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Reiseblogger Trekking Tour Nepal – Teil 2

Dies ist Teil 2 meiner Reiseblogger Trekking Tour Nepal. Genauer gesagt: Annapurna Basecamp-Trek 14.3. – 4.4.2014… zum ersten Teil geht es hier

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Pause am See

18. März

Der Wecker klingelt um 6 h, zeitig starten wir unsere Busfahrt nach Pokhara. Der junge Busfahrer brettert über die holprige Passstraße und hinab in das grüne Tal des Trishuli-Flusses. Nach sechs Stunden Fahrzeit erreichen wir unser Ziel. Selbst vom 6. Stock unseres Hotels ist außer grünen Hügeln nichts zu sehen. Die berühmten Gipfel des Annapurna-Gebirgszuges müssen zum Greifen nah sein aber dicke Wolken verhüllen sie komplett. Wir flanieren an den nahen Phewa-See, der im Spätnachmittagslicht seidig glitzert. Bunte Ruderboote liegen am Ufer.

Gewitter und Hagel bereiten unseren verklärten Überlegungen zum Romantik-Faktor einer Bootsfahrt ein schnelles Ende. Wir verziehen uns unter die Dusche und sortieren zum x-ten Mal unsere Rucksäcke.

Der Abend wird lang. Wir sitzen in einer gemütlichen Kneipe über der Wanderkarte und gehen die Route nochmal durch. Die Spannung steigt. Angeblich hilft da ein Everest Bier. Das letzte für die nächste Zeit – Alkohol ist für mich dann in den Bergen von der Getränkekarte gestrichen, da die Höhenanpassung davon beeinträchtig wird.

19. März

5.30 Uhr – ich habe ausgeschlafen, bin zu neugierig auf die Morgenstimmung und steige zur Dachterrasse hinauf. Whou – das Rundumpanorama über den See und in die Bergketten von Dhaulagiri über Annapurna zu Lamjung ist überwältigend. Endlich richtig hohe Berge! Die Gipfel sind in rotes Morgenlicht getaucht und scheinen sich endlos von Ost nach West zu ziehen. Den höchsten Bergen der Welt so nahezu sein ohne einen Schritt getan zu haben kommt mir unwirklich vor.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Endlich Berge

Heute heißt es kräftig frühstücken. Das sollte kein Problem sein, die Versorgung ist bestens. Bratkartoffeln, Gemüse, Eier, Porridge, Obst, Kaffee und Tee… alles da. Die Porter verstauen unser Gepäck im Bus und schon ruckeln wir durch Pokhara. Für heute ist ein Streik angesagt und der Bus schiebt sich nur langsam durch die vollen Straßen. Wir verlassen das Städtchen und fahren am Ghobang Fluss entlang und schließlich über einen Pass nach Naypul, das sich auf gut 1000 m Höhe befindet.

Hier heißt es Rucksäcke satteln und in den Wandermodus gelangen.

Nach wenigen Schritten liegt das kleine Straßendorf hinter uns und wir queren über eine Hängebrücke den Modi Khola (Fluss), dem wir auf unserem Trek bis zu seinem Quellgebiet auf über 4000 m hinauf folgen werden.

Pünktlich zur Mittagszeit legt unser besonnener Guide Rishi eine Lunch-Pause ein. Wir sind uns einig: perfektes Timing. Unter dem Schatten des Lodge-Vordaches lässt es sich prima pausieren. Suppen, Kartoffeln und gebratenes Gemüse werden serviert und wir langen alle kräftig zu. Gegenüber werden die Terrassenfelder bestellt. Wir beobachten wie mühsam der Bauer und seine Frau zwei Ochsen vor den Pflug spannen und über die kleinen, steilen Terrassen führen. Da werden die Kartoffeln auf unseren Tellern gleich noch einmal mehr geschätzt.

Nach vier Stunden Wanderzeit erreichen wir unser heutiges Ziel Tirkhedhunga. Die bunte Lodge wirkt einladend, hot shower kommt bei allen gut an und wir freuen uns über den gelungenen Start unserer Trekkingreise. Am Abend gehen wir noch an den nahen Bach und sitzen auf den großen, runden Steinen, genießen die Abendsonne und plaudern. So schnell kann man sich wohl nur in den Bergen entspannen.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Meine Lodge inmitten der Berge

Rishi gibt uns nach dem Abendessen noch detaillierte Informationen zum nächsten Wandertag. Über 3000 Steinstufen sowie eine Wanderzeit von 6 Stunden stehen uns bevor. Das klingt nach einem kräftigen Tag. Unsere Trekking-Frischlinge wirken nun doch etwas nervös. Klar, beim ersten Mal fragt man sich wie man all die Höhenmeter bis an das Ziel bewältigt. Step by Step lautet unser Motto – mal sehen wie es morgen läuft.

