Kleinod in Gefahr – Helgoland

Helgoland Lange Anna

6500 Tonnen Sprengstoff auf Helgoland abgeworfen. Die Folge… ein kleines, ca. 2 qkm großes Paradies mit Tendenz zur Auflösung.

Helgoland Möwenfels

Helgoland und sein Möwenfels

Etwa 40 Kilometer vom Festland entfernt liegt die aus 2 Inseln bestehende „Inselgruppe“ in der Deutschen Bucht. Zwei heißt, Helgoland und das im Jahre 1720 durch Wind und Wellen malträtierte, von ihr abgebrochene Inselstück, mit der heutigen Bezeichnung „Düne“.

Helgoland, liebevoll von ihren ca. 1300 Bewohnern Deät Lun (das Land) genannt, hat schwere Zeiten erleben müssen. Mal zählte es zu Dänemark, dann zum Herzogtum Schleswig, bis es 1807 von den Briten als weitere Kolonie in das Vereinte Königreich integriert wurde. 1890 ging es dann wieder zurück an das „Deutsche Reich“. Zum Ende des zweiten Weltkrieges wollten die Briten dann mit aller Macht die Insel komplett zerstören. Über 6500 Tonnen Sprengstoff wurden dafür eingesetzt. Bis 1952 nutzte die britische Luftwaffe Helgoland immer wieder als Bombenabwurfgebiet.

Durch die immensen Zerstörungungen wurde die Insel verformt und es entstanden verschiedene Ebenen, das heutige Unterland, Mittelland und Oberland.

Helgoland Lange Anna

Helgoland und seine Lange Anna

Doch trotz aller Widrigkeiten, Helgoland hat sich zu einem wunderschönen Kleinod entwickelt, auf das seine Bewohner stolz sein können. Man kann verstehen, dass viele Menschen dieses kleine Paradies besuchen und erleben möchten. Mit Schiffen werden die Touristen täglich ca. 3 Stunden über die Nordsee geschippert. Wird dann kurz vor der Insel der Anker geworfen, stehen bereits Fischerboote bereit, die Tagesgäste und Besucher aufzunehmen und über das weniger tiefe Wasser an Land zu bringen. Eine Attraktion und gleichzeitig der Lebensunterhalt einiger Familien.

Vom Tourismus hier auf der Insel müssen fast alle Menschen leben. Das heißt, hier finden sich unzählige Einkaufs-, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. Da Helgoland noch immer als zollfreier Raum gehandelt wird, nutzen die Besucher dies gerne kräftig aus und kaufen wie an Flughäfen in Duty free Shops. Doch sollte jeder bedenken, dass der Kauf auf kleine Mengen begrenzt ist und auf dem Festland mehr als die erlaubten Mengen angemeldet werden muss.

Da die Zeit des Aufenthaltes für Tagesbesucher durch die Fahrtzeiten der Schiffe begrenzt ist, sollte man zügig mit dem Rundgang auf der Insel beginnen. Angestrebtes Ziel, die Lange Anna. Ein richtig steiler Zahn. Man kann zunächst entweder über die 180 Treppenstufen oder mit dem Aufzug ins Oberland kommen.

Dort, nach rechts gewandt, geht es über einen wunderschönen Rundweg, mit phantastischem Blick auf die Nordsee, zunächst an den Felsen mit unzähligen Lummen vorbei. Die herrlichen Luftakrobaten beherrschen jede noch so kleine Spalte und jeden schmalen Vorsprung in den rot/braun leuchtenden Felsen, um ihre Jungen groß zu ziehen. Ein lautes, schrilles Gekreische ist schon weithin zu hören. Pro Elternpaar ist immer nur ein Vogelkind zu versorgen. Wirklich Zirkusreif sind die Leistungen dieser Kinderstuben. Die ca. 3 Wochen alten Federknäule lassen sich in dieser Zeit bis zu 40 Metern in die Tiefe ins Meer fallen. Grund dieses Sprunges ist, dass die Eltern durch ihre relativ kleinen Flügeln und ihr Körpergewicht nicht zu den besten Fliegern gehören. In der Tiefe können die Jungvögel bis zu ihrer Flugtauglichkeit leichter weiter von den Vogeleltern gefüttert werden. Bereits von den Lummenfelsen aus ist dann bereits die Lange Anna zu bestaunen, ein ca. 47 Meter hoher, freistehender Felsen aus in vielen Rottönen strahlendem Rotsandstein.

