Von Burgen & Schlössern: Auf der Plassenburg

Plassenburg Kulmbach

Hoch über der kleinen Stadt Kulmbach in Bayern thront die Plassenburg. Eigentlich war für den Besuch – im Rahmen unserer Reise auf der #Burgenstraße – nur eine Stunde eingeplant – warum es dann viel länger gedauert hat und warum die Führung danach auch einfach noch mal flott weiter ging, verrate ich euch in diesem Artikel.

Plassenburg: Eine Burg und vier Museen

Die Burg können wir schon unten aus Kulmbach erblicken. Mit dem Bus (Bushaltestelle/Abfahrt vor der Stadthalle) fahren wir aus Kulmbach hoch zur Plassenburg – die einfache Fahrt kostet um die 2.- Euro. Also durchaus erschwinglich… wer mag, kann natürlich auch rauf zur Burg laufen. Da wir schon ein paar Schritte an diesem sonnigen Tag gelaufen sind und zusätzlich auch etwas spät dran sind, wählen wir die Fahrt „hinauf“ mit dem Bus. Rund sieben Minuten später biegt der Bus auch schon durch das schmale Tor direkt auf den Burghof.

Plassenburg Kulmbach

Plassenburg Kulmbach

Eine letzte Anhebung müssen wir dann aber doch noch zu Fuß beschreiten. Oben auf der Burg wartet Kastellan Harald Stark (der übrigens sogar dort oben auf der Burg wohnt inklusive seiner zwei Burgkatzen) samt Kollegin Susanne auf uns. Das Museum ist in vier verschiedene Bereiche aufgeteilt:

Die Museen können jedes für sich besucht werden und natürlich hat der Besucher auch die Möglichkeit ein Gesamtticket für alle Museen zu erwerben – für schlappe 7.- Euro pro Person; Kinder zahlen weniger. Zu Beginn unserer Führung ist uns noch nicht klar, dass wir die Burg nicht, wie geplant, um 16 Uhr wieder verlassen werden… um zu Fuß ins Städtchen Kulmbach zurückzukehren. Doch dazu später mehr…

Zusatzinfo: Als Kastellan bezeichnet man übrigens Aufsichtspersonen für ein Schloss, Burg oder ein Palais.

Wir beginnen unseren Rundgang mit dem Landschaftsmuseum Obermain. Hier erfahren wir viel über die Burg und vor allen Dingen auch über die Region. Die Burg wurde bereits 1135 zum ersten Mal erwähnt und zum Teil wurde diese Burg direkt in den Felsen gehauen. Wir sind sehr beeindruckt. Im Museumsteil Hohenzollern erfährt der Besucher eher etwas über das Höfische Leben: Einrichtung, Wohnräume, Bräuche etc. Das Armeemuseum zeigt die größte Sammlung altpreußischer Militaria zwischen 1700 bis ca. 1800. Wir laufen von Raum zu Raum, durch viele Gänge, Treppe rauf, Treppe runter, landen in Türmchen, in einer Kapelle (zufällig sogar bestetzt mit einem Organisten) und plötzlich draussen auf einem Balkon… bis wir nach einer Weile durch eine Tür schreiten, nach der wir uns laut Historiker, Burgführer und Burgbewohner Harald Stark in Afrika befinden.

Museum in der Plassenburg

Museum in der Plassenburg

Zeitzeugen auf der Plassenburg

Zeitzeugen auf der Plassenburg

Nachstellung Wohnräume auf der Plassenburg

Nachstellung Wohnräume auf der Plassenburg

Die Orgel in der Kapelle der Plassenburg

Orgel in der Kapelle der Plassenburg

Faszination Zinnfiguren-Museum

Hinter besagtem Afrika verbirgt sich das Deutsche Zinnfigurenmusum mit rund 150 Einzeldioramen – Schaubilder mit den unterschiedlichsten Zinnfiguren und Szenen.

