Wellness Bummler

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Afrika hat traumhafte Ecken zu bieten – Teil 3 Afrikasafari

3. Etappe von Ghanzi nach Maun

Auf Afrika Safari Lodge Leben für den Wellness-Bummler
Lodge Leben für den Wellness-Bummler

Vor uns liegt eine Fahrzeit von ca. 4 Stunden, nicht das unser nächstes Ziel, die Dinaka Lodge so weit entfernt wäre, vielmehr führt uns die Strecke durch tiefen Sand.

Kurz nachdem wir Ghanzi hinter uns gelassen haben, biegen wir hinter einer Veterinärstation rechts in eine Sandpiste ein. Durch die Veterinärstationen will man verhindern, dass sich Seuchen, wie die Maul-und Klauenseuche weiter verbreiten. Dafür muss man mit dem Fahrzeug durch eine Desinfektionspfütze fahren. Vorher steigt man aus und putzt sich die Schuhe auf einer Fußmatte ab, die ebenfalls mit Desinfektionsmittel getränkt ist.

100 km Niemandsland

Soweit das Auge reicht, bis zum Horizont und schnurgerade zieht sich rechts von uns ein etwa 3 m hoher Maschendrahtzaun entlang der Sandpiste. Links neben der Sandpiste erstreckt sich für einige Meter Buschland, dahinter ein weiterer Veterinärzaun. So bildet sich ein mehr als 100 Kilometer langer Korridor Niemandsland. Ungefähr 90 Kilometer davon müssen wir bewältigen, bevor wir zur Dinaka Lodge links abbiegen.

Diese Korridore nutzen die staatlichen Rinderzuchtbetriebe um ihre Viehherden von einem Grasland zum anderen zu treiben, ohne über Privatgrund gehen zu müssen, denn dafür müssten sie sich jedes Mal eine Genehmigung vom Eigentümer einholen.

Afrika soweit das Auge reicht
Afrika soweit das Auge reicht

Auf der rechten Seite befindet sich die Zentralkalahari, auf der linken Seite das Gelände einer privaten Farm. Zunächst geht die Strecke noch, aber nach ca. 1,5 Stunden wird der Sand tiefer. Der einfache 4×4 Antrieb reicht für dieses schwere Gelände nicht aus, der Wagen wird immer langsamer, lässt sich kaum noch steuern und bleibt schließlich einfach stehen. Ich lege den Schwerlastgang ein und mit extrem niedriger Drehzahl und sehr hohem Drehmoment setzt sich das Gefährt langsam wieder in Bewegung und kämpft sich durch den hohen Sand. Lenken hat überhaupt keinen Zweck, der Wagen sucht sich seinen Weg in den tiefen Spurrillen selbst. Manchmal bricht er links oder rechts aus, dann findet er seinen Weg zurück in die Gerade.

Tiere und Angst von Autos? In Afrika Fehlanzeige

Da! Ein Warzenschwein rennt vor uns eine Weile auf der Strecke, dann verschwindet es rechts unter dem Zaum hindurch. Dort hat es irgendwann einmal ein großes Loch gebuddelt. Diese Löcher in der Erde unter dem Zaun hindurch, nutzen auch Löwen, um auf die andere Seite zu gelangen. Die Hoffnung der Farmer, die Veterinärzäune würden auch die Löwen von ihren Farmen fern halten ist somit vom Tisch.

Links von uns weiden ein paar Oryx Antilopen, Spießböcke, wie sie im Deutschen heißen. Und sie machen ihrem Namen alle Ehre. Bis zu 1,20 Meter können ihre beiden langen spitzen Hörner werden. Übrigens tragen beide Geschlechter diese imposanten Hörner, bei den Weibchen sind sie lediglich etwas kürzer, die Weibchen sind insgesamt etwas kleiner.

Ein Steinböckchen grast rechts hinter dem Zaun. Diese kleine Zwergantilopenart hat nichts mit unseren Steinböcken in den Alpen gemeinsam. Sie sind sehr klein, haben rotbraunes kurzes Fell, und die Männchen haben sehr kleine kurze Hörnchen. Sie leben einzeln, nicht in Herden oder Clans.

