#MetropoleKannJeder: Spaziergang in Bildern durch die Europastadt Görlitz

Europastadt Görlitz Zgorzelec

Vor ein paar Wochen war ich mit Familie in Görlitz unterwegs. Die Stadt hat sich bei unserem Besuch von ihrer schönsten und sonnigsten Seite gezeigt. Wir hatten uns so viel vorgenommen für den Stadtbesuch und dann haben wir uns doch einfach mal treiben lassen. Ich möchte euch einladen, uns bei einem Rundgang durch die Stadt (die von vielen Menschen glaub ich völlig unterschätzt wird) zu begleiten – sowohl auf der deutschen als auch polnischen Seite der Europastadt Görlitz Zgorzelec.

Streifzug durch Görlitz und Zgorzelec

Unser Startpunkt für einen Streifzug durch Görlitz ist unsere Ferienwohnung in der Blumenstraße. Von hier aus sind es theoretisch nur noch ein paar Schritte durch den Park und zur Brücke rüber auf die polnische Seite der Stadt – Zgorzelec. Da der europäische Gedanke hier wirklich ganz transparent gelebt wird, wurden Görlitz und Zgorzelec auch kurzerhand, schon vor einigen Jahren, zur Europastadt erklärt.

Park in der Nähe unserer Ferienwohnung in Görlitz

Park in der Nähe unserer Ferienwohnung in Görlitz – Wilhelmsplatz, links gehts zur Straßburg-Passage

 

Unser Rundgang zieht uns aber noch nicht rüber nach Polen, sondern erst einmal in die Innenstadt von Görlitz. Vorbei an ein paar Lost Places und dem Postplatz, gehts dann hinein in die historische Innenstadt von Görlitz, vorbei an Frauenkirche und Jugendstilwarenhaus. Viele der tollen alten Gebäude wurden auch schon für Filmarbeiten genutzt. Denn Görlitz wird auch liebevoll als Görliwood bezeichnet, denn Filmteams und Schauspieler gehören hier fast schon zum alltäglichen Bild. So hatten wir Glück und konnten auch ein wenig zuschauen, bei den Dreharbeiten für einen neuen Film mit Moritz Bleibtreu – der sich mit einer jüdischen Auswandererfamilie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs beschäftigt.

So wird in #görlitz gebaut.. kleine Baumängel in historischen Bauten werden einfach mit #Lego ausgeglichen… In der #europastadt gibt es wirklich viel zu entdecken… bin total begeistert #altstadt #görliwood #legostagram

Ein von SPANESS (@spaness.de) gepostetes Foto am

Lost Places auf dem Weg in die Innenstadt von Görlitz

Lost Places auf dem Weg in die Innenstadt von Görlitz

 

Wir starten am Obermarkt (hier ist auch die Tourismusinfo) und dann gehts in Richtung Untermarkt. Dabei führt der Weg schon an allerlei tollen, historischen Bauten vorbei und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken. Das älteste Bürgerhaus deutscher Renaissancebaukunst (heute befindet sich dort das schlesische Museum), altes Rathaus, Neptunbrunnen, alte Kaufmannshäuser, Braunen Hirsch (früher mal ein Gasthaus – auch Johann Wolfgang von Goethe war hier Gast), historischer Büchersaal, rüber zum neuen Rathaus und zum Flüsterbogen, dann runter zum Biblischen Haus (hier wird grad in der Straße aufwendig gebaut) bis zum Ochsenzwinger.

Am alten Rathaus in Görlitz

Am alten Rathaus in Görlitz

Neptunbrunnen mit Blick auf Rathausturm Görlitz

Neptunbrunnen (1756) mit Blick auf Rathausturm Görlitz – links Brauner Hirsch

Wunderschöne alte Kaufmannshäuser

Spaziergang Görlitz – Wunderschöne alte Kaufmannshäuser

Am Biblischen Haus in Görlitz

Am Biblischen Haus in Görlitz

Am neuen Rathaus - rechts gehts zum Flüsterbogen

Am neuen Rathaus – rechts gehts zum Flüsterbogen

 

Wir stöbern durch die Bogengänge, ziehen durch die kleinen Straßen und Gassen, zählen die Schritte auf dem Kopfsteinpflaster, schauen in kleine Hinterhöfe und bewundern die wunderschönen alten Fassaden der Häuserzeilen. Wir können uns gar nicht satt sehen an den wundervollen Eindrücken und faszinierenden Zeitzeugen dieser kleinen Stadt mit so viel Geschichte. Wir ziehen in Richtung Nikolaistraße, denn dort wollen wir einen Blick in das Jüdische Bad werfen (Führungen kostenfrei). Das  historische Jüdische Bad befindet sich unter dem Restaurant Destille in der Nikolaistraße 5/6. Es wurde durch Zufall bei Bauarbeiten entdeckt.

