Wellness Bummler

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Odenwald-Wellness: Keine Spur von Langeweile

Vor noch gar nicht so langer Zeit war ich im Odenwald in Baden Württemberg unterwegs. Mein Auftrag – der Frage auf die Spur gehen „Was ist eigentlich Odenwald-Wellness?“ Zwei Berichte dazu wurden schon veröffentlicht…  hier folgt jetzt der dritte und letzte Bericht meines wirklich überaus interessanten Wellness-Streifzugs durch diese Region.

Einfach nur fallen lassen… Odenwald-Wellness?!

„Du musst einfach nur springen.“ Diese Aufforderung läuft völlig entgegengesetzt zu dem, worauf der Mensch programmiert wurde – nämlich zu überleben! Ich stehe auf einer kleinen hölzernen Plattform und blicke in 15 Meter Tiefe. Auf der anderen Seite der Schlucht wartet Klaus auf mich, um mich in Empfang zu nehmen. Mein Helm auf dem Kopf und der Gurt um meinem Körper schaffen es nicht 100%ig meine Todesangst zum Schweigen zu bringen. Doch was soll ich tun. Ich stehe hier oben, bin bereits in die Seilbahn eingehängt und die Andern warten schon. Mit den Gedanken „Ach scheiß drauf“ trete ich den Schritt ins Leere und merke, wie der Boden unter meinen Füßen verschwindet, ich in das Seil falle und auch schon auf dem halben Weg nach unten bin. Mein ganzer Körper kribbelt und als ich realisiert habe, dass ich nicht sterben muss, bringt die schnelle Seilbahnfahrt über die kleine Schlucht mächtig viel Spaß. Auf der anderen Seite angekommen nimmt mich Klaus in Empfang und befreit mich von der Rolle. Mit zitternden Händen nehme ich meine Sicherungshaken und mach mich auf den Weg zurück.

Pressereise Odenwald 2015_eventure Gruppenfoto_von Christine Lendt Kopie_neu
Pressereise Odenwald 2015 eventure Gruppenfoto (von Christine Lendt)

Im eventure park von Klaus und Gerhard befinden sich insgesamt 50 Hochelementen zwischen 3 und 15 m Höhe. Drei von den Elementen bilden den Rückweg über die Schlucht. Wenn man mag, kann man aber auch den Fußweg zurück antreten – ja, ich mag. Neben dem Hochseilgarten haben die Jungs hier auch noch jede Menge andere Abenteuer zu bieten. Der gelernte Pädagoge und der Schreiner organisieren professionelles Teamtraining, Kanutouren und viele weitere Erlebnispädagogischen Programme. Der Unterschied zu einem normalen Hochseilgarten ist nämlich der, dass immer mindestens ein Begleiter dabei ist – hier wird niemand allein gelassen mit seinen Ängsten und Zweifeln.

Nach meiner sicheren Rückkehr in das urige Kellergewölbe der eventure Herren, nehmen alle „Überlebenden“ eine kleine Stärkung zu sich in Form von Kaffe aus goldrandverzierten Porzellantassen und selbstgebackenen Weihnachtskeksen – wer hätte das bei diesem Männerhaushalt gedacht.

Winterwellness - Winterreise in den Odenwald
Winterwellness – Winterreise in den Odenwald – kleine Stärkung bei Plätzchen und Kerzenschein

Schnitzeljagd durch den Odenwald

Dann geht es auch schon direkt weiter zum nächsten Abenteuer: Geochaching. Mein ersten Mal. Ausgestattet mit Stirnlampen (die Dämmerung hat bereits eingesetzt), einem GPS Gerät und den ersten Koordinaten geht es auch schon los. Es müssen Liedtexte entschlüsselt werden, Dinge, die man nicht essen kann, gefunden werden und Zeichen verfolgt werden – gar nicht so einfach in einem fremden Gelände bei Dunkelheit. Immerhin hat meine Gruppe noch den zweiten Platz belegt (von insgesamt zwei Gruppen). Die Siegermannschaft war aber so nett und hat den Schatz mit uns geteilt: zwei Schnäpse aus dem Odenwald und ein Rotwein.

Ich habe eine Erleuchtung - Geocaching ins gar nicht so einfach...
Ich habe eine Erleuchtung – Geocaching ist gar nicht so einfach…

Gepusht vom Adrenalin, das noch durch meine Andern rauscht, lassen wir den angebrochenen Abend sportlich ausklingen beim Kontrastprogramm: Eisstockschießen und Minigolf im Inputt in Mosbach. Sicher und fest mit beiden Beinen auf dem Boden nehme ich die sportliche Herausforderung an. Hier wird kein Eis verwendet (viel zu hohe Energie Verschwendung), sondern eine Bodenbeschichtung, die dem Eis sehr ähnlich ist. Ich nehme einen Stock hoch und bin erst mal überrascht, wie schwer der ist. Dann versuche ich das schwere Ding von mir zu werfen in die Nähe der zu erreichenden „Daube“. Okay, der erste Versuch war nicht so der Bringer. Beim nächsten Mal nehme ich mehr Schwung. Eine Sportart, die Spaß macht, aber mich nicht allzu lang fesseln kann. Viel lieber probiere ich noch das Nachtminigolf aus. Bewaffnet mit einem leuchtenden Ball, einem Schläger und einer Tasse Glühwein nehme ich die erste Bahn in den Angriff. Hier sieht es ein wenig anders aus, als auf anderen Anlagen. Die Bahnen wurden von dem Team selbst entworfen und gebaut. Inputt ist übrigens ein Integrationsbetrieb der Industrie Service Odenwald GmbH sowie einer diakonischen Integrationsfirma und schafft Arbeitsplätze für psychisch kranke und behinderte Menschen.