Angst vor großen Autos scheinen die Tiere hier nicht zu haben.

Strauße laufen über die Sandpiste und zeigen beeindruckend, warum sie zu den Laufvögeln gehören.

90 km in 3 Stunden – Rekordzeit

Die Fahrt zieht sich. Unter diesen Bedingungen können wir nur ca. 30 bis 40 Stundenkilometer fahren und brauchen für die 90 Kilometer Sandpiste 3 Stunden. Ein Safari Jeep kommt uns entgegen. Ach du Elend! Wohin soll man hier denn ausweichen? Da vorne ist der Busch ein wenig lichter, ich steuere den Wall hinauf. Donnerwetter, der Schwerlastgang ist wirklich klasse, ohne ihn, wären wir auf dieser Strecke verloren gewesen. Wir halten an und der Jeep stoppt ebenfalls, als er auf unserer Höhe ist. Er kommt von der Lodge, war wohl schon auf der Suche nach uns. Wir sagen, wer wir sind und er zeigt in die Richtung, in die wir schon die letzten Stunden gefahren sind, noch ca. 20 Kilometer. Stefan und ich wechseln die Plätze, ich habe auch keine Lust mehr, das ist anstrengend. Stefan hingegen fühlt sich wie ein Abenteurer, wenn er das Vehikel durch den schweren Sand manövriert.

Gute Aussicht
Gute Aussicht

Endlich unser Safarizelt

Dann endlich taucht links das Schild zur Dinaka Lodge auf. Wir biegen ein und kurz darauf stehen wir vor dem Farm Zaun. Ich steige aus, um ihn zu öffnen, Stefan fährt durch und ich schließe den Zaun sorgfältig wieder. Nun sind es nur noch wenige hundert Meter bis zur Lodge. Freundlich werden wir empfangen und den anderen 10 Gästen vorgestellt, alles Deutsche. Dann werden wir  zu unserem Safarizelt gebracht. Das Zelt ist sehr geräumig und bietet allen Komfort, den man so braucht. Die Krönung ist die Outdoordusche und WC unter freiem Himmel. Nachdem wir unser Gepäck abgestellt haben gehen wir zum Haupthaus zurück, wo wir noch etwas vom Lunch abbekommen. Ein Auflauf mit Hackfleisch und ein vegetarischer Auflauf. Beides sehr lecker.

Noch heute startet ein Bushman Walk, aber ich habe mir gestern eine Blase an der Ferse gelaufen und entscheide mich für eine Dusche und ein Nachmittagsschläfchen. Aber Stefan lässt sich das nicht entgehen.

Ich bin froh, dass ich mir die staubigen Klamotten ausziehen kann und genieße eine Dusche im Freien, herrlich. Danach lege ich mich auf das äußerst bequeme Bett und schlafe schnell ein. Nach kurzer Zeit bin ich wieder wach, mehr brauche ich auch nicht. Langsam zieht die Dämmerung auf. Ein grandioser Sonnenuntergang ist von unserer Terrasse aus zu sehen. Da kommt auch Stefan in Begleitung des Guides wieder. Er strahlt und erzählt mir begeistert, was er erlebt hat. Nun bedauere ich es doch, dass ich nicht mitgegangen bin. Aber vielleicht gibt es morgen Nachmittag ja noch einmal die Gelegenheit auf einen Bushman Walk zu gehen. Jetzt ist erst mal Dinnertime!

Es gibt Salat vom Buffet und dann wird serviert: Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch, alles sehr schmackhaft. Leider erinnere ich mich nicht mehr im Einzelnen daran was es alles war, nur, dass es als Fleisch Oryx gab und dass es mir gut geschmeckt hat.