Inselblick im Zeichen der Gezeiten

Die Gewalten des Wassers setzen ihm mächtig zu.

Sturmfluten haben seine Form immer wieder verändert und es besteht die Gefahr, dass er eines Tages abbrechen wird. Zwar versucht man ständig, der Langen Anna Schutz zu bieten, sei es durch eine Schutzmauer oder Stahlstützen, doch der Fels selbst ist von Rissen und Spalten durchzogen, die man nicht füllen kann. Daher ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann wieder ein Stück dieser Attraktion abbricht. Doch es wird auch in Zukunft den Helgoländern gelingen, ihre Insel als Besuchermagnet zu erhalten. Allerdings sollte man die Gefahren, die von anderen Bewohnern dieses schönen Eilandes ausgehen, nicht unterschätzen.

Helgoland Möwenfels

Helgoland Möwenfels

Angriff  als lustiges Wellness-Bummler Highlight

Angriff aus der Luft, eine Gefahr für Touristen. Eine Bekannte (um genau zu sein handelte es sich sogar um eine ehemalige Taschenpatin, die hier nicht namentlich genannt werden möchte) kaufte sich in der Bäckerei am Hafen ein mit Käse belegtes Brötchen – warum auf hoher See Käse und nicht Fisch, das weiß ich leider nicht. Beim Gang in Richtung Mole wollte besagte Dame gerade in ihr leckeres Mittagessen beißen, als aus heiterem Himmel eine Möwe im Sturzflug herab stieß, Brötchen samt Tüte schnappte und eilig davon flog. Der Schreckensschrei der Bestohlenen war nicht von schlechten Eltern. Der Versuch eines anderen Gastes, dem Dieb das gestohlene Gut wieder abzujagen schlug völlig fehl. Nur die leere Tüte ließ die Möwe nach kurzem Schlenkern ihrer Beute zurück, bevor sie mit einer zweiten Helfermöwe verschwand.

 

Helgoland und seine Möwen

Helgoland und seine Möwen

Leider war die Kamera nicht schnell genug gezückt 😉

Viel hat der Wellness-Bummler schon erlebt…

Hier schreibt Katja Wegener


Katja Wegener ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des Wellness- und Beauty-Magazins WellSpa-Portal. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstreatments, Beauty, Genuss und Reise.

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Kommentare
  1. Torsten sagt:

    hallo
    nicht ganz richtig euer kleiner bericht über die wunderschöne insel Helgoland. sie liegt nicht 40km sondern ca 70km vor der küste und die überfahrt von cuxhaven dauert nur 2,5h. dann stehen die sogenannten Börteboote parat. eine sehr schaukelige aber auch lustige tradition.
    ich fahre seit 5jh einmal im jahr mit freunden für 3-4 tage dorthin. leztes jahr habe ich dort bei schönstem wetter und einer noch schöneren ausblick geheiratet.
    obwohl die insel ja nicht gerade riesig ist kann man jedes jahr wieder neue sachen dort entdecken. eine Insel auf der man sich ganz besonders gut vom arbeitsstress erholen kann. sobald man diese insel betritt fährt der puls sofort runter.
    gruss aus dem münsterland an die insulaner. wir sehen uns wieder zur RnRB 9.0

    1. Katja Wegener sagt:

      Hallo Thorsten,

      vielen Dank für die Info. Ich werde sofort auf erneute Recherche gehen, allerdings zeitlich waren wir wirklich so lange auf dem Weg 🙂
      Liebe Grüße
      Katja

    2. Katja Wegener sagt:

      Hallo Torsten,
      ich habe nochmal recherchiert. Es ist sehr interessant, denn fragt man Wikipedia ist die Entfernung Festland-Helgoland auf über 40 km beziffert, nimmt man hingegen die offizielle Helgolandseite sind es 70 km.
      Somit, kann ich es nicht definieren.

      Viele Grüße Katja