Wellness Bummler

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Wellness-Bummler Stiftungsreise Afrika

Wellness-Bummler unterwegs um Gutes zu tun

Wellness-Bummler Gansfort Stiftung Kenia
Los geht es nach Kenia zu einer tollen Stiftung für Kinder

Heute beginnt meine Reise mit einem Flug von München aus.  Mit einem Zwischenstop und Aufenthalt von 2 Stunden in Instanbul  sind wir dann früh morgens 13 Stunden später am Flughafen in Mombasa gelandet.  Ja, ich bin in Kenia.

Meine Taschenpatin Karin hat mich auf diese Reise mitgenommen. Zusammen mit ihrem Mann Peter, Sohn Lucas und Freund Rolf, sind wir nach Kenia geflogen um die Projekte der Gansfort-Stiftung zu organisieren.

Was ist die Gansfort-Stiftung?

Die Gansfort-Stiftung ist eine private Initiative die unteranderem Stipendien an arme Kinder bzw. Waisenkinder in Kenia vergibt, denen es ansonsten nicht möglich wäre eine weiterführende Schulausbildung zu machen. In Kenia besteht Schulpflicht für die ersten 8 Jahre (Primary School). Diese Schule ist kostenfrei, es müssen nur die Zusatzkosten wie Uniform, Bücher, Hefte usw. übernommen werden. Danach kommt die Secondary School (vergleichbar mit unserem Gymnasium) für 4 Jahre und die kosten richtig Geld. Hier fängt dann das Stipendium für die Schüler an, da diese Schulen von 250,–€ – 800,–€ pro Jahr kostet (plus Uniform, Bücher, Hefte usw.). Bei einem Durchschnittslohn von 50,–€ im Monat kann das kaum eine Mutter oder ein Vater schaffen, seinem Kind diese Möglichkeit zu bieten. Durch die sehr hohe AIDSrate in Kenia gibt es über 1 Millionen Aidswaisen in Kenia.

Strandgenuss in Kenia

Am frühen Morgen wurden wir mit einem Auto vom Flughafen abgeholt und fuhren ca. 1,5 Stunden bis zu unserem Haus in Kilifi. Dort wurden erst mal alle Sachen ausgepackt und den rest des Tages haben wir uns am Strand von der Anreise erholt.

Wir waren endlich in Kenia angekommen wo wir die nächsten 5 Wochen verbringen werden. Tolles Wetter und ein tolles Meer ließen uns die Strapazen der Reise vergessen und wir konnten es richtig genießen.

Die ersten Tage waren viele organisatorischen Dinge zu besprechen und zu planen was alles zu tun ist. Zwischen drin fanden wir immer ein bißchen Zeit am Strand spazieren zu gehen.

Am Montag den 21.1.2013 ging es dann los mit den persönlichen Gesprächen mit den Studenten. Es wurden die Zeugnisse besprochen, ob es irgendwelche Probleme gibt und wie es den Schülern geht. Die Kosten für das neue Schuljahr sind wir durchgegangen und ob noch andere Dinge wie Bücher oder neue Uniformen usw. benötigt werden.

Schulbesuch für den Wellness-Bummler

Wellness-Bummler Gansfort Stiftung Kenia
Schulbesuch in Kenia für den Wellness-Bummler

Einige der Schüler haben zum Jahresbeginn auf eine neue Schule gewechselt, da sie von einer Tagesschule auf ein Internat gehen wollten. Für die Schüler in Kenia ist es wesentlich besser, wenn sie die Möglichkeit haben auf ein Internat zu gehen, so haben sie deutlich bessere Chancen sich mehr auf das Lernen zu konzentrieren. Viele der Kinder/Jugendlichen die in den Tagesschulen sind, müssen meist nach der Schule noch viele Arbeiten erledigen in den Familien, außerdem haben die meisten keinen Strom und dadurch dann ab 19 Uhr wenn es dunkel wird, ohne Licht keine Möglichkeit mehr für die Schule etwas zu tun. Es scheitert an vielen Kleinigkeiten, die für uns absolut selbstverständlich sind, an die wir so gar nicht denken, dass die Schüler vom Lernen abgehalten werden.

In dem Meeting mit Ferdinand, der vor Ort Ansprechpartner für die Schüler ist und der alle Arbeiten erledigt, wenn Karin und Peter nicht in Kenia sind, wurden die kommenden Tage geplant und durchgegangen, was alles ansteht.

