Wellness Bummler

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Trekking Tour in Nepal für einen Reiseblogger – Teil 3

Dies ist Teil 3 meiner Trekking Tour in Nepal als Reiseblogger. Genauer gesagt: Annapurna Basecamp-Trek 14.3. – 4.4.2014… zum ersten Teil geht es hier

22. März

Schon der Morgen ist wolkenverhangen und wir warten noch immer auf den Überraschungseffekt beim Anblick von Machapuchare und seinen Nachbarn. Nur unsere Frühaufsteherin Moni hatte das Glück zur rechten Zeit an einem kleinen Aussichtspunkt unweit der Lodge zu sein. Stolz präsentiert sie klare Bilder von unserem Sehnsuchtsberg.

Salz im Tee, ….

Trotzdem ist unser Schwung heute kaum zu bremsen. Die Etappe nach Ghandruk ist kurz und einfach. Wir tauchen ein in einen dichten Urwald aus blühenden Rhododendren und knorrigen Eichen und werden von munterem Vogelgezwitscher begleitet. Auch die Porter freuen sich über den leichten Weg. In unserer Teepause wird es dann noch ziemlich lustig. Kiru bestellt einen schwarzen Tee und salzige Kekse. Sie bekommt von der Wirtin einen gesalzenen Schwarztee und süße Kekse. Naja, die Kekse sind lecker, aber den Tee kann man beim besten Willen nicht trinken. Unser Stirnrunzeln wird registriert und die Wirtin, die kaum Englisch spricht macht uns klar, dass sie sich auch gewundert hat welch eigenartiges Getränk wir da bestellen. Aus purer Höflichkeit hat sie den gesalzenen Tee gebracht. Wir heißen nur noch Salty bei ihr und mit einem kräftigen Lachen verabschiedet sie uns ‚bye-bye Salty‘.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Unser Sehnsuchtsberg

Am frühen Nachmittag erreichen wir das Gurung Dorf Ghandruk. Die Gurung sind ein Bergvolk, das sich mit seinen mutigen Kämpfern im Ghurka-Regiment der britischen und indischen Armee einen Namen gemacht hat. Heute leben sie allerdings von der Landwirtschaft und dem Tourismus.

Namaste für Reisende

Rishi hat die Excellent View Lodge für uns ausgewählt. Die Betreiberin der Lodge empfängt uns mit einem herzlichen Namaste und wir verlieben uns sofort in diesen wunderschönen Ort. Der lange Wohntrakt ist mit dem typischen Lehmputz versehen, ein Blumenteppich aus Ringelblumen, Tagetes, Rosen und vielen anderen bunten Blumen umrankt das ganze Anwesen und die Dinning Hall, wie die gute Stube genannt wird ist sauber und strahlt einen faszinierenden Charme aus. Und nicht zuletzt sei die Dusche genannt, endlich mal wirklich hot und mit funktionierenden Armaturen. Ein Vergnügen. Unter uns liegt das alte Dorf mit einem kleinen Dorfplatz und dicht aneinander gedrängten Häusern, die alle äußerst malerisch im traditionellen Stil errichtet sind.

Erneut kündigt sich ein heftiges Gewitter an und wir verbringen erstmal eine Weile in der gemütlichen Lodge. Die Einheimischen freuen sich über den Regen – sie sind Landwirte und keine Trekker. Unsere Geduld wird belohnt. Nach kräftigem Regen ist der Himmel wie frisch geputzt und endlich sehen wir Machapuchare wie er in all seiner Pracht über dem Modi Khola thront. Der Berg gilt bei den Nepalis als ein heiliger Berg und darf nicht erklommen werden. Wir können das bei diesem Anblick gut nachvollziehen.

Morgen werden wir uns dem heiligen Berg näheren, die Spannung steigt. Bei einigen mache sich Zweifel darüber breit, ob sie mit der Höhenanpassung zu Recht kommen werden.

Kiru und ich kommen mit den Fakten: mit der Routenwahl über Poonhill sind wir schon gut in der Höhe unterwegs gewesen, wir steigen langsam auf und haben ausreichend Zeit für die Anpassung. Wenn es wieder Erwarten nicht klappt gibt es dann immer noch das Machapuchare Basecamp als Ausweichmöglichkeit. Aber die Bedanken schleichen sich weniger über den Kopf ein, sondern sind vielmehr ein Bauchgefühl. Die Frauen besprechen sich, ermutigen sich und sogleich schallt es ‚pack ma`s‘ – gemeinsam schaffen wir das.

