Wellness Bummler

Der Reiseblog mit individuellen Reiseberichten und Erlebnisse - mit Wellnessfaktor - rund um die Welt

Die Reise geht weiter (Kapverdische Inseln Teil 4)

Entdecken und genießen

Freitag, den 22.02.

Immer und überall dabei...
Immer und überall dabei…

Der Dödeltag wird zu einem Genußtag. Nachdem wir ins Haupthaus umgezogen sind, Sr. Anteiro hat uns wirklich, wie versprochen, seine besten Zimmer gegeben, gehen wir ein Teil des Weges zurück zu Sr.Candido. Da Carla als Übersetzerin dabei ist, gibt es bei der Grogueherstellungserläuterung einen bunten Mix aus Holländisch und Creol, und seine Freude, uns das zu erklären schwappt voll über, oder war das umgekehrt, unser Interesse und unsere Freude prägt ihn? Beides, da es sich auch in der Likörfabrik wiederholt.

Wir lassen uns Zeit, und so wird die kurze Wanderung zu einem Tagesausflug. Was wohl das Thema der Tagesschau wurde? Klar: Genuss

Samstag, den 23.02.Erste große Herausforderung: die Wanderung über Mocho nach Caibros.

Carla ist ein wenig angeschlagen, war das doch ihre erste Wandertour und ihre Füße schmerzen immer noch ein wenig. Ich merke einen Gedankenfehler: Menschen, die auf Santo Antao leben müssten wandern und die Sonne gewöhnt sein. Stimmt nicht. Also heißt es, auf Carla genauso zu achten wie auf die anderen Teilnehmerinnen.

Dödeltag
Dödeltag

Ich frage sie, ob sie sich die Tour zutraue: es sei kein Problem, mit dem Gepäcktaxi mit zu fahren und in Caibros auf uns zu warten. Schließlich ist es besser, einen Tag Pause zu machen, als den Rest der Reise Malessen zu haben. Nein, sie will mitgehen.

Der Aufstieg auf über 950m fordert die teilnehmerinnen ganz unterschiedlich: Carla mit ihrem eigenen Anspruch und ihren Füßen, Hilke bei sich zu bleiben und für sich zu sorgen und Anne, Anne stampft den Berg hinauf, als föchte sie einen anderen Kampf aus. Und ich? Ich bin mit der Hausforderung beschäftigt, wie ich alle ihren Freiraum geben und doch sie alle unter einen Hut bekomme. Ach so, der Berg ist auch noch da, will bezwungen und auch noch genossen werden.

Am Pass atmen wir auf, geschafft. Der Verbindungsweg und der Abstieg kann nur noch einfach werden. Denkste, nur einfach andere Herausforderungen.

Die Terrasse bei Zeca lädt uns ein, einfach schlapp sein zu dürfen und die Tagesschau geht wohl worüber? Klar über Würdigen von Leistung.

Ein reichhaltiges Dinner weckt wieder Lebensgeister und Carla singt. Wunderbare Interpretationen von Luras schönsten Liedern. Nur ihre Stimme und den Rhythmus geklopft auf der Tischkante.

Sonntag, den 24.02. – Sich treiben lassen

Baden im Wasserspeicher
Baden im Wasserspeicher

Nun endlich der versprochene Dödeltag: Ich zeige nur das Tal nach Tenerefe, wo jede, wie sie will, sich einen schönen Platz aussuchen kann zum „Für sich sein“ und zum Entspannen.

Es kam doch anders. Wo denn der Weg weiter hoch führe, als wir am Talende angekommen sind. O.K. Ich führe sie hoch, wo wir einen Blick in das verwunschne Hoch-Tal werfen und eine gelöste Carla eine Fotosession auf einem Wasserspeicher veranstaltet und dann ein Bad in einem unten im Tal liegenden nimmt, wozu ich mich traue, leider.

Nun aber, bitte jede für sich. Das hält nicht lange, denn wir treffen, wie verabredet wieder beim Talausgang aufeinander. Kapverde macht es möglich: jede prötschelt auf der Terrasse so für sich hin. Gemeinsam und doch für sich, es geht, einfach, spielerisch und gelöst. Carla verschwindet um eine bestimmte Musik zu organisieren, von der Anne gesprochen hatte. Sie verschwindet im Haupthaus: Kapverdianer teilen.