Am nächsten Tag starteten wir mit einem Gespräch in einem Computer College. 4 Schüler, die die Secondary School im Dezember beendet hatten, sollten die Zeit sinnvoll nutzen, bis sie ihre Ergebnisse der Abschlußprüfungen bekommen. So informierten sich Ferdinand und Karin über die Kurse, die in dem Computer College angeboten wurden. Die verschiedenen Angebote wurden am Nachmittag dann mit den Schülern besprochen und ausgewählt, welche der Kurse besucht werden. Sie entschieden sich für einen 3 Monats Intensivkurs (5 Tage Theorie und 1 Tag Paxis die Woche) in dem alle gebräuchigen Programme wie Word, Excel usw. und auch der Umgang mit Internet und Email gelehrt werden.

Wisst ihr was ein TukTuk ist?

Am Mittwoch ging es dann mit Nancy, Ferdinand und Karin mit dem TukTuk (gebräuchliches „Taxi“ in Kenia) zur Bahari Girls Secondary School. Nancy wollte auf diese Schule wechseln, da in der Schule in der sie bis dato war, ein Überfall stattfand, bei dem ein Mann getötet wurde und seit dem fühlte sie sich in der Schule nicht mehr wohl. Ausserdem ist die Bahari Girls Secondary School eine wesentlich bessere Schule mit hohem Ansehen. Wir hatten mit der Direktorin ein Gespräch und fragten an, ob es die Chance für Nancy gäbe auf ihre Schule zu wechseln. Es war nicht ganz einfach, da aktuell keine neuen Schülerinnen mehr aufgenommen werden. Dadurch das die Direktorin Ferdinand und Karin schon kannte, da 2 andere Schülerinnen auch von einem befreundeten Verein gesponsert werden, hat sie eine Ausnahme gemacht und Nancy diese Chance gegeben. Nancy muss sich jetzt allerdings deutlich mehr anstrengen und lernen, da an der Bahari School mehr gefordert wurde und sie auch mehr Fächer hat wie bisher. Nancy strahlte und war über glücklich das es geklappt hat.

Die Direktorin trug Karin dann auch einen Fall vor, wo eine Schülerin Unterstützung bräuchte, da die Mutter an Krebs erkrankt ist und für die Schulgebühren nicht aufkommen konnte. Die Eltern sind geschieden (was in Kenia häufig vorkommt, allerdings dürfen die Frauen nicht nochmal heiraten im Gegensatz zu den Männern) und der Vater kümmert sich nicht. Wir unterhielten uns mit der Schülerin und ließen uns ihre Noten zeigen. Sie ist sehr gut und es wäre schade, wenn sie nicht weitermachen könnte. Es war schon kurz davor, dass sie von der Schule nach Hause geschickt werden sollte. Karin besprach dies dann mit Peter und sie entschieden die Schülerin auch zu unterstützen.

Abends gab es dann noch ein Meeting mit einem Lehrer der Jaribuni Secondary School, auf diese die Schüler Anfang des Jahres gewechselt sind. Es wurde besprochen welche Materialien und Bücher die Schüler noch brauchten.

Am nächsten Tag erledigte Karin verschieden Dinge wie Schulgebühren bezahlen (das wird immer direkt an die Schulen bezahlt), Bücher kaufen usw.

Am Freitag wurden die Schüler an dem Computer College eingeschrieben und damit konnten sie dann am Montag direkt starten mit den Kursen.

Familienanschluss für den Wellness-Bummler

Wellness-Bummler Gansfort Stiftung Kenia
Fünf Minuten Pause…

Den Samstag verbrachten wir bei der Familie eines Freundes, dessen Sohn auch mitarbeitet. Die Gastfreundschaft die wir dort erleben durften war traumhaft. Die ganze Familie hat sich eingefunden und freute sich uns kennen zu lernen. Es wurde ein Festessen für uns aufgetischt. Sie schlachteten extra ein Huhn für uns und es wurde gemeinsam gegessen. Die Menschen haben so wenig und selbst dieses Wenige teilen sie noch mit anderen. Diese Freundlichkeit und Offenheit mit der wir empfangen wurden, war toll zu erleben. Sie zeigten uns ihr Haus und ihr Grundstück auf dem sie verschieden Früchte und Mais anbauten. Für diese Arbeiten war die Mutter zuständig, da der Vater als Askari (Nachtwächter) in Kilifi arbeitet und nur alle 4 Wochen nach Hause kam. Für uns Europäer ist es unglaublich zu sehen, wie diese Menschen mit einem einfachen Leben in einem Lehmhaus ohne Strom und ohne Wasser trotzdem so glücklich sind. Da ist es deutlich zu erkennen, in welchem Überfluss wir hier leben und meistens doch nicht glücklich sind.

