Australiens Tierwelt

Tierwelt Australien

Im Billabong Sanctuary kraule ich einem Wombat den Bauch, kuschle einen Koala und bewundere einen Cassowary aus nächster Nähe.

Zwischen Känguru, Krokodil und Koala

Beim durch-Sydney-schlendern, beim Tauchen am Great Barrier Reef zwischen Schildkröten und Clownfischen und auf Schnabeltiersuche im Australischen Regenwald habe ich Australien schon einige versteckte (und nicht ganz so versteckte) Wellness-Momente erlebt.

Nun verlasse ich Cairns und steige in den nächsten Greyhound-Bus Richtung Süden. Nächster Halt: Townsville. Dort liegt nicht nur die wunderschöne Insel Magnetic Island zwanzig Fährenminuten von der Küste entfernt, sondern auch das „Billabong Wildlife Sancturay“.

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Mehr als Koala und Känguru: Das Billabong Sanctuary

Wildlife-Spotting leicht gemacht

Neben einsamen Weiten, Traumstränden und der einen oder anderen blühenden Metropole gibt es in Australien vor allem zahlreiche endemische (und meist ziemlich gefährliche) Tiere. Deshalb ist der Besuch eines „Animal Sanctuaries“, eines Zoos mit einheimischen Tieren, für mich natürlich ein Muss. Ich habe mich aus verschiedenen Gründen für das Billabong Sanctuary in Queensland entschieden: Erstens (ein erstaunlich wichtiges Argument, wenn man wie ich nur sehr begrenzt Zeit hat und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist) liegt das Billabong Sanctuary für mich quasi direkt am Weg und ich kann auf zeit- und geldraubende Umwege verzichten. (Praktischerweise gibt es einen von Air Crew organisierten Shuttleservice, der jeden Tag um 9.00 Uhr von Townsville ins 17 km südlich liegende Billabong Sanctuary und um 15:00 Uhr wieder zurück fährt.) Zweitens sind mit Ausnahme von zwei Alligatoren aus Florida wirklich alle Tiere endemisch oder leben zumindest in Australien und drittens gibt es zwei Mal am Tag eine ausführliche Informationsveranstaltung zu jeder Tiergattung.

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Wer wird nicht gerne von hungrigen Kängurus begrüßt?

Kängurus: Bitte füttern

Ich habe zwar schon vorher davon gehört, dass die Kängurus im Billabong Sanctuary frei im ganzen Zoo herumhüpfen dürfen und auch gefüttert werden können, aber das hat mich nicht einmal annähernd auf meine Begeisterung (und Belustigung) vorbereitet, als dann tatsächlich gleich drei Kängurus auf mich zuhoppelten, sobald sie meine im Sanctuary gekauften Futtertüte erspähten. Während sich Kängurus laufend aufrecht auf den Hinterbeinen fortbewegen, setzen sie bei langsameren Gangarten auch ihre Vorderbeine ein – was ausgesprochen seltsam aussieht. Übrigens: Kängurus sind die einzigen Tiere, die tatsächlich weniger Energie verbrauchen, je schneller sie laufen. Allerdings sind sie nicht in der Lage, rückwärts zu hüpfen, und sie können ihre Hinterbeine nicht unabhängig voneinander bewegen.

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Unentbehrlich für den Regenwald: Der Cassowary

Cassowary: Regenwaldrettender Riesenvogel

Nachdem sich mein erster Begeisterungssturm über die knuffigen Kängurus gelegt hat, mache ich mich auf zur Cassowary-Vorstellung. Der Cassowary erinnert ein bisschen an einen Emu mit buntem Kopf und Hornkamm, lebt in den tropischen Wäldern Australiens und Neu Guineas und spielt eine extrem wichtige Rolle für das australische Ökosystem. Denn Cassowaries sind verantwortlich für die Verbreitung von etwa 80% der Pflanzen im Regenwald, und sie sind die einzigen Tiere, die Pflanzen mit großkernigen Früchten über große Entfernungen hinweg verbreiten können. Die Frucht wird vom Cassowary im Ganzen geschluckt, und weil er so einen kurzen Verdauungstrakt hat, kann der Kern unbeschädigt ausgeschieden werden. Leider sind Cassowaries in freier Wildbahn aber sehr selten geworden – es wird vermutet, dass es nur noch ungefähr 2200 Exemplare in den Regenwäldern von Queensland gibt. Die größten Bedrohungen für die eng mit Kiwi, Emu und Strauß verwandten Vögel sind Autos, freilaufende Hunde, der schrumpfende Regenwald, aber auch Umweltkatastrophen wie Zyklone.

