Odenwald im Dezember – Genuss, Kultur und Aktion statt Winterwunderland

Schokolade und Wein – eine genussvolle Verbindung

Der Bus schlängelt sich auf den kleinen Straßen hinauf, um hinter der nächsten Kurve gleich wieder hinab zu brausen. Sanfte Hügel mit saftigen Wiesen werden abgelöst von dichten Mischwäldern.

Durchzogen wird die Landschaft von leichten, aber stetigen Regentropfen, die sich auf der Fensterscheide zusammenschließen, um auf ihren eigenen Straßen an der Scheibe hinunterzufließen. Der Regen gepaart mit der grünen Landschaft verleihen der Szenerie keine sehr weihnachtliche Stimmung. Dabei sind es nur noch eineinhalb Wochen bis zu den Festtagen – doch vom Winterwunderland im Odenwald keine Spur. Die Stimme unseres Busfahrers Gernot Grimm witzelt, dass diese Region hier auch Badisch Sibirien genannt wird. Um den Namen alle Ehre zu machen, befinden sich deshalb vermutlich auch überall riesige Tannenbaumplantagen. Ich bin aber nicht hierher gekommen, um mir einen Weihnachtsbaum zu kaufen, sondern um den Odenwald im Winter zu entdecken und das geht ganz wunderbar auch ohne Schnee.

Dieses Wochenende bin ich im #Odenwald unterwegs. Laut Programm warten jede Menge #genussvolle Momente auf mich – ich bin gespannt! (md) #wirsindsuden #tmbw #wellness #neunkirchen

Ein von Wellness-Bummler.de (@wellnessbummler) gepostetes Foto am

 

Der Odenwald – wo liegt der noch einmal?

Der Odenwald – bis jetzt noch ein blinder Fleck auf meiner Landkarte. Bevor die Wochenendreise beginnt, schaue ich mir also erst einmal auf der Karte an, wo sich diese Region überhaupt befindet: sie erstreckt sich von Bad Wimpfen, entlang des Neckars bis Neckargemünd kurz vor die Tore Heidelbergs. In nördlicher Ausrichtung reicht der Odenwald bis Buchen / Walldürn hinein und Richtung Osten bis Osterburken bzw. Ravenstein. Gar nicht mal so klein das Gebiet – kein Wunder, dass sich mein Programm für die Reise so abwechslungsreich liest, wie die Natur ist, die an meinem Fenster vorbeizieht.

Rund eine Stunde dauert die Fahrt vom Heidelberger Bahnhof zum NaturKultur Hotel Stumpf in Neunkirchen, meine „Basisstation“ für die kommenden Tage. Von hier aus geht es zu den Programmpunkten: Schokolade, Kultur, Aktion und Wellness. Das klingt schon mal sehr vielversprechend.

Das Beste kommt für mich zuerst – Genuss-Wellness!

Ich mag Wein. Ich mag Schokolade. Die besten Voraussetzungen für ein gelungenes Wein und Schokoladen Seminar in der Schell Schokoladenmanufaktur in Gundelsheim. An einem gedeckten Tisch stehen blank polierte Gläser bereit, um befüllt zu werden. Die glänzenden Schokoladenstücke und Pralinen sind aufreizend auf den Tellern arrangiert und warten darauf, von mir verspeist zu werden.

Schokolade!

