Wellness Bummler

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Genusswandern auf dem Lykischen Weitwanderweg

Meine Reise auf dem Lykischen Weitwanderweg geht weiter. Heute folgt die letzte Etappe meiner Tour. Die Gesamtstrecke des gesamten Weges beträgt 509 km von Fethiye nach Antalya in der Türkei. Was es bisher zu erleben gab findet ihr unter:

Genusswandern in der Türkei
Genusswandern in der Türkei

Im Tal Xanthos begeben wir uns auf eine Wanderung in die antike lykische Stadt Pinara, dessen größte Blüte ab dem 6. Jhd. v. Chr. einsetzte. In byzantinischer Zeit fiel es einem Erdbeben zum Opfer. Heute liegt es in unberührter Landschaft wie in einem Dornröschen-Schlaf. Wir besichtigen die überraschend gut erhaltene Akropolis und die berühmten Felsengräber.

Felsenstadt Pinara
Felsenstadt Pinara

Ein schmaler Wiesenpfad führt uns nach Minare hinab, wo wir zum Mittagessen bei einer Familie eingeladen sind. Wir sitzen auf großen Kissen am Boden, plauschen gemütlich und sind von der Kochkunst der Hausfrau beeindruckt. Aus einer kleinen Küche werden unzählige Köstlichkeiten gereicht und wir können nicht umhin jede zu probieren.

Essen gehört zum Genusswandern

Unser Busfahrer grinst nur, als wir alle ziemlich satt und müde einsteigen. Sanft kutschiert er uns entlang der kurvigen Küste nach Kas. Das ehemalige Fischerstädtchen liegt malerisch von zwei Halbinseln umrahmt in einer Bucht und konnte sich seinen ursprünglichen Charme bewahren. Die griechischen Häuser mit ihren Balkonen, die engen Gassen mit den kleinen Läden und der geschäftige Hafen schaffen eine eigene Idylle. Das Herzstück ist ein verkehrsberuhigter Platz, der Spielplatz, Flaniermeile und Open-Air Restaurant zugleich ist – er ist belebt und lädt zum Genießen und Verweilen ein. Wir lassen uns gegrillten Fisch schmecken, probieren türkischen Wein und sitzen noch lange bei spannenden Reisegeschichten unter dem leuchtenden Sternenhimmel.

Baukunst der Römer

Am nächsten Tag besuchen wir Delikkemer mit seinem sehr gut erhaltenen Aquädukt aus römischer Zeit. Wir staunen nicht schlecht über die Baukunst der Römer. Noch eine ganze Weile liegen wir unter Olivenbäumen und diskutieren unter welcher Mühsal wohl damals die Steine bewegt und bearbeitet wurden um das kilometerlange Aquädukt zu errichten. Nun wandern wir fast eben durch Nadelwälder und Olivenhaine in die antike Stadt Patara, die mit ihrem bedeutenden Hafen als eine der wichtigsten Städte Lykiens galt.

Patara
Patara

Überreste monumentaler Bauten wie einen römischen Triumphbogen, Bäder, ein Theater, einen Getreidespeicher erkennt man heute noch bestens. Wir folgen einem Pfad zu zwei Aquädukten und an den antiken Leuchtturm, dessen Grundrissen noch deutlich ausmachbar sind. Die ehemalige Hauptstraße liegt heute jedoch zum Teil unter Wasser.

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Auch alte Steine haben Charme

Patara vorgelagert ist eine weitläufige Dünenlandschaft mit einem 12 km langen Sandstrand an dem Meeresschildkröten ihre Brutstätten haben. Für uns heißt es: Strandtag! Nicht weit von uns ist eine kleine Power-Yoga-Gruppe aktiv. Wir ziehen es vor in der Sonne zu dösen und von Zeit zu Zeit im Wasser etwas Erfrischung zu suchen. Einfach mal nichts tun….

Bootsfahrt zu versunkenen Ruinen

Abschied von Kas. Wir sind zu einem  Bootsausflug um die Insel Kekova eingeladen. Die schwer zugängliche Insel bietet archäologisch Schätze. Eine Boostsfahrt ist der beste Weg die versunkenen Ruinen zu besichtigen. Während der byzantinischen Periode erschütterten heftige Erdbeben die Stadt und ließen sie mehrere Meter ins Meer sinken. Heute liegen einige der alten Häuser bestens konserviert unter Wasser.

Der Kapitän steuert das kleine Boot in weit ausholendem Bogen durch die Bucht. Schließlich reduziert er die Geschwindigkeit, öffnet die Luke zum Glasboden und gibt uns den Blick frei auf Häuserreste der antiken Stadt. In bläulichem Licht liegt der Ort unter Wasser, stellenweise von Sand bedeckt und in gespenstischer Ruhe. Zahlreiche Amphoren liegen auf dem Meeresboden verstreut, als wären sie erst kürzlich dort abgelegt worden.

