(M)eine Reiseblogger-Nacht im Kloster

Bibliothek im Stift Lilienfeld

Tag 2 unserer Pilger-Tour endete in Lilienfeld. Unser Ziel ein Stift. Ich gebe zu, ich hatte vorher in unserem Tour-Plan davon gelesen, dass wir dort vor Ort übernachten sollten, doch war mir nicht wirklich klar, dass unsere Zimmer tatsächlich hinter den Mauern eines Klosters liegen.

Unser Einzug ins Kloster

Schon von Weiten konnten wir das imposante Gebäude sehen. Unsere Nacht im Kloster begann mit dem Eintreten durch den hohen Torbogen in den öffentlichen Innenhof des Stifts. Hier wurden wir schon erwartet, um auf unsere Zimmer gebracht zu werden.

Blick auf das Kloster Lilienfeld

Blick auf das Kloster Lilienfeld

Unser Weg führte uns durch den Kreuzgang, durch hallenähnliche lange Gänge, vorbei an Jesus- und Heiligenbildern in den nächsten Gang, durch die nächste Tür, über kühle Steinfliesen (die für unsere geschundenen Füße wirklich sehr verführerisch wirkten) bis wir plötzlich in einem Gang im Herzen der Anlage standen. Hier erhielten wir die Schlüssel für unsere Zimmer…

Trinkwasserbrunnen im Stift Lilienfeld

Trinkwasserbrunnen im Stift Lilienfeld

Die Zimmer waren groß und hell mit hohen Decken und einer wirklich altertümlichen Einrichtung, dafür aber mit einem modernen Fernsehgerät und nachträglich eingerichteten Bädern ausgestattet.

So sieht es Haus - das Bett im Kloster

So sieht es Haus – das Bett im Kloster

Klosterleben gestalten

Im Stift Lilienfeld kann jeder der möchte eine Nacht oder auch eine längere Zeit verbringen. Warum gehen Menschen für eine Zeit ins Kloster? Viele suchen einfach Ruhe, Abstand vom Alltag oder möchten sich mit anderen Fragen und nicht mit dem Alltag beschäftigen. Die Gäste können an vielen verschiedenen Aktivitäten im Kloster teilnehmen, z.B. an der Heiligen Messe, die täglich um 6.40 Uhr vollzogen wird oder auch das Gebet des Rosenkranzes täglich um 20 Uhr. Zusätzlich gibt es auch eine Gäste-Bibliothek und eine Kaffeeküche, die mitgenutzt werden dürfen.

Im Kreuzgang

Im Kreuzgang

Wir durften nun für eine kurze Zeit eintauchen. Also streiften auch wir durch die Gänge, überlegen zum Teil sogar vielleicht mal an einem Gebet teilzunehmen und neugierig wie Reiseblogger nun einmal sind, wurde auch jede Ecke (die scheinbar begehbar war) inspiziert. Für mich war die Übernachtung in den hohen, altertümlich eingerichteten Gästezimmern schon etwas komisch. Nach dem Ausschalten des Lichts war es einfach nur noch ganz ruhig im ganzen Gebäude; kein Geräusch war zu vernehmen und auch das Schweifen am späten Abend durch die Gänge des Stifts war schon ein wenig unheimlich.

In der Stiftskirche

In der Stiftskirche

 

Dieser nette Herr schlief nur wenige Meter von uns entfernt

Dieser nette Herr schlief nur wenige Meter von uns entfernt

Ansonsten war der Stift auch tatsächlich der lauteste Ort auf der bisherigen Pilgerei… Warum? Als ich die Tür öffnete um zum Frühstück zu gehen, kamen mir schon laute Stimmen entgegen, die auch immer lauter wurden, je näher ich an den Frühstückssaal kam. Ein Blick hinein zeigte mir, dass dort rund 30 Personen saßen, lachten, frühstückten und sich lautstark unterhielten. Mir persönlich grad viel zu laut, wo doch auch überall die Schilder im Stift auf „Bitte um Stille“ hinwiesen und unerwartet (wie war das mit den Überraschungen?), daher die Flucht zurück, um später wieder zu kommen. Später war es dann übrigens immer noch nicht viel leiser, so dass auch wir lauter sprechen mußten, um uns in der Pilgergruppe überhaupt am Frühstückstisch zu verständigen.

Hinter ehrfürchtigen Klostermauern

Hinter ehrfürchtigen Klostermauern

 

 

Blick in den Frühstücksraum des Stifts

Blick in den Frühstücksraum des Stifts

Stift Lilienfeld

Erbaut wurde das Zisterzienserstift Lilienfeld von Herzog Leopold VI bereits 1202. Im Stift gibt es einen Gästetrakt, hier werden die Übernachtungsgäste untergebracht. Diese Gäste haben aber auch jederzeit Zutritt zum mittelalterlichen Trakt des Klosters. Im Stift freuen sich die Mönche darüber, wenn diese Gäste gemeinsam mit den Mönchen zum Gebet antreten. Es ist möglich, im Stift/Kloster Urlaub zu machen oder auch nur ein Zimmer auf der Pilgers- oder Wanderschaft für eine Nacht zu belegen. Doch auch „Kloster auf Zeit“ ist möglich, um der Seele etwas Ruhe zu gönnen und sich mit anderen Fragen des Lebens zu beschäftigen.

Bibliothek im Stift Lilienfeld

Bibliothek im Stift Lilienfeld – ein Schmuckstück

 

Reiseblogger auf Führung im Stift Lilienfeld

Reiseblogger auf Führung im Stift Lilienfeld – Oliver vom weltreiseforum und Elena von creativelena

Der Pilgersegen

Zum Abschluß im Kloster und kurz vor dem nächsten Etappenstart haben wir dann noch einen echten Pilgersegen erhalten. Das Ganze hat mitten auf dem Kreuzgang statt gefunden, an einem kleinen Kreuz, mit einem Priester, der ein paar nette, aufmunternde und segensreiche Worte gesprochen hat. Er hat uns dann noch eine gute Weiterreise gewünscht und uns mit diesen Worten dann auch aus dem Kloster entlassen.

Gemeinsames Gruppenfoto nach dem Pilgersegen

Gemeinsames Gruppenfoto nach dem Pilgersegen

Da standen wir nun… hochmotiviert mit (zum Teil) schmerzenden Füßen und Gliedern. Wie würde es uns wohl heute ergehen? Unsere heutige Tagesetappe sollte bei rund (nur) 20 Kilometern liegen.

„Die Treue zu sich selbst ist der Anfang der Liebe. Wer bei sich angekommen ist, kann zum Du aufbrechen.“

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Hier schreibt Tanja Klindworth


Tanja Klindworth ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des SPANESS-Wellnessmagazins. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise.

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Kommentare
  1. Monika sagt:

    Ja, liebe Tanja und treu sind wir uns alle geblieben bei dieser Pilgerreise. Wahrscheinlich ist das wohl auch der Grund dafür, dass alles so schön war, sowohl die Reise selbst, als auch das Miteinander in der Gruppe! Schon alleine für diese Erfahrung hat sich die Anstrengung gelohnt! LG Monika