Wellness Bummler

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Lawinengefahr auf Trekking Tour Nepal

Eine Trekking Tour in Nepal ist definitiv etwas für Frühaufsteher. Doch es lohnt sich. Diese Erfahrung durfte ich als Reiseblogger machen. Was bisher geschah findet ihr in den ersten drei Teilen meiner tollen Reise

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Auf dem richtigen Weg

 

26. März
Frühstück um halbsieben klingt wenig nach Urlaub. Nach den Schneefällen während der vergangenen Tage, ist die Lawinengefahr auf dem Weg zum Machapuchare Base Camp nicht unerheblich und so ist ein früher Start nötig. Wir hoffen vor der großen Erwärmung am Vormittag durch zu sein. Wir sind mittlerweile zu einem eingespielten Team zusammen gewachsen.

Trekking Tour Nepal – Base Camp wir kommen

Pünktlich um halb acht stehen alle vor der Lodge, in dicke Jacken gepackt und mit den Hufen scharrend. Heute packen wir nochmal kräftig an – auf geht`s zum Base Camp. Die Wegstrecke ist nicht lang, die Höhendifferenz beträgt gut 800 Höhenmeter. Aber der schmale Pfad windet sich hier durch anspruchsvolles Gelände und über hartgefrorene Lawinenfelder hinweg. Wir gehen langsam und sehr achtsam, denn uns allen ist klar, dass auf fast 4.000 m Höhe in dieser Abgelegenheit ein verstauchter Fuß oder gar ein gebrochenes Bein eine aufwändige Rettungsaktion auslösen würde. Nein danke, wir wünschen keinen Heli-Freiflug.
Nach zwei Stunden taucht aus den Wolken das Machapuchare Base Camp auf. Etwas unwirklich sieht es aus in dieser Eis- und Felslandschaft. Wir gehen noch wenige Minuten weiter und kommen an eine sehr einladende Lodge – hier gibt es die berühmtberüchtigte Knoblauchsuppe und Chapati. Die letzten Meter fiel mir das Atmen schon merklich schwerer. Wir befinden uns nun auf 3700 m Höhe und haben noch weitere 400 Höhenmeter vor uns…
Eine italienische Wanderin erzählt uns, dass sie gestern hier am MBC blieb während ihre Bergfreunde weiter zum ABC aufstiegen. Heftige Kopfschmerzen und Übelkeit machten ihr einen Aufstieg unmöglich. Als die Freunde zurückkehren und von den Strapazen berichten ist sie ganz froh, hier im MBC übernachtet und einen ruhigen Vormittag verbracht zu haben.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Der Blick verzaubert

Durch die großen Panoramafenster versuchen wir den weiteren Wegverlauf ein wenig einschätzen zu können. Schwierig, denn nach einer kurzen Stufe verschwindet die Spur auf einer Hochfläche um die Kurve. Wir können nur mutmaßen und Rishis Beschreibung Glauben schenken – it`s easy and not so steep.
Das wechselnde Licht strengt die Augen an und ohne meine Sonnenbrille kann ich eigentlich keinen Schritt vor die Tür gehen. Optimistisch blinzeln wir hinaus und stimmen uns darauf ein, die letzten 430 Höhenmeter zu meistern. Zügig nehmen wir die erste Geländestufe. Langsam aber relativ mühelos stapfen wir durch eine geschlossene Schneedecke unterhalb des Tent Peaks, kaum steigend zum ABC. Kurz vor dem Camp begrüßt uns eine bunte Tafel mit einem herzlichen Willkommen.

Leichtes Schneetreiben setzt ein und wir verschieben die Foto-Session an der Camp Tafel auf morgen

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir freudig das Base Camp. Die Snowland Lodge hat einen funktionstüchtigen Kerosinofen und rasch ist die Bude warm. Wir trinken Tee, essen Pfannkuchen und schauen dem Schneetreiben draußen zu. Wir stellen fest, dass es nun seit Tagen entweder regnet oder schneit – wer hat behauptet März/ April wäre die beste Trekkingzeit? Rishi meint mit einem breiten Lächeln nur: ‚Ladies, it is not the rainy season‘. Gut so, zu Monsunzeiten möchten wir hier nicht unterwegs sein. Und doch können wir seiner Ergebenheit in solch Nebensächlichkeiten wie dem Wetter nicht ganz folgen. Wir üben daran.
Nach dem Essen werden die Karten gezückt. Zu acht macht das Spiel richtig Spaß und so vergisst man Schnee und Kälte vor der Tür. Rishi schlägt vor, dass wir morgen um 6 h die wenigen Meter zum Aussichtspunkt gehen um den Sonnenaufgang gemeinsam zu erleben
Die Waschmöglichkeiten in der Toilette sind äußerst übersichtlich, im Freien waschen ist bei Minustemperaturen und heftigem Wind auch keine gute Idee. Also muss heute mal Katzenwäsche ausreichen. Wir füllen noch heißes Wasser in unsere Sigg-Flaschen, die so als Wärmflaschen dienen und verziehen uns in die kalten Kammern.

