entpuppt sich als Kombination aus Himmelstorte und Zitronencreme. Einfach himmlisch. Doch für meine Begleitung steht der Lachs-Orangen-Salat mit einer einzigartigen Orangen-Vinaigrette ganz oben auf der Gourmetliste – und leider habe ich vor lauter Schlemmen das Bildermachen glatt vergessen 🙂

Dieses Templiner Kleinod der Gastlichkeit sollte man auf jeden Fall bei einem Aufenthalt in der Gegend besuchen. Ein echter Geheimtipp, der täglich außer Montag und Dienstag geöffnet hat. Bei warmem Wetter lässt es sich im kleinen Passageninnenhof unter freiem Himmel wunderbar relaxen.

Templino – Cafe und Flammeri

Pestalozzistr. 21; 17268 Templin

Telefon (03987) 235 95 16; www.templino.com

 

Nach so viel Genuss für Geist und Magen machen wir uns auf den Rückweg in unser Hotel. Pflastertreten kann doch ganz schön anstrengend sein. Und Pflastersteine gibt es hier in der Uckermark eine ganze Menge.

 

Chorin und seine mächtige Klosteranlage

Chorin, eine alte Klosteranlage der Zisterzienser, welche 1258 von askanischen Markgrafen gegründet wurde, ist in den Sommermonaten für herrliche Konzerte bekannt. Die Akustik soll einzigartig sein.

 

In der Osterzeit lockt die Anlage 4 Tage mit einem großen Ostermarkt. Die verschiedensten Anbieter regionaler Produkte haben ihre Marktstände aufgebaut. Neben leckeren Speisen findet man auch Handwerker, die ihre Künste wie z. b. das Drechseln Kindern gerne beibringen. Seifensieder, Töpfer und auch Hobbygärtner bieten ihre Produkte an. Ganz besonders angetan aber hat mich ein Kinderkarussell.

 

Lichtgeblinke und Rummellärm Fehlanzeige – Fußarbeit als Antrieb

Unter einem rot/weiß gestreiften Spitzzelt drehen sich fünf, auf Metallspiralen befestigte Holzschweine. Kein Lichtgeblinke, keine laute, störende Schlagermusik und vor allem, kein Motor, der das ganze Gefährt bewegt. An der Seite hat der Betreiber des Karussells sich aus einem alten Fahrrad ein Antriebsgerät gebaut. Er sitzt halb liegend auf einem gepolsterten Sitz und setzt mit kräftigem Treten sein Kinderspielzeug in Bewegung.

Karusell Uckermark
Einmal per pedes bitte

Mamas und Papas kaufen fleißig bei ihm Murmeln als Fahrgeld ein, welches die Kleinen dann während der gemütlichen Fahrt in ein, auf einer Holzstange platziertes, Metallschüsselchen einwerfen müssen. Der junge Mann erzählt mir auf meine Anfrage, dass er inzwischen immer wieder angefordert wird für Märkte und Veranstaltungen, weil sein Karussell wirklich konträr zu all dem Lärm und Krach auf Jahrmärkten steht. Gerade junge Eltern sind begeistert, dass ihre Kinder auch einmal etwas anderes kennenlernen. Es geht auch mal langsam und alle sind glücklich.

 

Führung des emsigen Klostervereins

Eine weitere Attraktion dieses Tages sind die angebotenen Führungen des kleinen, aber emsigen Klostervereins. Alles in allem muss ich sagen, dass diese Veranstaltung ein voller Erfolg ist. Die Klosteranlage Chorin kann für 4 € im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Für die Teilnahme an einer Führung zahlt man einen Euro mehr.

Uckermark
HIstorisch schön

Zwar war das Angebot an Speisen mehr als ausreichend, doch da der Wind zeitweise unangenehm kalt war, nutzen wir einen Aufenthalt in der „Alten Klosterschänke Chorin“, um uns wieder etwas aufzuwärmen. Die Klosterschänke ist von April an immer Freitag bis Dienstag von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Und lecker essen kann man da, hmm. Wie wäre es z.B. mit einem Wildschweinbraten, Rotkohl, Kartoffeln und einer zart nach frischem Thymian schmeckenden Soße aus der Choriner Schorfheide? Für Ganze 14,20 € eine preiswerte Köstlichkeit. Bei solchen Genüssen ein Hoch dem tollen Küchenchef. So gut aufgewärmt können wir die nächste Etappe in Angriff nehmen.

 

Schorfheide – ein Waldgebiet 65 km nordöstlich von Berlin

Woher der Name Schorfheide stammt, kann uns niemand so genau sagen. Es kann sein, dass Schorf eine Abwandlung von Schaf ist, Schürfen, also das aufsammeln der Eicheln im Herbst wird damit in Verbindung gebracht und auch der Belag des Bodens, der „schorfig“ aussieht, ist eine Erklärung. Tatsache aber ist, die Schorfheide ist ein wunderschönes Biosphärenreservat. Ein Besuch lohnt sich. Am 18. April 2015 findet übrigens von Altkünkendorf aus eine Weltnaturerbe Tour statt, bei der man viel Wissenswertes über die Schorfheide, ihre Pflanzen und Tiere und überhaupt über die beeindruckende Landschaft erfahren kann.

Drei Stunden dauert die geführte Wanderung, die auch für Rollstühle und Kinderwagen geeignet ist. Kosten? Nein, da ist man großzügig. Kosten entstehen keine, doch eine kleine Spende ist immer willkommen. Schade, dass wir an dem Datum schon wieder weg sind. Diese Tour hätten wir gerne mitgemacht.

 

Spuren der Eiszeit in der Uckermark

Fährt oder läuft man durch diese wirklich bezaubernde Landschaft, kann man sich schon vorstellen, dass hier die üppigen Reste einer vergangenen Eiszeit ihre Spuren hinterlassen haben. Überall finden sich verteilt kleine und größere Seen, Tümpel, Wasserlöcher und auf den teils riesigen Feldern immer wieder sumpfige Inseln, aus denen das Schilf seine Halme mit fedrigen Büscheln zum Himmel streckt. Von den Einheimischen konnten wir erfahren, dass man versucht hat, die diese „Gewässer“ zu zählen. Die Zahlen schwanken zwischen 300 und 600, da man sich uneins ist, ob auch keine Wasserverbindungen, Bächlein usw. dazu gerechnet werden sollen.

Seenlandschaft der Uckermark
Seenlandschaft der Uckermark

Doch wie viele es auch immer sind, Tatsache ist, es ist eine einzigartige Seenlandschaft.

Teil eins meiner Reise durch die Uckermark findet ihr unter: Frühlingsfrische Reisetipps aus der Uckermark

Weitere spannende Reisegeschichten der Reiseblogger aus Brandenburg…

Erschienen in: Brandenburg, Deutschland, Europa

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Katja Wegener

Hier schreibt Katja Wegener

Katja Wegener ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des Wellness- und Beauty-Magazins WellSpa-Portal. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstreatments, Beauty, Genuss und Reise.

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Kommentare

Carla am 16. April 2015 um 08:25 Uhr

Das sieht wirklich sehr schön und entspannend aus. Total toll! So ein Ort zum Einkehren und zur Ruhe kommen, ist wunderbar. Ich habe ihn in Sankt Vigil gefunden. Manchmal gibt es nichts Besseres, als sich in der Stille zu verlieren.

Reisetipps durch die Uckermark in Brandenburg am 19. April 2015 um 10:23 Uhr

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