Wellness Bummler

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Roadtrip nach Casablanca

Der zweite Tag in Marokko startet früh mit dem Rauschen des Ozeans vor meinem Zimmerfenster, einem schnellen Frühstück und einer Busfahrt nach Asilah, einem malerisch hübschen Örtchen ca. 40 Minuten von Tanger entfernt.

Asilah – Stadt der Katzen
Asilah – Stadt der Katzen

Künstlerisches Küstenstädchen

In Asilah gibt es weniger zu tun als zu sehen – zu sehen dafür aber reichlich. Blitzsaubere Gässchen, kunstvoll bemalte Hauswände, enge Torbögen und eine gischtumspülte Felsküste. Und jede Menge Katzen: kleine Kätzchen spielend auf Hausdächern und schlafend auf Stufen, große Kater, die wie gezeichnet Eingangstore bewachen und Katzen, die sich auf der Suche nach Streicheleinheiten am Boden räkeln oder um Kaffeehaussessel streichen. Ein Paradies für Katzenfreunde wie mich! Ein paar alte Männer sitzen tratschend im einzigen geöffneten Cafe am Hauptplatz, und Kinder in Schuluniformen klettern lachend auf der Stadtmauer herum; abgesehen davon scheint aber ganz Asilah zu schlafen. Und das ist auch gut so, denn so wir können die zahlreichen Wandkunstwerke des Ortes in aller Ruhe bestaunen (und fotografieren).

Hauptstadtcharme

Weiter geht es in die marokkanische Hauptstadt Rabat, wo wir uns nach einer schnellen Stärkung das Mausoleum der verstorbenen Könige Mohammed V und Hassan II (Großvater und Vater des jetzigen Königs) anschauen – leider nur von außen, aber mit dem Säulenvorplatz dennoch sehr eindrucksvoll. Fast ebenso eindrucksvoll ist aber die Tatsache, dass es hier tatsächlich noch eine berittene Wache gibt: Zwei Soldaten, die sich auf weißen Pferden links und rechts des Einganges positioniert haben – das hat schon was, finde ich! Der Königspalast in Rabat erweist sich als eher unspektakulär: Viel mehr als ein paar recht unmotiviert wirkende Palastwachen sehen wir von außen nämlich nicht.

Eindrucksvoll: die Hassan-II-Moschee in Casablanca
Eindrucksvoll: die Hassan-II-Moschee in Casablanca

Willkommen in Casablanca

Über breite, schön asphaltierte und saubere Autobahnen fahren wir weiter nach Casablanca – insgesamt sind es etwa dreieinhalb Stunden reine Fahrzeit von Tanger bis zu der Wirtschaftsmetropole Marokkos. Was auffällt, quasi sobald wir die Stadtgrenze von Casablanca passieren: Hier geht es verkehrstechnisch definitiv anders zu als im ruhigen Tanger und auch anders als im durchorganisierten Rabat; in Casablanca wird arabisch autogefahren, es regiert das Recht des Stärkeren. Geblinkt wird nur, wenn der Fahrer wirklich Lust dazu hat, Hupen sind das Hauptkommunikationsmittel und drängeln scheint definitiv erwünscht zu sein. Sogar unser marokkanischer Tourguide sagt uns, dass er sein Auto aus Prinzip vor den Toren der Stadt parkt und mit dem Taxi weiterfährt. Zum Glück macht der Fahrstil unseres Fahrers aber einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck.

Ich schau dir in die Augen, Kleines!
Ich schau dir in die Augen, Kleines!

Ich schau dir in die Augen, Kleines

Unsere erste Station in Casablanca hat ganz viel zu tun mit dem, was wohl den meisten Leuten als erstes in den Sinn kommt, wenn sie an Casablanca denken (mich eingeschlossen): Wir besuchen den Nachbau von „Rick‘s Cafe“ aus „Casablanca“, wo sich einst Humphrey Bogard und Ingrid Bergman trafen. Die Einrichtung ist recht genau aus dem Film übernommen, die Outfits der Kellner ebenfalls, und im Obergeschoss, wo der namensgebende Film in Endlosschleife läuft, hängen Drehpläne und Notenblätter von der Filmmusik. Als dann auch noch der Manager am Piano „As Time goes by“ anstimmt, fühle ich mich definitiv in die 40er zurückversetzt. Also: wer seinem/r Liebsten in Marokko einen Antrag machen möchte: Hier ist die Romantik zuhause!