So ein besonderes Firmenkonzept kann natürlich nicht irgendwo stehen. Die Anlage ist auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände erbaut worden. So verteilen sich die 18 Bahnen in dem schick angelegten Gelände und es gilt, kreative Elemente zu bespielen und spannende Herausforderungen zu meistern. Gar nicht so einfach, die Hindernisse zu umspielen. Es erinnert schon fast ans „richtige Golfspielen“.

Odenwald-Wellness im „Wunder-Wasser“

Der letzte Tag der Reise ist angebrochen. Nach dem straffen, aber auch sehr schönen Programm wache ich am letzten Morgen der Reise auf und bin auch nach dem ausgiebigen Frühstück mit frischem Omelette und Waffeln immer noch kaputt. Doch ich denke mir, was soll’s – denn ich weiß, ab jetzt wird es entspannend. Der Odenwald ist nicht nur was für Fahrradfahrer, Wanderer, Feinschmecker und Adrenalinjunkies – er ist auch Wellness pur.

Im Odenwald wird u.a in Bad Wimpfen und in Bad Rappenau Sole gefördert. Die heilende Wirkung der Sole ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Nicht ganz so lange, aber doch immerhin seit Ende des letzten Jahrhunderts, genießt man diese Wohltat nun auch im RappSoSie, dem Sauna- und Soleparadies, in Bad Rappenau.

Bildquelle: RappSoDie
Bildquelle: RappSoDie

Wie so oft im Leben kommt es nicht auf die äußeren Werte an. Lässt man das Design des von außen unattraktiv wirkende 70er Jahre Baus hinter sich, taucht man ein in die Welt des wohltuenden Salzes. Das Wasser ist angenehm warm und meine Lippen schmecken bereits nach nur wenigen Schwimmzügen salzig. Der natürliche Auftrieb macht es einem besonders leicht, seine Bahnen zu ziehen. Beflügelt von dem wohltuenden Wasser beschließe ich kurzfristig, mich der Aquagymnastik Gruppe anzuschließen. Mit Unterwasser-Gewichten reihe ich mich in die Gruppe der Rentner ein und mache die Übungen nach, die uns ein motiviertes Mädel am Beckenrand vorturnt. Es heißt, dass die Sole nicht nur bei Rheuma-, Atemwegs- und Hautkrankheiten hilft, sondern durch das darin enthaltene Lithium stimmungsaufhellend ist, Magnesium Herz- und Kreislauf stabilisiert und Stressbelastungen mindert und Selen-Zink den Stoffwechsel fördert und das Immunsystem stärkt.

Nach den 20 Minuten Sport in dem „Wunder-Wasser“ beschließe ich, dass ich mir mein ausgiebiges Frühstück abtrainiert habe und es nun Zeit für echte Entspannung ist. Das Bad an sich mag schon etwas in die Jahre gekommen sein, doch der große Saunabereich erstrahlt im modernen Design. Kennt man das RappSoDie noch nicht, ist man anfangs von dem großen Angebot etwas überfordert. Hier gibt es neben einen umfangreichen Spa-Menü mit vielfältigem Massageangebot u.a. eine finnische und isländische Sauna, Dampfbädern, Ruhe- und Meditationsräumen, Erlebnisduschen, Kaminsauna, Afrikahaus und einen Saunagarten mit Kelo-Saunahaus, Panorama-Sauna mit Naturbadeteich, Salzstollensauna und Warmstrudelbecken. Ich entscheide mich für die Salzstollensauna, um auch hier noch mal die wohltuende Wirkung, des weißen Golds zu spüren. Nach 15 Minuten schwitzen ziehe ich mich zurück in den Mediationsraum. Während ich so auf der Liege mit den beheizten Steinen liege, ein exklusives Wellness-Getränke genieße und hinaus in den grünen Garten Blicke denke ich mir: Das Leben könnte schlimmer sein.

Ein Bad im Champagner
Ein Bad im Champagner

 

Das Programm hat sich nicht nur vielversprechend angehört, sondern auch letztendlich sein Versprechen mehr als gehalten. Vielen lieben Dank an Tourismus Baden-Württemberg, an die Touristikgemeinschaft Odenwald e.V. (TGO) sowie an den Busfahrer Gernot Grimm für die schönen und erlebnisreichen Tage!

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Hier geht es auch noch zu meinen weiteren Odenwald-Erlebnisberichten

 

 

Erschienen in: Baden-Württemberg, Deutschland, Europa

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Maike Doege

Hier schreibt Maike Doege

Genuss und Reisen sind die Leidenschaft von Maike. Eine gute Mischung. Daher gehört Maike seit Sommer 2015 zum Wellness-Bummler-Redaktionsteam. Maike lässt sich gern begeistern von Menschen, die mit viel Herzblut und Leidenschaft bei der Sache sind. Food & Travel heißt ihre Devise, die sie übrigens auch als freie Redakteurin hauptberuflich auslebt.

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