Früher sind die meisten Besucher hauptsächlich wegen dem Zinnfigurenmuseum auf die Burg gekommen. Doch das hat sich start gewandelt, in Zeiten von Videospielen und Plastikspielzeug haben die Zinnfiguren wohl an Bedeutung verloren – fasst der Kastellan zusammen.

Jetzt mal ganz ehrlich, was stellt ihr euch unter einem Zinnfigurenmuseum vor? Ich persönlich denke da erst einmal an das Märchen vom Zinnsoldaten und somit stelle ich mir also Zinnfiguren vor, die verschiedenste Kriegsszenen vorstellen. Aber Afrika? Nun gut, denke ich so bei mir, auch dort haben ja Schlachten statt gefunden.

Tatsächlich sind im Zinnfiguren-Museum auch Schlachten aufgebaut, doch auf mich geht von ganz anderen Bildern eine Faszination aus. Denn es gibt auch zahlreiche Szenen mit Dschungeltieren, Zooanlagen, Wüstenleben, Jagd, Märchen, Nachstellung bekannter Gemälde u.v.m. Bei der Zinnfigurensammlung auf der Plassenburg handelt es sich um die größte Zinnfigurensammlung auf der Welt – über 300.000 Einzelfiguren, denen durch die verschiedensten nachgestellten Szenen tatsächlich Leben eingehaucht wird. Begibt man sich auf Augenhöhe mit den einzelnen Szenen, so verschmelzen die Figuren fast mit dem Hintergrund und es entstehen wunderschöne Panorama-Ansichten. Gegründet wurde die Sammlung bereits 1929.

Besonders Kinder können sich für die Sammlung begeistern. Die Zinnfiguren-Bilder regen die Fantasie an und laden zu Abenteuer- und Entdeckungsreisen ein – auch mal ganz ohne Spielekonsole. 😉 Unserem Nachwuchs hat es im Land der Zinnfiguren übrigens am allerbesten gefallen…

Ausstellungsräume Plassenburg Kulmbach

Ausstellungsräume Plassenburg Kulmbach

Eine Geheimtür führt zu Geistern, Hexen & Vampiren

Nach den Zinnfiguren nahmen wir eine Abkürzung durch eine Geheimtür – auch so etwas ist natürlich absolut etwas für den Nachwuchs. Wir landeten kurz vor Museumsschließung noch in der Sonderausstellung Geister, Dämonen, Hexen & Vampire.

Ruckzuck wurden so kurzerhand mal aus der angedachten Führung von rund einer Stunde – drei Stunden. Wir haben sehr viel erfahren, nicht nur über die Plassenburg, sondern eben auch über die vergangenen Burgherren. Zu unserer großen Freude sollte die umfangreiche Gästeführung hier aber noch nicht zu Ende sein, denn der Kastellan lud uns ein, eine kleine Rundfahrt durch die Umgebung zu starten.

Interessante Zusatzinfo: Auch Trauungen und Feierlichkeiten können auf der Plassenburg durchgeführt werden. Wie wäre es z.B. mit einer Hochzeit in der wunderschönen kleinen Kapelle und den Feierleichkeiten später im Hof und im stimmungsvollen Festsaal.

Gesagt getan… erst einmal wurden die beiden Katzen versorgt, ich schoss noch ein paar Bilder vom feiernden Kulmbach (das geht von da oben natürlich hervorragend) – Musik dröhnte vom Kulmbacher Stadtfest hoch zur Burg – und dann düsten wir mit dem Auto von Herrn Stark den Burgberg wieder hinunter – natürlich nicht ohne noch einmal einen verträumten Blick auf die Plassenburg zu werfen. Dann brausten wir auch schon aus der Stadt… auf der Suche nach noch mehr Entdeckungen…

…und die sollten wir auch finden!