Dinner mit Meerblick im Cabestan in Casablanca
Dinner mit Meerblick im Cabestan in Casablanca

Abendessen mit Stil

Nachdem sich nun auch schon der zweite erlebnisreiche Tag in Marokko dem Ende zuneigt, machen wir uns zum Abendessen auf in das Restaurant „Cabestan“ direkt am Meer – angeblich der „Place to be“ in Casablanca. Und tatsächlich: der wunderbare Ausblick von den deckenhohen Fenstern im Obergeschoss direkt auf die Brandung lenkt fast von dem unverschämt guten Essen und den köstlichen lokalen Weinen ab. Den perfekten Meerblick gibt es im „Cabestan“ übrigens auch am… äh… Stillen Örtchen – kombiniert mit verspiegelten Wänden und einer ausgesprochen interessanten roten Beleuchtung.

Casablanca – mehr als ein Film

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Mövenpick Casablanca geht es für uns am letzten Tag in Marokko auf zu einer Stadtbesichtigung. Wir besichtigen den – leider nicht ganz so besonderen – Souk, die sehr viel eindrucksvollere Hassan-II-Moschee, die immerhin die drittgrößte weltweit und höher als der Kölner Dom ist und die Strandpromenade mit einem Meerblick, der fast so schön ist wie der vom Restaurant letzte Nacht. Der Nachmittag vergeht für mich mit dem Versuch, eine Matrix-DVD mit arabischer Schrift am Cover aufzutreiben (nervenaufreibend und unmöglich), und für meine Mitreisende Carola mit einem nervenberuhigenden (und weiterempfehlenswerten) Besuch in dem Hamam „Casa Sun“.

Das beste vegetarische Sushi gibt es in der Skybar des Mövenpick Casablanca
Das beste vegetarische Sushi gibt es in der Skybar des Mövenpick Casablanca

Skybar im Mövenpick-Hotel: Must-go

Unseren letzten Abend beschließen wir in der Skybar des Mövenpick Casablanca, wo wir uns durch sämtliche Gerichte der neuen und noch inoffiziellen Speisekarte kosten. Und ganz ehrlich: Ich habe noch nie besseres kaltes vegetarisches Sushi gegessen und warmes Sushi überhaupt noch nie. Auch die Suppen, Woks, Fruchtplatten und das frittierte „Tempura-Eis“ sind der Hammer. Dazu noch der wunderbare Ausblick über die Stadt – ich bin ganz offiziell zum ultimativen Marokkofan geworden. Ob das am köstlichen Essen, der hübschen Architektur, der schönen Küste oder dem Gesamtpaket liegt, weiß ich zwar nicht genau, aber: Ich komme mit Sicherheit wieder!

Ein ganz herzlicher Dank geht an das Hotel Mövenpick Casablanca, an Gulliver Voyages für die tolle Reiseleitung, an das Marokkanische Fremdenverkehrsamt für die schöne Routenzusammensetzung, und – last but not least, an Anne Heußner von Primo PR für die tolle Organisation und Begleitung der Reise.

Auch das ist Marokko…

Städtereise nach Tanger

 

Erschienen in: Afrika, Marokko

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Rafaela Khodai

Hier schreibt Rafaela Khodai

Rafaela Khodai ist leidenschaftliche Welten- und Wellness-Bummlerin, hat bis auf Australien schon alle Kontinente bereist und fährt ungerne zweimal ins gleiche Hotel. Sie studiert Journalismus und arbeitet als Texterin, Lektorin, Journalistin und Bloggerin. Ihre Spezialgebiete: Selbst organisierte abenteuerliche Individualreisen, gesunde vegetarische Ernährung und Gewichtsmanagement.

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