Im historischen Jüdischen Bad in Görlitz

Im historischen Jüdischen Bad in Görlitz

Spaziergang Görlitz mit etwas Gruselfaktor

Danach haben wir doch etwas Hunger und daher gehts ab ins Restaurant „Dreibeiniger Hund“. Während wir so auf unser Essen warten (serviert wird hier auf traditionellen schlesischen Geschirr) lesen wir uns in die etwas gruselige Geschichte zum Dreibeinigen Hund ein. Eine Sage erzählt davon, dass früher immer in der Weihnachtsnacht ein dreibeiniger Hund seinen Weg durch Görlitz angetreten hat. Bei seinem Gang bis zum Görlitzer Zwinger darf der Hund nicht gestört werden. Wer ihn stört, dem wiederfahren schreckliche Dinge… und genau das ist laut Sage einmal einer jungen, übermütigen Stadtwache passiert. Er stellte sich dem Hund in den Weg und verstarb kurz danach.

Lauschiges Plätzchen in Görlitz

Am Dreibeinigen Hund – Lauschiges Plätzchen in Görlitz

Soljanka im traditionellen schlesischem Geschirr serviert

Soljanka im traditionellen schlesischem Geschirr serviert

 

Das Restaurant Dreibeiniger Hund, befindet sich nun an der Straße (Büttnerstraße 12/13), an der der Hund seinen Weg suchte… hier sind wir auch noch ein paar Mal öfter vorbeigekommen. Dabei ist das Bild zur blauen Stunde entstanden…

Dreibeiniger Hund Görlitz

Dreibeiniger Hund Görlitz

 

Nach der Stärkung treten wir unseren Weg weiter in Richtung Nikolaifriedhof an. Dafür gehts über den Nikolaigraben in die Bogenstraße. Theoretisch könnten wir noch links abbiegen zum Heiligen Grab – doch das steht heute nicht auf dem Programm. Also laufen wir zielstrebig auf den Friedhof zu. Im Sonnenlicht wirkt der Friedhof leicht verzaubert und scheint aus einer anderen Zeit zu stammen. Verfallene Grabsteine, Gruften, Treppen und wilde Wiesenromantik bestimmen das Bild des Friedhofs.

Görlitz: Nikolaifriedhof

Görlitz: Nikolaifriedhof

Märchenhafter Nikolaifriedhof Görlitz

Märchenhafter Nikolaifriedhof Görlitz

 

Ein wenig vergessen wir wohl auf dem Friedhof die Zeit, so edel und zeitlos wirkt das Bild auf uns. Selbst die Kinder streifen zwischen den Grabsteinen umher und versuchen die Zeilen auf den Steine zu entziffern. Wie endlich einem an diesem Ort das eigene Leben erscheint. Die Nikolaikirche wird heute nicht mehr als Kirche genutzt, sondern z.B. für Ausstellungen.

Nikolaikirche am Nikolaifriedhof

Nikolaikirche am Nikolaifriedhof

 

Uns steht der Sinn nach einem Nachtisch… also gehts auf dem Rückweg zur Innenstadt in eine Bäckerei (wir konnten nicht anders, denn die Bäckerei heißt Jesus Bäckerei. Hier gabs dann auch eine Spezialität für Görlitz den Mohnstritzel (Mohnkuchen). Der war auch gar nicht so unlecker. 😉 Vor lauter Begeisterung hab ich dort tatsächlich nur gefilmt und kein Foto gemacht.

Auf gehts in Richtung Polen – über die Brücke nach Zgorzelec und zurück…

Die Kalorien wollen natürlich gleich mal wieder abgearbeitet werden. Somit führte der Weg zurück durch die Nikolaistraße, vorbei am Zwinger zur Peter & Paul Kirche um den Turm zu besteigen. 131 Stufen rauf und wieder runter haben wohl wenigstens einen Teil der vorher verzehrten Kuchenkalorien verbrutzelt.

