Wellness Bummler

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Weihnachtliche Impressionen aus Niederbayern

Vor Weihnachten ist nach Weihnachten im Herzen Niederbayerns

Niederbayern ist vielseitig, auch in der Weihnachtszeit. Der Duft von Lebkuchen, Glühwein und Bratwürsten, der festliche Sternenglanz und leise Weihnachtsmusik im Hintergrund wird allen Sinnesfreuden gerecht. Und immer dabei am Ort des Geschehens, ich kleine grüne Tasche auf ihrem Weg durch die Welt. Während meines Gastaufenthaltes in Süddeutschland, ganz nah an der tschechischen und österreichischen Grenze durfte ich Christkindlmärkte in der Region erkunden sowie ein paar typisch niederbayerische Städte besichtigen.

Weihnachtsmarkt in Landshut in Niederbayern
Weihnachtsmarkt in Landshut in Niederbayern

Wie z.B. Landshut, Sitz der Regierung von Niederbayern mit der über den Dächern der Stadt thronenden Burg Trausnitz, dem gotischen Stadtensemble und der Martinskirche. Sie kann sich mit dem Titel „Kirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt“ rühmen. Alle vier Jahre verwandelt sich fast die gesamte Stadt in eine gigantische Festwiese und spielt die Heirat Georgs des Reichen nach, eines der prunkvollsten Feste des Spätmittelalters. Anlässlich dieser „Landshuter Hochzeit“ strömen Besucher aus aller Welt in die zweitgrößte Stadt Ostbayerns. Der Weihnachtsmarkt in Landshut, einer der schönsten in Bayern, liegt wie ein kleines Dorf im historischen Stadtteil Freyung am Vorplatz der Kirche St. Jodok,  die von den Lichtern der Marktstände sanft angestrahlt wird. Ein herrliches Bild. Ich komme wir vor wie in einer Weihnachtswunderwelt. In Landshut gibt es zum Glück nicht überwiegend Essstände, sondern sehr viel handwerkliche Kunst. Besonders scheint der Stand mit den Plätzerlausstechformen zu sein, an dem man schier alles erwerben kann – von der Fledermaus über Smileys bis hin zu einem Ausstecherln in Form eines Kirchturms  🙂 Und – tatsächlich nur in Landshut gibt es auch die Brunner Würstl, deren Produktion seit 60 Jahren auf einem Familienrezept beruht. Logo, dass ich die probieren muss.

Wellness-Bummler auf dem Weihnachtsmarkt
Probiert und für lecker befunden

Einem ganz besonderen Weihnachtsmarkt begegne ich dann in Maibrunn am Waldwipfelweg. Eine Holzkonstruktion bildet den Weg nah an den Wipfeln der Bäume. Von hier oben eröffnet sich bei schönem Wetter der Blick bis zu den Alpen. Und im Advent auf den Christkindlmarkt, der ihm zu Füßen liegt. Eine seltene Gelegenheit, einen Weihnachtsmarkt von oben zu betrachten. Um sich dann in die Menge zu mischen und den Gang durch die glitzernd-romantische Budenstadt  anzutreten.

Adventgeschichten auf der Burg

Aber auch die zahlreichen Burgen oder  Burgruinen laden förmlich zum vorweihnachtlichen Genießen ein. Besonders wenn Schnee liegt, sich schon ein bisserl der Nebel senkt und es finster ist ringsum bringen die Lichter die Augen zum Leuchten und die Geschichten über legendäre Wesen, Sagengestalten und Hexen die Phantasie um Erblühen. So erwacht alljährlich im Advent die Burgruine Hilgartsberg im Lichterschein der Buden.

Ganz in der Nähe liegt die Stadt Vilshofen an der Donau mit dem „Schwimmenden Christkindlmarkt“ am Donauufer und auf dem Schiff. Er ist bestimmt einer der reizvollsten, wenn auch ziemlich überlaufen. Sogar Gäste aus Übersee kommen hierher, um das romantische Ambiente zu genießen. Auf dem Schiff wird traditionelle Handwerkskunst wie das Schnitzen oder Klöppeln präsentiert, draußen umweht einen der Duft von Maroni, Mandeln und Nüssen.

 „Western-Wonderland“  in Niederbayern

Ja, und fast hätte ich auf dem Weg durch die vom Jahrhunderthochwassser noch gezeichnete  Dreiflüssestadt Passau meinen Augen nicht getraut. Mitten in der von den Flüssen umgebenen Altstadt stand der Coca-Cola-Truck. Zugegeben, ein Marketing-Gag, aber doch sehr eindrucksvoll. Wie er sich präsentierte mit seinen glitzernden Lichtern und den mächtigen Ausmaßen. Ein Gefährt wie aus einer anderen Welt, so gar nicht passend zu den engen Straßen hier in Süddeutschland. Bin ich froh, dass ich nicht mit dem fahren musste  🙂

Winter Wonder Land
Winter Wonder Land

Weiter ging es nämlich querfeldein entlang abgelegener Straßen ins Nirgendwo. Und eh ich mich`s versah, fand ich mich in einer Westernstadt wieder. Pullman City heißt sie und sie liegt im tiefsten Niederbayern. Eine riesige Fläche an einem Ort, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Hier herrschte eine ganz andere stimmungsgeladene Atmosphäre. Ein merkwürdiges, aber interessantes Gemisch aus Weihnachten und Western. Ein deutsch-amerikanischer Weihnachtsmarkt, bunt und exotisch zugleich. In den zahlreichen weihnachtlich geschmückten Saloons gab es Tee und Glühwein aus großen Kesseln über dem Lagerfeuer, Steaks und mexikanisches Essen, Drehorgelspieler und Country-Live-Musik in der Music-Hall.