27. März
Der Trek ist eindeutig was für Frühaufsteher… gähn. Aber natürlich will ich dabei sein! Der Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf. Flott spring ich in Pulli, Hose und Daunenjacke, nehme meine Kamera unter den Arm und stolpere ins Morgenlicht. Nachts hat es ordentlich geschneit und sämtliche Spuren sind verschwunden. Mehr als unbedingt nötig werde ich hier nicht keuchend durch den hohen Schnee stapfen.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
So früh und trotzdem gut gelaunt

Guten Morgen Dänemark! Annika und Ole sind auch schon auf und spuren gemeinsam mit ihrem Guide zum Aussichtspunkt. ‚Perfekte Vorlage‘ schießt mir da nur durch den Kopf. Aber ohje, wohin ist Ole verschwunden? Bis zur Hüfte steckt er im Tiefschnee und hat sichtlich Schwierigkeiten sein Bein wieder heraus zu ziehen. Der Guide zieht kräftig an Oles Arm, aber Ole bewegt sich keinen Zentimeter. Er stöhnt nur ‚mein Bein, mein Bein‘. Hoffentlich ist ihm nichts passiert. Annika packt mit an und plötzlich fliegt Ole schwungvoll in den Schnee. Sein Fuß ist nur noch mit dem Strumpf bekleidet. Mühsam schaufelt sein Guide weiter, bis er den Schuh findet und nach oben holt. Der kalte Fuß wird kurz massiert, rasch steigt Ole in den Stiefel und hinkt zum Aussichtspunkt.

Reiseblogger Trekking Tour in Nepal
Gruppenbild im Schnee

Wir treffen uns alle an der Abbruchkante zum großen South Annapurna Gletscher. Der von Norden her schier endlos strömende Gletscher liegt steil unter uns und sieht gewaltig aus. Hiunchuli, Annapurna South, Gangapurna und Machapuchare sind in tiefrotes Licht gehüllt – der Anblick ist atemberaubend und wir genießen die stille Morgenstimmung. Die Sicht auf Annapurna I bleibt uns leider verwehrt, nur die Gletscherflanken sind wolkenfrei. Hm, da müssen wir wohl nochmal kommen. Wir schätzen uns eh glücklich, dass nach dieser schneereichen Nacht der Morgen fast klar ist.
Langsam dringt die eisige Kälte zu unseren Füssen durch. Das Frühstück wartet in der Lodge – also Abschied nehmen von dem phantastischen Blick und dieser bizarren Gletscherwelt.
Bis Dovan haben wir noch einen weiten Abstieg vor uns. Rishi treibt uns zur Eile an. Die lawinengefährdeten Hänge sollten wir möglichst früh queren. Flotten Schrittes marschieren wir am MBC vorbei und verschieben eine längere Tee-Pause auf später. Die Sonne schiebt sich bereits gefährlich über die Gipfelkämme des Machapuchare und es ist wirklich höchste Zeit das sichere Ostufer des Modi Kohla zu erreichen. In unseren warmen Klamotten dampfen wir ganz schön, aber das spielt nun keine Rolle. Alle sind erleichtert als wir die Brücke erreichen und nun in Ruhe Tee trinken, uns der dicken Unterwäsche entledigen und einen Schritt langsamer weiterwandern können. Bald darauf wechseln wir erneut die Flussseite und erreichen Deurali. Wir spendieren den Portern eine Runde Coke und Snickers und freuen uns über eine wohlverdiente Pause in der Sonne.
Der Dschungelpfad nach Dovan sieht heute mit der Sonne leuchtend und heiter aus. Auch der Perspektivwechsel ist spannend, fällt mir doch so manches Detail am Wegesrand erst jetzt im Abstieg auf. In Dovan bereitet uns die Lodge-Wirtin einen freundlichen Empfang. Ihre offene Küche gewährt uns sämtliche Einblicke in die Zubereitung von Momos und anderen Leckereien. Und der Kaffee ist sicher der Feinste weit und breit. Wir sind nach dem langen Abstieg erledigt und glücklich zugleich. Da stören auch drei kleine australische Nervensägen, die vom Aufstieg offensichtlich nicht ausreichend ausgelastet sind und nun in der Stube herum turnen, nicht wirklich.

 

Der nächste und letzte Teil unserer abenteuerlichen Reise folgt umgehend….

Als Reiseblogger war ich bereits in Asien unterwegs…

Erschienen in: Asien, Nepal

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Gudrun von alpinkreativ.de.

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Kommentare

Letzter Teil meiner Trekking Tour in Nepal als Reiseblog am 13. Juni 2014 um 06:32 Uhr

[…] Lawinengefahr auf Trekking Tour in Nepal […]