23. März

Ein Frühstück in der Sonne – das Aufwachen gestaltet sich schwierig, wähnt man sich vor dieser Kulisse doch in einem Traum. Gut, dass der Kaffee kräftig ist. Wir genießen die wärmenden Sonnenstrahlen und staunen über die klare Sicht. Annapurna South und Machapuchare zeigen sich von ihrer schönsten Seite.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Faszination pur

Über einen guten Weg steigen wir zur Passhöhe Kumrung La auf. Eine übermütige Herde Mulis lässt uns schnell vom Pfad springen und Platz machen. Die Tiere sind mitunter recht ungestüm unterwegs und schenken uns wenig Beachtung.

Am Pass angelangt treffen wir erneut Annika und Ole unsere Freunde aus Dänemark. Seit unserem Start begegnen wir ihnen immer wieder. Angeführt von einem freundlichen Guide wandern sie auch zielstrebig Richtung Annapurna Basecamp. Jedes Wiedersehen wird zu einem Erfahrungsaustausch und gemeinsam geraten wir noch schneller ins Schwärmen über die Natur, die Landschaft und die Leute.

In engen Kehren wandern wir an den Kimrong Khola hinab und überqueren ihn auf einer alten Brücke. Hier stehen zwei Lodges und bevor uns wieder ein Anstieg bevorsteht legen wir eine Mittagspause ein. Wie immer gemütlich, mit leckerem Essen und reichlich Zeit für Erholung.

Der Gegenanstieg ist sehr steil und direkter. Langsam und in gleichmäßigem Schritt ziehen wir gemeinsam bergwärts. Schon nach einer Stunde ist der Hang erklommen und wir folgen nun dem sanften Höhenweg nach Chhomrong. Ein Blick talauswärts auf den Modi Khola und Ghandruk ist lohnend und ermunternd. Whou – so weit sind wir heute schon gelaufen, Respekt!

Das Fishtail-Guesthouse in Chhomrong liegt in phantastischer Aussichtslage. Die großen Panoramafenster der Dinning Hall sind genial. Da schmeckt der heiße Masala-Tee gleich noch viel besser.

Heute ist bei einigen von uns Shopping angesagt. Nach einem kurzen Wandertag gibt es reichlich Elan um Armbänder und Schals auszuwählen, einen guten Preis zu verhandeln und noch eine kleine Runde durch das Dorf zu drehen.

 

Steiniger Schulweg auf so einer Trekking Tour in Nepal

24. März

Ein klarer Tag und wir starten nach Pancakes und Müsli beschwingt und frohen Mutes. Ein Auf und Ab über unzählige Stufen steht uns bevor. Die Kölnerinnen spaßen darüber, dass das Treppensteigen einen schönen Po macht. An die Waden will keine denken… Es geht hinab an den Chhomrong Kohla und über eine Hängebrücke auf die andere Flußseite an einzelnen Häusern vorbei. Die Wasserbüffel stehen genügsam in einem kleinen Pferch, Hühner flattern über den Weg und braun-weißgescheckte Zicklein erkunden die Höfe. Hier scheint es sich für Haustiere gut leben zu lassen. Auf der Speisekarte sind sie kaum zu finden, dort rangiert auf Platz 1 Dal Bhat, ein kräftiges Linsengericht, gefolgt von verschiedenen Gemüse-Curries, Kartoffeln und Eierspeisen.

Schulkinder kommen uns leichten Schrittes entgegen – unglaublich wie viele Steintreppen sie täglich, monatlich, jährlich auf ihrem Schulweg auf- und absteigen. Wir lenken uns plaudernd gegenseitig ein wenig ab, bleiben immer wieder zum Fotografieren stehen und gelangen so recht beschaulich nach Upper Sinuwa.

Schon Lunchtime – ah. Rishi hat ein eindeutiges Gefühl für unsere Magenregion. Hier in Nepals Bergwelt wird alles frisch gekocht, Tiefkühlkost und Mikrowelle sind gänzlich unbekannt. Um teuren Brennstoff und Zeit zu sparen einigen wir uns mittags immer auf zwei Gerichte. Heute stehen gebratener Gemüse-Reis sowie Nudeln mit Tomatensoße auf dem Menüplan. Mit einer Knoblauchsuppe gegen die Höhenkrankheit machen wir unserem Guide eine Freude. Er schwört auf die Wirkung des Knoblauchs. Wir sind nicht ganz überzeugt, aber schaden kann es ja nicht.

