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Inselkäserei trifft auf Almöhi – Almkäse vs. Inselkäse

kennt ihr noch aus Kinderzeiten dem Almöhi? Also ich meine den Opa von Heidi? Ich habe ihn vor ein paar Tagen persönlich getroffen. Ihr ratet aber nicht wo! Aber fange ich doch einfach mal ganz von vorn an.

Anfahrt zur Inselkäserei auf Usedom
Anfahrt zur Inselkäserei auf Usedom

Wie kommt der Almöhi in die Käserei auf Usedom?

Wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich auch nicht den Almöhi getroffen, sondern Steffen Schultze von der Inselkäserei auf Usedom. Doch auch wenn man auf ihn trifft, kommt man sich schon ein bisschen vor wie bei Heidi. Denn er hat einen schönen bayerischen Akzent, einen Rauschebart und sein Handwerk wirklich auf der Schweizer Alm gelernt, nach ganz alter Tradition.

Das sind aber die einzigen Dinge, die mich an dem Almöhi erinnern. Ansonsten haben wir es hier mit einem ganz klassischem Handwerker zu tun, der genau zu wissen scheint, was er da eigentlich tut.

Somit haben wir uns gleich mal gut verstanden, denn ich liebe ja alles was gut schmeckt…

…und ich liebe kaum etwas mehr als Rotwein und Käse, an einem schönen Abend, mit Freunden auf dem Sofa oder im Garten.

Als mir dann Tanja von der Inselkäserei in Welzin (ca. 18 km von meiner Wohnung entfernt) auf Usedom erzählt hat, war ganz klar das muss ich mir ansehen und vor allem probieren! Also haben wir eine kleinen Ausflug in die Inselkäserei Welzin gemacht, Käse verkostet und natürlich auch gekauft…

Tipp: Jeder der auf der Insel Usedom zu Besuch ist oder auch hier lebt, kann auch selber mal einen Blick in die Inselkäserei Schultze werfen. Regelmäßig kann hier auch zugeschaut werden, wie Käse entsteht!

Wir haben sie gefunden - die Inselkäserei auf Usedom
Wir haben sie gefunden – die Inselkäserei auf Usedom

So ein Käse – Wo ist sie denn, die Käserei Welzin?

Die Inselkäserei auf Usedom ist ein echter Geheimtipp, so geheim, dass Welzin und somit auch die Käserei Schultze, zu finden, nicht so einfach ist… auch wenn der Weg teilweise ausgeschildert ist. Doch Welzin liegt halt sehr abgelegen und ist ein unscheinbarer kleiner Ort und auch die Käserei ist von Außen sehr unscheinbar. Selbst für mich, als Usedom-Bewohnerin war die Findung der Insekäserei Schultze eine kleine Herausforderung.

Die erste Frage die sich mir stellte war, wie finden hier genug Kunden her? Also so viele Kunden, um auch wirklich als Käsere von der Käseherstellung zu leben? Warum wählt eine Käserei genau diese Lage?

Als wir die Käserei betreten, waren auf jedenfall schon drei Kunden da und probierten sich durch das Sortiment. Ich frage mich kurz „ob die wohl auch suchen mußten?“ Wir haben uns natürlich gleich einmal zu den übrigen Käseliebhabern gesellt und alles gekostet.

Übersicht der Käsesorten in der Inselkäserei Welzin
Übersicht der Käsesorten in der Inselkäserei Welzin

Einmal zur Übersicht – In der Käserei Welzin gibt es folgende Sorten:

  • Usedomer Jung – drei Monate gereift, mild, deutlicher Geschmack eines Rohmilchkäse.
  • Usedomer Mitte – sechs Monate gereift, kräftig im Geschmack – ich hab gelernt, in diesem Alter ist der Käse im besten Käsealter.
  • Usedomer Alt – zwölf Monate gereift, sehr würzig im Geschmack, für den Käseliebhaber top.
  • Welziner Hartkäse – mild und nussig im Geschmack; gut geeignet für Pasta und mehr.
  • Zigotta Frischkäsespezialität aus Molke – reich an wertvollem Eiweiß, Albumin u.v.m.

Nach einer Weile hatten wir alles durchprobiert und uns auch, mit einem Vorrat für den heimischen Kühlschrank eingedeckt. Dann wurde uns das Vergnügen zu Teil, mit Steffen Schultze gemeinsam einen Kaffee zu trinken und er stand mir Rede und Antwort, zu all den Fragen die sich in meinem Kopf gerade befanden.

Zu dem Kaffee gab es einen Kleinen Snack für meinem Mann (einen extra für die Käserei hergestellten Käsekuchen) und für mich ein Brötchen mit Ragtet Käse (traumhaft-lecker). Wir sitzen also vor der Käserei in der Sonne und unterhalten uns, müssen unser Gespräch aber immer wieder unterbrechen weil Herr Schultze seine Kunden, die immer nach und nach kommen, bedienen muss. Wobei damit ja schon fast die erste Frage beantwortet ist 🙂

Es scheinen sich genug Kunden nach Welzin zu verirren. Als ich sicherheitshalber noch mal nach frage erfahre ich, dass der Käse von der Inselkäserei Useom auch in den Edeka Märkten auf der Insel angeboten wird und obendrauf auch in den verschiedenen Weinläden über die Theke geht.

