Wellness Bummler

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Pilgern der anderen Art auf dem Jakobsweg

Pilgern ist ja nichts ganz Neues für den kleinen, grünen Reiseblogger. Doch wenn sich ein Reiseblogger auf den Weg macht, eine Pilgerherberge zu betreuen, dann ist das doch pilgern der anderen Art.

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Die Jakobsmuschel symbolisiert den Weg nach Compostella

 

Frankreich ich komme

Vielen Menschen ist der Jakobsweg sicher ein Begriff. Etliche sind ihn wahrscheinlich auch schon gepilgert, komplett, also von Le Puy in Frankreich nach Compostela in Spanien. Als ständiger Begleiter und Wegezeichen ist die Jakobsmuschel schon von weitem sichtbar. Sonnenstrahlen gleich führen die einzelnen Wege auf das Ziel, Compostela zu.

 

Kleine Etappen mit besonderem Charme

Es existiert ja nicht nur der große, bekannte Hauptweg, sondern viele, aus den verschiedensten Richtungen auf die Pyrenäen zulaufenden kleine Jakobswege. Von Vezaley aus führt einer dieser kleinen Pilgerwege, der Voie de Vezelay. Auf eben diesem bietet die Jakobsgesellschaft Vezelay, mit teilweiser Unterstützung der fränkischen Jakobsgesellschaft Würzburg drei Herbergen an. In diesen arbeiten im 14 Tage Rhythmus Ehrenamtliche als Herbergseltern. Die Erfahrungen dieser Menschen wollte ich als Reisebloggender Wellness-Bummler, selbst einmal erleben und habe mich auf den Weg nach Bouzais gemacht, einem kleinen Weiler, mit 258 Einwohnern.

 

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Weithin sichtbar Vezeley, Ausgangspunkt der Pilger

Vom Stall zur Miniherberge

Die kleine Herberge am Ufer des Loubiere hat einen ganz besonderen Charme. Ein ehemaliger Stall wurde aus- und umgebaut zu einer Miniherberge mit 5 Schlafplätzen. Die Pilger können sich telefonisch anmelden und ab 16 Uhr Quartier beziehen.

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… unsere Pilgerherberge…

 

Reiseblogger Erlebnisse als Herbergseltern – mein persönliches Tagebuch

Am Dienstag sind wir angereist. Über eine traumhaft schöne Strecke, durch wogende Getreidefelder, auf deren Oberfläche der Wind silbrig glänzende Wellen produziert, herrlich gelb leuchtende Felder mit unzähligen Sonnenblumen, deren französischer Name Tournesol übersetzt soviel wie „Zur Sonne drehen“ heißt, weil sich die Blütenköpfe immer wieder nach der Sonne ausrichten, ging es in Richtung Bouzais, einem kleinen, winzigen Ort fast in der Mitte Frankreichs. Dort erwartete uns eine Dame aus Schottland, die bis zu diesem Tag die Pilger betreut hatte. Sie war schon recht frustriert, hatte es doch während ihres gesamten Aufenthaltes nur geregnet und folglich blieben auch die Pilger aus. Während der Übergabe aller Dokumente und Informationen tauchte plötzlich aus heiterem Himmel der hiesige Bürgermeister mit zwei jungen Polizisten auf und mit den dreien auch die Sonne.

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Pilgern in Frankreich der anderen Art

Zauberhaft, wie sich plötzlich alles aufheiterte. In den Pfützen spiegelten sich die leise im Wind rauschenden Bäume, die Frösche begannen zu quaken und alles wirkte sofort fröhlich. Die beiden Polizisten wurden kurz vorgestellt und erhielten vom Chef die Ansage, hier an der Herberge einfach täglich mal vorbeizuschauen und evtl. Hilfe anzubieten. Es war ein komisches Gefühl, so direkt neben einem Polizisten zu stehen, der seine Dienstwaffe in Reichweite für mich an der Seite trägt. Für mich bedeutete das ein sicheres Gefühl, denn sollte es tatsächlich Probleme geben, Hilfe war ja da…

Also konnte nichts passieren. Auch der betagte Nachbar Gerard tauchte auf, um alle kurz zu begrüßen und vor allem, weil er wissen wollte, wieso die Polizei bei uns zu Gast war. Er wurde sofort informiert und von uns eingeladen, sich am späteren Nachmittag auf einen kleinen Feierabendtrunk sehen zu lassen.

Polizei und Bürgermeister verabschiedeten sich, der Nachbar verschwand in seinem Garten – allerdings mit dem Versprechen, dass wir am Abend einen Kopf Salat bekommen sollten – und unsere schottische Vorgängerin fuhr mit ihrem geleasten Auto in Richtung Tours, wo sie ihren Mann treffen wollte.

Da für diesen ersten Tag noch keine Anmeldung zur Übernachtung anstand, konnten wir uns Zeit nehmen zum Einrichten und Organisieren unseres Tagesablaufs.

 

Checken, räumen, einkaufen

Erste Amtshandlung: Räumen und Reinigen des Kühlschranks. Wenn so viele Menschen immer wieder Lebensmittel in einem solchen Gerät kühlen, es aber nicht täglich gewartet wird, dann kann man sich das Geruchskonglomerat in diesem bildlich vorstellen. Also wurde alles Abgelaufene entsorgt und das Gerät mit Essigwasser gründlich ausgewaschen. Die Betten waren bereits frisch bezogen und das Bad geputzt. Die Vorräte noch schnell überprüft, die Anmeldeliste gecheckt und anschließend zum Einkaufen nach St. Amand Montrond gefahren, ein ca. 5 km entfernt gelegenes Städtchen.

Auch hier geht es beschaulich zu. Viele kleine Restaurants, Cafés, Geschäfte, aber auch 3 große Supermärkte am Stadtrand bieten jede Menge Möglichkeiten zum Einkauf, Essen und entspannten Verweilen. Hier konnten wir die benötigten Vorräte auffüllen umso vorbereitet zu sein, bis die ersten Pilger ankommen. Nach der Rückkehr konnten wir noch einige, gemütliche, entspannte Stunden in warmer Sonne genießen. Bei einem leckeren Glas Rotwein wurden erste zaghafte Kontakte mit Nachbar Gerard geknüpft. So ein freier Abend ist doch auch schön. Auch wenn mir persönlich erste Pilgererfahrungen lieber gewesen wären.

Doch was nicht ist, wird sicher kommen. Die nächsten Tage meines Reiseblogger-Tagesbuchs aus der Pilgerherberge folgt.

Meine komplette #BloggerPilgern Reise auf dem Via Sacra könnt ihr hier nachlesen:

 

Erschienen in: Europa, Frankreich, Wellness-Bummler Erlebnisse

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Moritz Markulin

Hier schreibt Moritz Markulin

Moritz Markulin ist das neuste Mitglied im Team des Wellness-Bummlers. Neben den Bereichen Reisen und Wellness sind der technische Lifestyle, Sport und Beauty für Männer hoch im Kurs bei dem jungen Reiseblogger.

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Kommentare

Reiseblogger Pilger Tagebuch als Herbergseltern am 16. Oktober 2014 um 16:05 Uhr

[…] In der Nacht allerdings war das nur wenige Stunden andauernde schöne Wetter, vom Vortag wieder vorbei.Was passiert war, lest ihr bei “Pilgern der anderen Art auf dem Jakobsweg in Frankreich” […]