Der Pfad schlängelt sich nun durch meterhohe Bambuswälder. Unser Tagesziel Bamboo macht seinem Namen alle Ehre. Nach gut fünf Stunden Wanderzeit erreichen wir das kleine Lodge-Dorf und lassen uns müde in der Sonne nieder. Die beiden Dänen sind auch in Bamboo angekommen und wir laden sie zu einer Tasse Tee und einem Plausch ein.

25. März

Heute geht es zur Sache: ein Aufstieg von 2340 m auf 3230 m ist geplant. Gehzeit etwa 5 ½ Stunden. Die warme Daunenjacke kommt in den Tagesrucksack. Fehlt die Sonne so ist es ganz schnell empfindlich kalt.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Brücke als Weg

Über eine kleine Holzbrücke verlassen wir Bamboo, wandern leicht ansteigend in das sonnige Dovan hinauf und immer oberhalb des Modi Khola entlang nordwärts. Auf knapp 3000 m erreichen wir Himalaya, ein Ansammlung von drei Lodges. Sie sind hier bekannt für ihre ausgezeichnete Pizza. Aber dieses Schmankerl heben wir uns für den Rückweg auf. Am Himmel ziehen rasch dunkle Wolken auf und wir wollen nur eine kurze Rast einlegen, um dem drohenden Regenguss vielleicht zu entkommen. Nein, das ist heute nicht zu schaffen. Kaum sind wir los gelaufen fängt es an wie aus Eimern zu schütten. Die Porter ziehen Plastikfolien aus den Taschen, wir verpacken uns in Goretex-Material und wandern weiter. Deurali ist das Etappenziel und es will schwer erarbeitet sein. Der Aufstieg ist steil und mit dem heftigen Regen wird der Pfad glitschig. Wir weichen den dicken Pfützen aus um nicht klatschnass anzukommen. In den Lodges gibt es meist nur selten ausreichend Möglichkeiten die Dinge zu trocknen und nasse Wanderschuhe bereiten in dieser Höhe keine Freude.

Deurali wirkt ziemlich grau und eisig. Die Lodge stinkt übel nach Kerosin, der Heizer ist anscheinend defekt oder nicht richtig eingestellt. Wir bekommen in der Stube kaum Luft. Die jungen Porter machen es sich auf den breiten Liegen bequem, sie ficht die dicke Luft nicht an. Die Techniker scheinen hier nicht zu Hause zu sein, aber kochen können sie. Das üppige Abendessen findet reißenden Absatz und die Schokoladen-Pfannkuchen zur Nachspeise sind prämienverdächtig.

Rishi gibt uns eine Tourenbeschreibung für den nächsten Tag. Wir wollen das Annapurna Basecamp erreichen, ein Hauptziel dieses Treks. Er macht uns deutlich, dass wir mit zunehmender Höhe reichlich trinken müssen und dass Alkohol hier absolut Tabu ist. Das gute Everest-Bier darf dann erst wieder im Abstieg gezischt werden. Die negative Auswirkung auf die Höhenanpassung ist uns bekannt und keine will den Erfolg der Tour wegen einer Flasche Bier auf‘s Spiel setzen. Also rutschen wir bei heißem Tee noch ein wenig zusammen und reden über Wetter, Wolken und Schokopfannkuchen.

Wir stellen uns auf eine kalte, feuchte Nacht ein. Gut, dass wir alle mit dicken Schlafsäcken ausgerüstet sind. Ohne diese wäre an Schlaf nicht zu denken. Wenn ich friere mache ich kein Auge zu – und das geht wohl den meisten Menschen so.

 

Ich kann es garnicht oft genug sagen, wie dankbar ich den Damen von alpinkreativ.de für diese faszinierende Reise bin.

Als Reiseblogger war ich bereits in Asien unterwegs…

Erschienen in: Asien, Nepal

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Gudrun von alpinkreativ.de.

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Kommentare

++Lawinengefahr auf Trekking Tour Nepal für einen Reiseblogger++ am 31. Mai 2014 um 08:27 Uhr

[…] Trekking Tour in Nepal für einen Reiseblogger – Teil 3 […]