Genussvoll entspannt im Sand
Genussvoll entspannt im Sand

Eine nahegelegene Bucht bietet sich für ein Bad an. Während wir uns im klaren Wasser vergnügen grillt die Crew Hähnchen und Gemüse, tischt leckere Snacks und Salate auf. Baden macht hungrig. Ein würziger Duft lockt uns an Bord und unser Koch freut sich, dass wir von seiner Grillkunst so begeistert sind.

Wieder an Land entschließen wir uns für etwas Bewegung. Die auf einer Halbinsel thronende Burg Simena ist unser Wanderziel. Dunkle Wolken lassen uns jedoch bald wieder hinab steigen und im Dorf auf eine Tasse Cay einkehren. Auf dem Weg nach Adrasan zieht ein heftiger Sturm über das Land hinweg. Na, da sitzt man doch gern mal eine Weile im Bus.

Adrasan liegt idyllisch in einer sanft geschwungenen Bucht. Unser Hotel ist nur wenige Schritte vom Meer entfernt und wir laufen noch eine ganze Weile den Sandstrand entlang. Nach dem Sturm liegt das Meer nun in weichem Abendlicht und wir genießen die ruhige Stimmung.

Am nächsten Morgen beginnen wir unsere Wanderung zum Kap Gelidonia, einem der schönsten Abschnitte des Lykischen Weges. Entlang der atemberaubenden Steilküste säumen duftende Pinien den Weg. Wir steigen steil zum Leuchtturm hinauf und sind von dem Ausblick auf das dunkelblaue Meer fasziniert – die vorgelagerten Inseln scheinen zum Greifen nah.

Unser letzter Wandertag wird nochmal ein absolutes Highlight. Wir starten am Fuße des brennenden Berges. Zuerst steigen wir auf einem Schotterweg ins Tal hinab, queren einen Bachlauf und gelangen in verzauberte Wälder. Durch die knorrigen Bäume fährt ein kühler Wind und die vielen blühenden Veilchen verströmen einen süßen Duft. Der Anstieg zum Sattel erscheint uns mühelos. Die Küste liegt unter uns und hier oben züngeln vereinzelt die Feuer der Chimaira aus den Felsen. Der Pfad führt an unzähligen Feuern vorbei, die aus schmalen Felsspalten lodern. Schon in der Antike wurde das rätselhafte Phänomen des aus Felsspalten austretenden brennenden Erdgases erwähnt.

Gelidonia
Gelidonia

Eine alte Sage berichtet von dem feuerspeienden und furchteinflößenden Ungeheuer Chimära das hier in den Bergen sein Unwesen getrieben haben soll. Überlieferungen zufolge sollen die Flammen noch in der Antike weithin übers Meer geleuchtet und Seefahrern bei der Orientierung geholfen haben.

Wir wandern an den nahegelegenen Strand und verbringen dort den Rest des Tages eher gemütlich. Unser Gästehaus liegt unweit und wir lassen unsere Reise hier sanft ausklingen, bevor es am nächsten Tag zurück nach Antalya geht wo es Abschied nehmen heißt. Danke Wellness-Bummler für Deine Begleitung und bis zum nächsten Mal.

Lust auch mal eine solche Tour zu starten? Dann kann ich euch Gudrun als Reiseleiterin nur wärmstens empfehlen. Tolle Tipps für die nächste Genusswanderung, die im April stattfindet gibt es hier…  Alpinkreativ Wanderreisen für Frauen

Die ersten beiden Etappen findet ihr hier:

 

 

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Erschienen in: Asien, Europa, Türkei, Türkei

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Katja Wegener

Hier schreibt Katja Wegener

Katja Wegener ist nicht nur eine der beiden (Haupt)Reiseblogger beim Wellness-Bummler. Sie schreibt darüber hinaus auch für viele andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine und ist das Herz der Online-Redaktion des Wellness- und Beauty-Magazins WellSpa-Portal. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstreatments, Beauty, Genuss und Reise.

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Kommentare

dieletztecrew am 1. März 2016 um 19:32 Uhr

wow – ganz schön rumgekommen. Vieles kennen wir, Kas und Kekova etc, aber wir kommen immer mit der Segelyacht von See her. Wenn wir dann „irgendwo“ angekommen sind, muss ich aber auch immer irgendwo hoch klettern oder etwas wandern – schon um viele Fotos zu machen…

Vielleicht sollten wir wirklich mal nur Landurlaub machen, es gibt ja echt so viele tolle Dinge zu sehen und zu erleben.