20. März

Rishi hat einen straffen Zeitplan ausgegeben: 7.30 h Frühstück. 8.30h Abmarsch. Dabei könnten wir noch ewig beim leckeren Frühstück sitzen. Nun gut, Schlafsack, Waschzeug und diversen Kleinkram noch rasch in den großen Rucksack packen. Ein Glück, dass wir so kräftige Porter an unserer Seite haben. So genießen wir den Luxus mit einem leichten Tagesrucksack wandern zu können.

Unsere Route führt kurz abwärts, wir queren zwei Hängebrücken und blicken in sprudelnde Wasserfälle. Noch ist es schattig, aber schon bald schiebt sich die Sonne über die Bergrücken und wir schwitzen beim steilen Aufstieg. Die unzähligen Treppen zwingen mir einen klaren Rhythmus auf. Nur so komme ich kraftsparend von einer Kehre zur nächsten. Wir erreichen das Dorf Ulleri. Im Rückblick wird deutlich wieviel wir schon gestiegen sind. Das spornt uns alle kräftig an.

Welcome in himmelblau

Unter einem rot leuchtenden Rhododendron-Baum legen wir eine Trinkpause ein. Wir sind froh, dass jede von uns in ihrem Tempo aufsteigen kann und wir doch immer wieder zusammen finden. So lässt sich der steile Treppenweg am besten bewältigen. Himmelblaue Stufen sind mit großen Lettern untermalt – WELCOME ist zu lesen und wir alle fühlen uns eingeladen. Ein idealer Rastplatz in der Sonne und eifrige Lodgebetreiber dazu – hier spendieren wir uns eine Runde Dhal Bat. Ein graues Kätzchen schiebt sich an meine Beine, hungrig miaut es und fordert eine kleine Leckerei. Ob ihr der klebrige Reis schmeckt?

Der Weg führt uns in dichten Dschungel und verläuft nur noch sanft ansteigend. Wir wandern durch einen Urwald aus kräftigen Rhododendren, Eichen, Magnolien und stehen immer wieder staunend zu Füßen der Baumriesen.

An einer einsamen Lodge sammeln wir uns nochmals zu einer Trinkpause. Unser Ziel heißt Ghorepani, liegt auf 2675 m und kann eigentlich nicht mehr weit entfernt sein. Also Kräfte mobilisieren und weiter aufsteigen. Wir laufen auf ein gelbes Tor zu, Ghorepani empfängt uns mit einem Welcome. Die Snowland-Lodge liegt etwas oberhalb des Dorfes und ist bereits zu sehen. Die letzten Anstiegsmeter sind allerdings mühsam.
Snowland – ein vielversprechender Name. Zuerst überrascht uns die Lodge mit einer warmen Stube, das Feuer knistert im Ofen und sogleich sitzen wir mit einer Tasse Tee drum herum. Wir bekommen die Höhe zu spüren. Sobald die Sonne untergegangen ist sinken die Temperaturen deutlich.

Der Tag war mit 1430 m Aufstieg anstrengend und wir freuen uns auf unsere warmen Schlafsäcke. Wir wollen zum Sonnenaufgang nach Poonhill aufsteigen.

21. März

Der Wecker sollte besser zum Fenster hinaus fliegen als hier morgens um halb fünf Rabatz zu machen. Schlaftrunken schnüre ich meine Schuhe, ziehe die warme Daunenjacke an und schalte meine Stirnlampe, liebevoll ‚Hirnbirn‘ genannt ein.

Wir versammeln uns im Dunkeln vor der Lodge, in freudiger Erwartung des Sonnenaufgangs auf Poonhill. Ragip, unser langer Porter aus dem Terrai steigt voran. Seinen großen Schritten folge ich fast schon hektisch bis zum Gate. Hier heißt es Ticket lösen für den Aussichtsberg. Wir warten noch auf eine Freundin, die mit unseren schnellen Schritten nicht mithalten konnte. Eine Gruppe mit unzähligen, bis zur Nasenspitze verhüllten Japanern zieht an uns vorbei. Gemeinsam wandern wir nun in verträglicherem Tempo auf 3193 m nach Poonhill. Schon bevor wir den Gipfel erreichen zeigen sich Machapuchare und Annapurna South in kräftiges Rot getaucht. Das Morgenlicht lässt alle Sinne wach werden, pulsieren, aufnehmen und einfach nur staunen.