Pech gehabt

... neue Freunde...
… neue Freunde…

Am nächsten Morgen werden wir um 5:30 Uhr geweckt. Um 6:00 Uhr starten wir den Drive und fahren zu einem Hochsitz. Von dort haben wir direkte Sicht auf ein Wasserloch. Lange müssen wir nicht warten und die ersten Kudus kommen. Es folgen Strauße, Zebras, Geier und Impalas. 3 Stunden sitzen wir dort oben und beobachten die Tiere. Dann geht es zurück zur Lodge, wo es ein ausgiebiges Frühstück gibt.
Am Nachmittag sind wir dann bei einem weiteren Drive über die riesige Farm gefahren, um Löwen zu sehen, oder vielleicht einen Leoparden. Aber außer einer Herde Springböcken und Oryx Antilopen, keine Großkatzen in Sicht. Geparden gibt es in dieser Gegend gar nicht, wegen der Löwen! Tja, da haben wir wohl Pech gehabt. Trotzdem machen wir eine Rast für einen Sundowner.

Am Abend wird draußen gegrillt. Es gibt ganze Rinderfilets mit diversen Beilagen und Windhoek Lager, oder was man sonst so trinken möchte. Leider geht morgen früh unsere Reise weiter. Dinaka ist eine schöne Lodge, sehr nette Gastgeber, nur ein wenig weit ab vom Schuss. Aber vielleicht macht gerade das den Reiz aus.
Am nächsten Morgen brechen wir nach einem ausgiebigen Frühstück wieder auf. Wir fahren nicht die gleiche Strecke zurück, sondern eine Abkürzung, auch durch schweren Sand aber nicht so lang.

Als wir nach 2 Stunden wieder geteerte Straße unter uns haben, fahren wir noch gut 100 km nach Maun. Dort checken wir in die Thamalakane Lodge ein. Maun ist ein ziemlich großer Ort mit internationalem Flughafen. Hier werden  wir morgen mal schauen, ob wir in den Geschäften etwas einkaufen können und Geld müssen wir auch noch mal umtauschen.

Die Thamalakane Lodge ist eigentlich eine wunderschöne Lodge, direkt am Fluss Thamalakane gelegen. Doch leider ist auch diese staatlich geführte Lodge ungepflegt. Auch hier hängen 30 cm lange Staubfahnen von der Decke. Nicht weniger als 5 große Spinnen teilen sich das Chalet mit uns. Die zerrissenen Moskitonetze helfen da nicht wirklich weiter. Unser kleiner Privatpool ist leider nicht nutzbar, da er total verdreckt ist, auch die Außendusche ist eine Zumutung! Als ich die Bettdecke zurückschlage, entdecke ich Make up Spuren auf meinem Kissen. Das reicht! Ich gehe sofort zur Rezeption und verlange, dass die Betten neu bezogen werden. Währenddessen gehen wir auf der sehr schönen Holzterrasse einen Salat essen. Der ist sehr gut! Das Abendessen geht so, und beim Frühstück am nächsten Morgen muss erst ein Platz für uns eingedeckt werden, die Eier kommen vor dem Toast und wären kalt geworden, wenn man sie hätte zusammen mit dem Toast essen wollen. Immerhin waren gestern die Betten neu bezogen worden. Schade, die Lodge ist sonst sehr schön.

Unsere Afrikareise geht weiter Richtung Motopi zur Leroo La Tau Lodge am Boteti River. Dann berichtet der kleine, freche Reiseblogger weiter gemeinsam mit Taschenpatin Gabriele, die aktuell die Reisebegleitung des Wellness-Bummler ist. Oder doch anders herum… 🙂 ?

 

Afrikanische Reiseberichte hat der Wellness-Bummler schon geschrieben…

Erschienen in: Afrika, Botswana

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Gabriele.

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Kommentare

Reiseblogs, Reiseblogger und Selbstfahrer Botswana | Planetenreiter.de am 10. Februar 2014 um 19:15 Uhr

[…] Reiseblog Wellness Bummler schildert mit etwas gewöhnungsbedürftiger Navigation eine Botswana Reise mit Fahrt ab Windhoek und durch die […]