Voll in seinem Element Steffen Schultze - Inselkäserei Schultze in Welzin auf Usedom
Voll in seinem Element Steffen Schultze – Inselkäserei Schultze in Welzin auf Usedom

Aber jetzt zur spannendsten Frage „Was verschlägt einen Almöhi ausgerechnet nach Usedom um Käse zu machen?“

Ist vielleicht die Milch vom unseren Insel-Kühen besonders gut? Dann sollte ich mir dazu vielleicht auch was im Wellnessbereich, für das Strandhotel Heringsdorf überlegen?! 😉

Steffen Schultze lacht bei der Frage und erzählt mir, dass es eigentlich Zufall ist das er in Welzin und auf Usedom gelandet ist. Denn es ist anscheinend nicht so leicht, einfach eine Käserei zu eröffnen. Denn heutzutage haben alle Milchbauern Verträge mit Molkereien und können ihre Milch nicht einfach an jeden verkaufen. Wer aktuell ein wenig die landwirtschaftliche Diskussion der Milchbauern verfolgt, dem könnte zu dieser Problematik ein Licht aufgehen.

Da man aber zur Käseherstellung sogar sehr viel Milch braucht (1 Leib braucht etwa 50 Liter Milch) muss man schon sicherstellen, dass man da, wo man seine Käserei aufbaut, auch immer genug Milch zu bekommen ist. Also gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Entweder, ein Käser hält die Milchkühe in Eigenregie, wie es Alpen-Käserein machen oder man sucht einen Bauern, der zu einem Geschäft bereit ist und der seine Milch selbst vermarktet.

Herr Schultze hat nach langer Suche diesen Bauern in Welzin auf Usedom gefunden und deshalb hier seine Käserei eröffnet, die jetzt schon mehr als 10 Jahre beständig ist. Sie ist nicht nur Bestand der Insel, sondern hat sich besonders bei Feinschmeckern der Insel und auch bei den Touristen einen echten Namen gemacht.

Insekläser Steffen Schultze bei der Arbeit
Insekläser Steffen Schultze bei der Arbeit

Käserei auf Usedom – Wie gehts weiter?

Die Suche nach Mitarbeitern gestaltet sich für die Inselkäserei Welzin schwierig. Herr Schultze würde gerne jemanden einstellen und das alte Handwerk der Käseherstellung vermitteln und beibringen, doch Lehrlinge in diesem Bereich sind leider selten.

Gerne hätte er uns noch sein Kellerlager gezeigt, wo all der schöne Käse lagert, doch das ist aus hygienischen Gründen leider nicht möglich.

Regelmäßig kann man Herrn Schultze auch bei der Käseherstellung zusehen. Aufgrund der Hygienevorschriften zwar nur durch eine Glasscheibe, doch auch dabei kann man ihn jederzeit mit Fragen löchern, nur selbst „Handanlegen“ geht leider nicht.

Die Käseleiber werden auch alle im Lager speziell gepflegt. Beispielsweise gibt es eine Sorte, bei welcher der Leib, mit einen in Rotwein getränktem Lappen, gewaschen wird. Allein die Pflege der Lagerkäse nimmt pro Tag 4 Stunden in Anspruch. Dazu werden in der Inselkäserei auf Usedom wöchentlich etwa 1200 Liter Milch verarbeitet. Im Laden steht Herr Schultze auch meistens selbst. Genug Möglichkeiten, selber mal auf Herrn Schultze zu treffen.

Da kommt man ganz automatisch zu meiner letzten Frage „Wohin fährt der Käsemeister in den Urlaub?“

Herr Schultze verrät mir, so richtigen Urlaub könne er ja nicht machen, da der Käse auch bei der Reifung Pflege braucht. Er erholt sich daher gerne in seiner Wahlheimat und weil er seine Arbeit liebt, ist er von ihr auch nicht gestresst. Wobei Mit einem Lehrling wäre das ganze noch besser.

 

Also liebe Leute, wer schon immer mal guten Kuhkäse aus eigener Herstellung probieren wollte, muss dafür nicht extra in die Alpen fahren. Denn auch Herr Schultze von der Inselkäserei auf Usedom freut sich über einen Besuch.

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Lust auf weitere Inselerlebnisse & Tipps von Sindys Heimatinsel Usedom?

 

Erschienen in: Deutschland, Europa, Mecklenburg-Vorpommern, Wellness-Bummler Ausflugs-Tipps, Wellness-Bummler Erlebnisse

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Sindy Hartig

Hier schreibt Sindy Hartig

Sindy ist Spa-Managerin mit Leib und Seele. Nach der Ausbildung zum Masseur/medizinischer Bademeister folgte das Studium in Qualitätsmanagement und Spa-Management. Sie hat schon weltweit in Spa- und Wellnessbereichen gearbeitet und hat immer ein Auge auf Wellness-Trends. Aktuell wirkt sie als Spa-Managerin auf der Sonneninsel Usedom und beim Wellness-Bummler könnt ihr auch regelmässig Reiseberichte - mit Wellnessfaktor - von ihr lesen.

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