Diese Schönheit lässt uns alle Anstrengung vergessen.

Gemeinsam mit etwa 80 anderen Bergfans stehen wir versunken in Anbetung dieses Naturspektakels. Inmitten dieser Menschen bin ich doch allein mit diesen Bergen, mit dieser Eleganz, dieser Präsenz. Das Farbspiel aus Sonne und Wolken zieht alle in einen stillen Bann.
Die Morgensonne wärmt noch nicht und so kündigen einige unserer Freundinnen ihren Abstieg zur Snowland-Lodge an. Wir verlassen diesen verzauberten Ort und stolpern versunken talwärts. Der Weg ist eisig und erfordert Konzentration. Schließlich sitzen wir gemeinsam am Frühstückstisch, ganz ruhig und noch in Nachwirkung dieses unsäglichen Erlebnisses.

Wir rüsten uns für einen Tagesmarsch von sechs Stunden – das bedeutet ein kräftiges Frühstück und literweise Tee. Ich trete vor die Tür und blicke in die Knallfarben eines Rhododendrons sowie in die beeindruckenden Wände des Annapurna South – eine wilde Mischung. Auf geht`s nach Tadapani. Die Feinschmeckerinnen unter uns können selbstverständlich nicht an der Germany Bakery von Ghorepani vorbei. Zimtschnecken und Kekse werden in den Rucksäcken verstaut, es könnten ja mal schlechtere Zeiten kommen.

Sanft ansteigend wandern wir nach Deurali hinauf, überschreiten wieder die 3000er Marke und folgen dem langgestreckten Rücken westwärts. Der Himmel zieht sich schnell zu und wir beschleunigen unsere Schritte als im steilen Abstieg Regen und Gewitter aufziehen. Eine junge Nepali-Frau hat gemeinsam mit ihren zwei Mädchen das gleiche Ziel Tadapani, noch gut ½ Stunde Fußmarsch entfernt. Das größere Mädchen hält die kleine Schwester stetig an der Hand, zieht sie den Berg hinauf, über Stufen und Steine und hält immer wieder an um ihr eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Nach dem langen Wandertag sind wir nicht schneller als die Kinder und steigen langsam durch den strömenden Regen bergwärts. Die Kehren scheinen nicht enden zu wollen. Kurz vor dem Dorf teilen sich die Wege und kräftiges Hundegebell macht uns klar, dass wir unser Ziel gleich erreicht haben. Mountain-View und Fish-Tail-Lodge klingen verheißungsvoll. Doch wir beobachten das schnelle Ziehen der dichten Wolken, den heftigen Graupelschauer und die leuchtenden Blitze – von den Berggiganten ist heute Abend nichts mehr zu sehen. 920 Aufstiegsmeter und 1090 Abstiegsmeter sowie eine beträchtliche Wanderstrecke spüren wir in den Knochen. Der Tag war lang – also ab in die Schlaftüte.

Als Reiseblogger war ich bereits in Asien unterwegs…

 

Erschienen in: Asien, Nepal, Wellness-Bummler Erlebnisse

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

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Kommentare

++Lawinengefahr auf Trekking Tour Nepal für einen Reiseblogger++ am 1. Juni 2014 um 10:42 Uhr

[…] Trekking Tour Nepal Teil zwei […]

Trekking Tour in Nepal für den grünen Reiseblogger; Wellness-Bummler am 1. Juni 2014 um 14:28 Uhr

[…] Trekking Tour Nepal Teil zwei […]

Neni am 10. Juni 2014 um 04:50 Uhr

Wow, einfach nur wow. Mein Ziel heißt jetzt fitter werden und auf nach Nepal.

Katja Wegener am 17. Juni 2014 um 16:17 Uhr

Na das klingt doch nach einem super Plan. Die Adresse für tolle Reisebegleitung findest du ja im Bericht. Denn dank unserer tollen Taschenpatin Gudrun muss man nicht alleine reisen. Wenn man das nicht möchte 😉