Die etwas andere heiße Schokolade

Die etwas andere heiße Schokolade

Schon allein das Wort weckt eine verheißungsvolle Begierde meiner Geschmacksnerven. Die Konditorin Jutta Schell-Haaf schaut in unsere verlangenden Blicke und serviert uns zügig unsere erste Leckerei: die Trinkschokolade Inkagold Pur in einer Espressotasse. Das dunkelbraune Getränk mit seinem leicht würzigen Duft hat nichts mit der Standard-Heißen Schokolade aus dem 08/15 Cafe gemeinsam. Beim Ansetzten der Tasse umschließt die dickflüssige Schokolade die Lippen und fließ langsam die Zunge hinunter. Die vollmundige Schokolade mit den Nuancen von Ingwer, Kardamom und leicht pfeffrigen Noten wecken alle Geschmacksnerven – ich will mehr! Was folgt ist ein Aperitif. Serviert wird ein Aperitifessig Apero, der eine milde Säure hat und an Honig erinnert. Dazu dürfen wir die Praline Balsamschleckerle probieren, die zusätzlich noch mit dem Aperitifessig als Pralinenfüllung begeistert. „Wir haben ein Patent auf unsere Balsamschleckerle und stehen mit ihnen im Guinnesbuch der Rekorde“, erklärt Jutta Schell-Haaf stolz.

Schokolade und Wein – eine genussvolle Verbindung

Schokolade und Wein – eine genussvolle Verbindung

Der süße Essig wird nun abgelöst durch einen leicht säuerlichen Riesling Vinum (Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinberg AG). Doch bevor wir den Wein kosten dürfen, sollen wir die Schokolade Umami Papua probieren. Ich lasse sie in meinem Mund schmelzen, sodass die leicht zitronigen und salzigen Noten der hellen Schokolade meinen ganzen Mund auskleiden. Nun trinke ich einen Schluck Wein.

„Der Wein muss die Schokolade am Gaumen abholen“, so die Schokoladen-Fachfrau. „Dadurch entsteht eine wahre Geschmacksexplosion.“

Sie hat Recht! Der Geschmack in dieser Kombination intensiviert sich – ich möchte nie wieder das eine ohne das andere genießen.

„Wir bekommen von vielen Weinkellereien und Brennereien Flaschen zugeschickt und stellen daraus entweder Pralinen her oder kreieren, wie für den Riesling, eine passende Schokolade dazu.“ Genau wie Schell für die Schokolade nur die besten Kakaobohnen verwendet, kommt auch in die Füllung der Pralinen nur erlesene Qualität. „Nur wenn man etwas Gutes hinein gibt, kommt auch was gutes dabei raus“, so Jutta Schell-Haaf. Es eignen sich für Pralinenfüllungen eher die kräftigen Weine wie z.B der Lemberger trocken Hades (2010 Staatsweingut Weinsberg) – im Barriquefass gereift. Zum schweren, leicht würzigen Rotwein genießen wir eine Praline mit der Lemberger Füllung – wunderbar!

Im Schlaraffenland angekommen

Im Schlaraffenland angekommen

 

Ich lass mich von den betörenden würzig-süßen Duftnoten einlullen, dem knackenden Geräusch, das die Schokolade beim Reinbeißen macht sowie der samtig weichen Konsistenz auf meiner Zunge und frage mich, wer nur jemals so eine profane Kombination wie Käse und Wein erfunden hat … Zum Schuss dürfen die Champagnertrüffel ein Bad im Chardonnaysekt nehmen. „Mit dem letzten Schluck trinken sie die Praline mit aus. So wir ihr Mund zur Kathedrale.“ Passender hätte man es nicht formulieren können. Mit einem glücklich machenden Serotoninspiegel und rundum beschwingt geht es für mich nun weiter, den Rest des Odenwalds erkunden.

…und Teil zwei dieser Geschichte lest ihr hier Morgen…

 

Vielen lieben Dank an Tourismus Baden-Württemberg, an die Touristikgemeinschaft Odenwald e.V. (TGO) sowie an den Busfahrer Gernot Grimm für die schönen und erlebnisreichen Tage!

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Hier schreibt Maike Doege


Genuss und Reisen sind die Leidenschaft von Maike. Eine gute Mischung. Daher gehört Maike seit Sommer 2015 zum Wellness-Bummler-Redaktionsteam. Maike lässt sich gern begeistern von Menschen, die mit viel Herzblut und Leidenschaft bei der Sache sind. Food & Travel heißt ihre Devise, die sie übrigens auch als freie Redakteurin hauptberuflich auslebt.

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