Jedem Dorf seine Kirche

Niederbayern ist immer noch sehr katholisch und wenn möglich, dann wird natürlich der Christkindlmarkt rings um die Kirche aufgebaut wie in Straubing, Deggendorf oder Passau. In letzterer beherrscht der mächtige Dom die Silhouette aus Glitzer und Glanz in der Weihnachtszeit. Selbstredend gibt es meist ganz traditionell auch noch eine lebende Krippe, sofern ausreichend Platz vorhanden ist. Da tümmeln sich Esel, Ziegen, Schafe und gelegentlich sogar eine Kuh im Stroh. Die lassen sich übrigens von den ganzen Zuschauern nicht beeindrucken.

Eine Krippe darf auf dem Weihnachtsmarkt nicht fehlen
Niederbayern und seine Weihnachtsmärkte

In Straubing finden jährlich die Agnes-Bernauer-Festspiele statt. Eine traurige Liebesgeschichte zwischen dem Wittelsbacher Erben Albrecht und der Baderstochter Agnes, die 1435 in der Donau ein unfreiwilliges, tragisches Ende nahm. Straubing ist aber auch die Stadt im Herzen des Gäubodens, einem besonders fruchtbaren Lössboden, die für das zweitgrößte Volksfest nach dem Münchner Oktoberfest bekannt ist, das Gäubodenfest. Im hihi, soviel Gäuboden, „Gäuboden-Museum“ in Straubing wird der Gäubodenschatz aufbewahrt, eine wertvolle Ansammlung eines römischen Schatzfundes mit Paraderüstungen, Bronzestatuen und Münzen. Eine wirklich eindrucksvolle Sammlung. In Straubing begaben wir uns auch noch auf eine „Kripperlroas“. Das ist ein Rundgang zu sämtlichen Krippen in der Stadt, welche teilweise bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen. Besonders berühmt ist die Reisinger Krippe, eine wertvolle Jahreskrippe in der Jesuitenkirche aus dem Jahr 1848.

Und weil ich schon mal in der Gegend war, warf ich natürlich auch einen Blick in einige der berühmten Barockkirchen der Gebrüder Asam und staunte ganz schön angesichts der prachtvollen Ausstattung. Das ist schon sehr typisch bayerisch, so wie der Deggendorfer Christkindlmarkt. Sein Markenzeichen sind die Holzschindeln auf den Dächern, die offenen Feuer ringsum und die in bayerischem Dialekt bezeichneten Hüttennamen. Hier bekommt man ein Gefühl für die Nähe zum Bayerischen Wald. Deggendorf wird auch das Tor zum Bayerischen Wald genannt, weil es gleich dahinter in die Berglandschaft geht. Der Bayerische Wald ist noch sehr ursprünglich und besitzt mit dem Nationalpark einen der letzten Urwälder der Welt, der höchste Berg ist der Arber mit über 1600 Metern.

Weihnachtlicher Bummler im Bayrischen Wald
Weihnachtlicher Bummler im Bayrischen Wald

Weihnachtliches im Bayerischen Wald

Schön und besonders romantisch sind die Märkte im Bayerischen Wald. Und da dort einst viele Glasbläser gelebt haben, fahren die Glashütten entlang der historischen Glasstraße – und ganz besonders der berühmte Joschka – in der Weihnachtszeit ihre ganze Pracht auf. Es glitzert und glänzt, dass man gar nicht mehr weiß wo man hinschauen soll. Und als Highlight kann man sich eine selbst geblasene Kugel mit nach Hause nehmen.

Traditionell wird im Bayerischen Wald aber auch Granit abgebaut.  Im alten Steinbruch in Hauzenberg findet jährlich der „Christkindlmarkt im Stoabruch“ statt. Ein einmaliges Ambiente, in dem neben Vorführungen traditioneller Handwerkstechniken auch Kunsthandwerk aus der Dreiländerregion feil geboten wird.

Ein Ort für lukullische Genüsse

Es gibt noch unzählige außergewöhnliche und schöne Christkindlmärkte in Niederbayern. Aber über all dem darf man das kulinarische Wohlergehen nicht vergessen. Außer den üblichen Glühwein- und „Wurststanderln“ offeriert man hier gelegentlich schon mal einen eine Art bayerische Pizza mit Senf, Meerrettich und Schmand, Knackersemmeln, das bayerische Lüngerl mit Knödel, Hirtenbrot oder die ungarischen Langos. Für die Süßschnäbel gibt es Dampfnudeln, Auszogne, Kiache und Schmalzgebäck. Und dazu den Bärwurz oder Blutwurz sowie den Jägertee und den Waidlertee, der absolut nicht so antialkoholisch ist wie er klingt. Was allerdings fehlt sind die typisch bayerischen Weißwürste, weil die das zwölf Uhr Läuten bekanntlich ja nicht überstehen sollen  🙂

Ich sage ganz herzlich Danke für diese wunderbare Reise durch die winterlich, bayrische Welt an meine tolle Taschenpatin Sabine.

Ein Wellness-Bummler ist sich zu nichts zu schade, als echter Reiseblogger…

 

Erschienen in: Bayern, Deutschland, Europa, Wellness-Bummler Erlebnisse

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Sabine.

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Kommentare

Salzburg im Advent mit Christkindlmarkt, Weihnachtsmarkt, Adventmarkt am 2. Dezember 2014 um 12:38 Uhr

[…] Weihnachtlichte Impressionen aus Niederbayern […]