Geförderte Gebäude in Görlitz werden gekennzeichnet

Geförderte Gebäude in Görlitz werden gekennzeichnet

 

Vom Turm der Kirche genießen wir den Ausblick über die Stadt. Die Kirche entstand im 15 Jahrhundert und wer den Turm erklimmen möchte und auch einen Blick in die Kirche werfen möchte, der muß ein kleines Eintrittsgeld zahlen. Der Blick lohnt sich aber… Ich persönlich liebe es ja immer, über eine Stadt zu schauen. Ich hatte natürlich gehofft – aufgrund der Lage der Kirche, direkt an der Neiße – dass ich vom Turm auch rüber nach Polen schauen kann. Doch das geht leider nicht. Aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen und Baufälligkeit, ist nur noch der Balkon zwischen den Türmen in Blickrichtung Görlitz geöffnet und für Gäste betretbar.

#Aussicht #view vom #Kirchturm der Peter und Paul #kirche in #Görlitz bei strahlendem #sonnenschein und #wattewolken – bis nach oben sind es Schlappe 103 Stufen – super Fitnessprogramm und der #blick auf die #europastadt lohnt sich auf alle Fälle – oder was meint ihr? #görliwood #sachsen #altstadt #vonoben

Ein von SPANESS (@spaness.de) gepostetes Foto am

 

Wieder vom Turm geklettert, geht es jetzt über die Altstadtbrücke rüber in den polnischen Teil der Europastadt Görlitz – nach Zgorzelec. Wir spazieren entlang der Neiße und genießen den Blick von der anderen Flußseite auf das niedliche, historische Görlitz. Görlitz liegt am 15. Längengrad – an diesem Längengrad wird die mitteleuropäische Zeit bestimmt. Immer mal wieder überschreiten wir auch diesen Längengrad bei unserem Streifzug durch Görlitz und Zgorzelec.

Altstadtbrücke Görlitz - Sgorzelec

Altstadtbrücke Europastadt Görlitz – Zgorzelec

Blick von der Altstadtbrücke zur Peter & Paul Kirche

Europastadt Görlitz – Blick von der Altstadtbrücke zur Peter & Paul Kirche

 

Entlang der Neiße ist bei diesem Wetter so Einiges los. Brautpaare werden fotografiert, ein Spielorgler macht Musik, Menschen sitzen in Cafe’s, Bistros und Restaurants entlang des Ufers und genießen den sonnigen Tag. Eine wirklich ganz tolle Atmosphäre. Auch auf der polnischen Seite gibt es ein paar tolle alte Bauten – z.B. das Jacob-Böhme-Haus oder auch das Kulturhaus Dom Kultury. Ich persönlich finde auch den Charme der „Lost Places“ auf der polnischen Seite besonders intressant. Hier wird viel gebaut und es ist vieles im Umbruch… das merkt man ganz deutlich. Bei einer Stadtführug erfahren wir aber später, dass sich wirklich die meisten historischen Bauten auf der deutschen Seite befinden – das ist aber historisch gesehen schon vor der Trennung der Stadt – nach dem zweiten Weltkrieg – der Fall gewesen.

Auch auf der polnischen Seite kehren wir noch einmal zum Essen ein… mit Blick auf Neiße und Peter & Paul Kirche genießen wir ein wenig polnisches Essen in einer Pizzeria, die kurioserweise gar keine Pizza verkauft. Dafür ist das Essen aber sehr lecker und vor allen Dingen auch wirklich supergünstig…

 

#instafood #foodporn #lovefood #foodlove kleines #latergram zum #Abendessen 😀 gestern ging es nämlich von #görlitz #görliwood rüber auf die polnische Seite zum #dinner an die Neiße das war ganz schön lecker und das preis/leistungsverhältnis stimmte auf alle Fälle auch… Danach sind wir noch ein wenig an der Neiße gebummelt sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite und auch noch ein wenig durch die Görlitzer Altstadt

Ein von Tanja Klindworth (@spaness_kitchen) gepostetes Foto am

 

Der Rückweg führt uns dann durch ein paar kleine Straßen und Gassen von Zgorzelec. Wir kaufen auch ein wenig im Supermarkt ein, der hier natürlich auch preislich unschlagbar ist. Mit unseren Einkäufen bewaffnet führt der Weg über die Brücke am Stadtpark zurück auf die Deutsche Seite. Es geht vorbei am Meridianstein und durch den Stadtpark zurück zu unserer Ferienwohnung in der Blumenstraße. Aber nur, um einmal die Einkäufe abzuliefern.