Auf Wiedersehen Plassenburg

Auf Wiedersehen Plassenburg

#Blick von der #Plassenburg auf #Kulmbach an der #Burgenstrasse in #Bayern #Franken – unsere #burgführung hat jetzt 3 Stunden gedauert… Und war sehr interessant. Nun geht es mit unserem Gästeführer spontan etwas „über Land“ und dann mal sehen… 😉 in Kulmbach ist heute auch noch Stadtfest… Vielleicht landen wir da ja auch noch… 😂😁 wer weiß… #instatravel #cloudporn #wolken #himmel #castle #view

Ein von SPANESS (@spaness.de) gepostetes Foto am

Von Tanzlinden, noch mehr Schlössern und einer Burganlage im Tal

Ich bin so viel auf Reisen, doch es gibt immer wieder Dinge (selbst in meinem Heimatland Deutschland) die ich noch nicht kenne – dazu gehörte bis vor ein paar Tagen auch die „Tanzlinde“.

Auf eine Tanzlinde stießen wir bei Peesten. Bereits seit über 300 Jahren steht im alten Ortskern von Peesten (bei Kulmbach) eine in Würfelform gedrückte Linde. Sie gilt als einzigartig in Europa. Man stelle sich eine solche Tanzlinde bitte wie ein übergroßes Baumhaus vor. Mindestens einmal pro Jahr wird auch tatsächlich in diesem Baumhaus getanzt. Auch heute tragen die Tänzer dabei noch eine Art alte Tracht – Hüte verziert mit Blumen, weiße Hemden, dunkle Hosen, Trachtenkleider. Bier gibt es aus einer Gießkanne und die musikalische Begleitung kommt von einem Akkordeonspieler inklusive auch mal von einer Kapelle.

Die Tanzlinde

Die Tanzlinde

Auf der Tanzlinde

Auf der Tanzlinde

Alleine der Anblick der Linde zauberte schon einen gewissen Glanz in meine Augen – ich war wirklich entzückt. Besonders als ich hörte, dass diese besagten Tanzlinden auch an anderen Orten zu finden sind – eine ganz wundervolle Idee. Ob ich das wohl auch mal bei uns im Heimatdorf vorschlagen darf. 😉

Noch immer ganz verzaubert von der Linde fuhren wir dann weiter zu ein paar alten Mühl- und Bauernhäusern… und natürlich noch zu einigen Schlössern und Burgen, die auch in der Region zu finden sind – z.B. das Schloss Thurnau, welches aktuell als Hotel fungiert, Schloss Steinenhausen welches heute ein Amt beherbergt oder auch eine Burganlage am Fuße eines Berges (eine echte Kuriosität, wenn man bedenkt, dass Burgen doch zur Verteidigung gedacht waren… am Fuß eines Berges hat sie da irgendwie den Zweck verfehlt).

Nach einem wirklich erlebnisreichen Tag – der ganz anders verlief als vorher gedacht (ich mag so etwas ja) landeten wir dann gegen 22 Uhr wieder in Kulmbach. Kurz überlegten wir, ob wir dem Stadtfest noch einen Besuch abstatten sollten – entschieden uns dann aber dagegen. Genug Eindrücke für einen Tag…

Schloss (Hotel) Thurnau

Idyllisch – Schloss (Hotel) Thurnau zum Sonnenuntergang

 

Ich wurde bei meiner Reiseplanung und Umsetzung von der Burgenstraße e.V. super unterstützt. Vielen Dank für die tollen Ideen, den umfangreichen Ablaufplan und die super Zusammenarbeit. Die Plassenburg war auf meiner Tour ein echtes Highlight. Das Leben lebt „eben auch besonders“ von Begegnungen & unvorgesehenen Ereignissen… und die spontane Informationsflut mit Kastellan Harald Stark hat uns großen Spaß gemacht!

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Noch mehr interessante Standtorte und Geschichten von unserer Reise auf der Burgenstraße:

 

 

Hier schreibt Tanja Klindworth


Tanja Klindworth ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des SPANESS-Wellnessmagazins. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise.

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