Am Sonntag trafen wir uns mit Margrit und ihrem Mann um den Fortschritt des Projektes zu besprechen. Margrit will eine Kantine eröffnen, in der die armen Kinder in ihrem Dorf ein warmes Mittagessen bekommen sollen und auch Betreuung bei den Hausaufgaben haben. Sie sprachen darüber, wie man Patenschaften gestalten kann und Leute dazu begeistert, den Kindern diese Möglichkeit zu finanzieren.

Am Montag darauf brachten wir dann Nancy mit Sack und Pack in die Bahari School. Die Schüler in Kenia müssen selbst eine Matratze und alle ihre benötigten Sachen mitbringen, wenn sie in die Schule gehen. Sie sind dann Vollzeit in der Schule und kommen nur in den Ferien nach Hause und haben auch nicht die Möglichkeit irgendwo einkaufen zu gehen oder sonstiges.

Dienstags trafen wir die 4 Schüler der Computerschule zum Mittagessen. Sie erzählten uns wie der Kurs ist und wie es ihnen gefällt. Mit einem für uns ganz normalem Essen (Pommes mit Hähnchen) genossen sie dieses Festmahl sichtlich.

Am nächsten Tag, durfte ich mit Karin eine aufregende Verhandlung im Gericht verfolgen. Es ging um einen Mitarbeiter eines befreundeten Vereines der angeklagt wurde, da er Spendengelder veruntreut hat. Ein für Karin und mich sehr interessante Erfahrung, wie mit Betrügern in Kenia umgegangen wurde und wie eine solche Verhandlung ablief.

Pause, Wellness und frische Energie tanken

Wellness-Bummler Sandstrand Kenia Afrika
Ein Traum in blau und Sand

Zwischendrin fanden Karin, meine Wellness-Bummler Taschenpatin mit ihrer Familie ein bisschen Zeit am Strand zu laufen und wieder Kraft zu tanken. Der Strand ist einfach traumhaft und gibt einem viel Energie. Diese Schönheit ist auf alle Fälle eine Reise wert, um den Indischen Ozean und Kenia zu erleben. Ein unvergessenes Erlebnis. Man sollte nur aufpassen, dass man das „Fieber“ nicht bekommt, denn dann muss man immer wieder nach Kenia, weil es einen so fasziniert und in seinen Bann zieht. Diese Fieber hat Peter und Karin gepackt und das ist auch der Grund, dass sie geplant haben, ganz nach Kenia zu gehen und noch weitere Projekte in Kenia umsetzen werden. Es ist immer besser vor Ort zu sein, um selber zu sehen wo das Geld hingeht und was dadurch passiert.

Es fanden laufend Meetings mit Schülern statt um zu erfahren was los ist und wo man die Schüler noch weiter unterstützen kann.

Am Samstag den 2.2.2013 besuchten wir Malvin in seiner Schule in Malindi. Da das Schuljahr Anfang Januar gestartet hatte, ist es nicht allen Schülern möglich nach Kilifi zu kommen. Malvin hat mit seinem vierten und letzten Jahr in der Secondary School begonnen und ist feste am Lernen, da er Medizin studieren will und dafür gute Noten braucht. Danach besuchten wir auch Safi in seiner Schule in Malindi um zu hören wie es ihm geht und was die Noten machen. Safi wird auch ab diesem Jahr von der Gansfort-Stiftung gesponsert. Aktuell gibt es 20 Schüler die gesponsert werden.

Hier sind wir bei der Halbzeit unserer Reise angekommen und wir haben schon ganz viel erlebt. Und genauso aufregend wie meine Wellness-Bummler Stiftungsreise in Kenia, ist auch das gesamte Projekt, das Karin mit ihrem Mann Peter ins Lben gerufen hat und betreut. Hilfen, Sponsoren und gemeinsame Aktionen für die Gansfort Stiftung ist immer herzlich willkommen. Auch der Wellness-Bummler plant gerade, wie er sich in diese tolle Idee einbringen und helfen kann.

Mehr dazu in Teil zwei unserer Wellness-Bummler Stiftungsreise nach Afrika.

Weltreise für eine kleine grüne Tasche…

Erschienen in: Afrika, Kenia

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Karin von der Gansfort-Stiftung.

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