Übergang Europastadt Görlitz Zgorzelec

Übergang Europastadt Görlitz Zgorzelec

Stadtparkbrücke Görlitz

Stadtparkbrücke Görlitz

Stadtpark Görlitz

Stadtpark Görlitz

Europastadt Görlitz – jetzt wirds bierig-genussvoll…

Dann gehts weiter über die James-von-Moltke-Straße, vorbei an weiteren beieindruckenden Lost Places Häusern, in Richtung Landskron Brauerei. Wir machen einen Abstecher an die idyllische Obermühle. Wir streifen ein wenig am Flußufer entlang. Hier gibt es auch die Möglichkeit mit einem kleinen Ruderboot abzulegen. Auch hier gibt es ein Restaurant mit Brauerei. Wir gönnen uns hier ein kurzes Bier… ganz schön lecker…

An der Obermühle in Görlitz

An der Obermühle in Görlitz

An der Obermühle Görlitz

An der Obermühle Europastadt Görlitz

Kurze Pause an der Obermühle in #Görlitz #görliwood zur Belohnung gibt es jetzt gleich ein #Bier aus der #Brauerei hier an der Neiße das heißt hier #ghost da bin ich jetzt gleich mal gespannt 😋🍺 (tk)

Ein von Wellness-Bummler.de (@wellnessbummler) gepostetes Foto am


Danach streifen wir weiter durch den grünen Gürtel bis hin zur Landskron Brauerei. Dort soll ein Nachtflohmarkt statt finden. Doch aufgrund von Eintritt entschließen wir uns gegen den Besuch des Flohmarkts. Statt dessen erhalten wir noch Zugang direkt zur Brauerei… leider ist es schon zu spät für eine öffentliche Führung, so streifen wir einfach ein wenig durch die Verkaufsräume und lesen uns ein wenig zur Geschichte durch und testen uns durch die verschiedenen Biersorten – mit einer selbstorganisierten Bierprobe. Solche Träger mit 6 unterschiedlichen Biersorten lassen sich auch vor Ort käuflich erwerben.

Interessant: Die Brauerei wurde für den Film „In 80 Tagen um die Welt“ als Hafen genutzt.

Bierprobe in der Landskron Brauerei

Bierprobe in der Landskron Brauerei

 

Auch der schönste Tag geht aber mal zu Ende und so zogen wir mit dem Sonnenuntergang auch zurück zur Ferienwohnung. Die alten Häuser in Görlitz und besonders die Lost Places wirken im Licht der untergehenden Sonne und in der wundervollen blauen Stunde, natürlich noch einmal viel märchenhafter.

Rückweg in Görlitz zur blauen Stunde

Rückweg in Görlitz zur blauen Stunde

Lost Places Görlitz

Lost Places Görlitz

Zum Sonnenuntergang in den Straßen von Görlitz

Zum Sonnenuntergang in den Straßen von Görlitz

Lost Places in Görlitz - ich bin begeistert

Lost Places in Görlitz – ich bin begeistert

 

Wir sind restlos begeistert und werden sicherlich nicht zum letzten Mal die Europastadt Görlitz besucht haben. Schaut demnächst wieder vorbei, denn wir haben noch so Einiges über unseren Besuch in Görlitz zu berichten. 😉

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Lust auf noch mehr #MetropoleKannJeder?

 

 

Hier schreibt Tanja Klindworth


Tanja Klindworth ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des SPANESS-Wellnessmagazins. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise.

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Kommentare
  1. Schubert sagt:

    Toll.meine alte Heimat. Jetzt ist Görlitz eine Reise wert,früher wollte man nur weg vom ,, Arsch der Welt“,Entschuldigung ,so war’s halt.

  2. Tanja Klindworth sagt:

    Hallo Schubert,

    ich war zum ersten Mal in Görlitz und es hat mir wirklich sehr gut gefallen.
    Aber ich hab schon gehört, dass das eben nicht immer so war… 😉
    Um so schöner, dass sich eine Reise dorthin jetzt auf alle Fälle lohnt.

    viele Grüße
    Tanja