Ich kann es überspielen und zur Abendrunde präsentieren. Rat mal, worum es bei unserer heutigen Tagesschau ging!

Beim Abendessen sind alle ein wenig unruhig und tuscheln. Carla verschwindet kurz in der Küche. Ich ahne etwas und halte still.

Montag, den 25.02. – Weitergehen

Auch ich habe ein Stück abbekommen... :-)
Auch der Wellness-Bummler hat ein Stück abbekommen… 🙂

Heute geht es zu unseren nächsten Etappe, Cha’Idgreja, heute habe ich Geburtstag und es gibt keinen Kuchen beim Frühstück. Oder doch? Carla kommt mit Zeca im Schlepptau hoch: mit einem Kuchen in der Hand. Mit Kerzen und Erdbeeren, 5 ERDBEEREN und singen „happy birthday“ auf kapverdianisch! Anne und Hilke schließen sich an und überreichen mir ein leichtes, liebevoll und kreativ verpacktes Päckchen, .SG mit Streichhölzern – Aus wenig sooo viel machen! Es sei nur ein erster Danke für all das Gute, was sie bis jetzt erleben durften.

Ich bin sprachlos und Tränen fließen. Ich hoffe, ich kann weiterhin Gutes bewirken.

Anscheinend, denn der nächste Aufstieg verläuft müheloser, die Pausen werden eingefordert und besondere Ausblicke gemeinsam geteilt. Auf jede einzelne wird geachtet und so gelangen wir nach Cha d’Igreja. Uns passierende Wanderer  erzeugen nur Bedauern, wie wenig sie von dem, was hier wertvoll ist, begriffen haben. Klar, ein bisschen lästern tut auch gut. Bei Mite, unserer nächsten Gastgeberin (die für uns ihre Schlafzimmer ausgeräumt hat) wird weiter gefeiert. Und das Thema unserer Tagesschau ist: Wertschätzung.

Abendausklang auf dem Dorplatz mit Musik und Einladung des Kioskbesitzers, einfach so.

Dienstag, den 26.02. – Nichts tun, und davon viel

Wo bin ich denn auf dem Bild?
Wo bin ich denn auf dem Bild?

Zeit für sich am Strand. Einer der 2 Strände der Insel, etwa eine Stunde entfernt, lädt zum Baden ein, aber nur bis gerade zu den Knöcheln. Für mehr ist die Brandung einfach zu heftig. Aber trotzdem schaffen wir es wieder, gemeinsam für sich zu sein. Als ich eher zurückgehen will, um sie mal allein zu lassen, schließen sich die Drei mit an. An einem schmalen Küstenweg entlang geht es nach Cruizinha zurück, einem unangenehmen Dorf, wo ich in der ganzen Zeit, in der ich über Santo Antao wandere die einzigen Kinder mit Hungerbäuchen sehe. Dabei hat das Dorf viele gute Ressourcen, die es nutzen könnte, das sagen auch andere Bewohner von Antao. Nein, sie tun es nicht. Es ist auch der einzige Ort, wo ich sehr auf meine Wertsachen achte. Vieles ist eine Frage des Focus.

Zum Abendessen malen wir gemeinsam ein Bild, was Kapverde und die Zeit hier für uns bedeutet. Es ist sehr bewegend geworden.

Ihr wollt wissen wie meine aufregende Reise – auf dem kleinen Jakobsweg – weiter geht? Dann lest hier in den nächsten Tagen Teil 5 meiner Reise zu den Kapverdischen Inseln. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meiner Patin Dagmar für den interessanten Bericht, die vielen tollen Bilder und die wahsinnig tollen Eindrücke.

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Oder schaut euch auch meine Kapverden-Reise-Berichte 1 – 3 an:

Erschienen in: Afrika, Kapverdische Inseln

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Dagmar Thiel.

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Kommentare

Reiseblog am 11. April 2014 um 18:12 Uhr

Hallo lieber Wellness-Bummler,
ich hätte Dich wohl doch auf die kapverdische Wüsteninsel Boa Vista mitnehmen sollen, nachdem Du bisher nur die grünen Inseln der Kapverden kennen gelernt hast. 😉
Liebe Grüße vom
Fernwehblog.net