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Wombat Tonka fühlt sich sichtlich wohl

Wombat: Minibär mit Beutel

Weiter geht es für mich zur Wombat-Show. Wombats gehören für mich bisher zu jenen Tieren, von denen ich grundsätzlich zwar wusste, dass sie existieren, aber das war es eigentlich auch schon. Deshalb war ich – ehrlich gesagt – ein kleines bisschen überrascht, als ich entdeckte, wie knuffig diese am ehesten an kleine Bären erinnernden Tiere eigentlich sind. Noch überraschter bin ich, als ich erfahre, dass Wombats erstens die am nächsten mit dem Koala verwandte Spezies sind und zweitens – genau wie Känguru und Koala – ihre Jungen in einem Beutel mit sich herumtragen (bisher dachte ich dass die Sache mit den Beuteln ausschließlich den Kängurus vorbehalten sei). Tonka, der Haus-Wombat des Billabong Sancutarys, hat ob seines Geschlechts zwar keinen Beutel, dafür sieht man ihm aber deutlich an, wie sehr er die Aufmerksamkeit des Publikums genießt. Denn Tonka wurde von Hand aufgezogen, ist deshalb sehr stark auf Menschen bezogen und wird – wenn man ihm seine täglichen Streicheleinheiten verwehrt – sogar depressiv und will nicht essen! Damit Tonka seinen Appetit nicht verliert, wird ihm deshalb gründlich der Bauch gekrault von mir.

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Koala Ray Charles macht ein kleines Nickerchen

Koala: Kuscheliges Wappentier

Als nächstes steht die Präsentation jener Bewohner Australiens an, auf die ich mich schon freue, seit ich meinen Flug nach Australien gebucht habe: Die Koalas. Absolut unbeeindruckt von all den oohenden und aahenden Zuschauern sitzen die pummeligen Tiere in Astgabeln, mümmeln gemütlich an ihren Eukalyptusblättern und machen sonst… nichts. Als sich einer am Kopf kratzt, geht ein erneutes Aufseufzen durch die Menge, aber – wie uns der Pfleger versichert – „viel mehr Action kann man von einem Koala nicht erwarten“. Das ist aber auch verständlich, da Koalas den größten Teil ihrer Energie darauf verwenden müssen, die hochgiftigen Eukalyptusblätter – ihre einzige Nahrung – zu verdauen. Außerdem ist im wahlnussgroßen Gehirn der Koalas ohnehin nicht besonders viel Platz für komplexe Denkvorgänge. (Wobei man für einen Tagesablauf, der aus 20 Stunden Schlaf und 4 Stunden essen besteht, meiner Meinung nach sowieso kein Einstein sein muss.) Wer übrigens wilde Koalas sehen will, schafft das mit etwas Glück am The Forts-Walk auf „Magnetic Island. Schlussendlich darf ich noch den blinden – und deshalb nicht auswilderbaren – Koala „Ray Charles“ kennenlernen und ihm den pelzigen Kopf kraulen (ja, auch das ist Wellness für mich!), und dann ist es schon an der Zeit für die Krokodilfütterung.

Krokodil Australien

Spannung bei der Krokodilfütterung

Krokodil: Faszinierende Bedrohung

Fast bewegungslos liegt ein gut zwei Meter langes Salzwasserkrokodil im schlammig-grünbraunen Wasser, perfekt getarnt zwischen Treibgut und Blättern. Der Ranger lässt ein Stück Fleisch an einer Angel über der Nase des Krokodils baumeln, das Publikum hält den Atem an, und dann, plötzlich, schnellt der gesamte Körper des Krokodils senkrecht in die Luft, verbeißt sich in das Fleischstück, verschlingt es und Sekunden später erinnert nur noch das aufgewühlte Wasser an die Demonstration purer Kraft, die gerade stattgefunden hat. So faszinierend ich die Krokodilfütterung im Billabong Sanctuary auch finde, solange ich sicher auf der „richtigen“ Seite des Geheges – nämlich außerhalb – stehe, so wenig möchte ich einem Exemplar der größten Krokodilart der Welt in freier Wildbahn begegnen. Die „Salties“ sind in Küstengewässern, Mangrovensümpfen und Flussmündungen in Queensland, dem Northern Territory und Western Australia heimisch und stellen eine aktive und keinesfalls zu unterschätzende Bedrohung für den Menschen dar. Warnschilder an Wasserstellen sollten deshalb unbedingt ernst genommen werden! Nichtsdestotrotz bin ich fasziniert von diesen fast schon urzeitlich anmutenden Tieren, die gegebenenfalls monatelang ohne Nahrung auskommen, über siebzig Jahre alt und bis zu sieben Meter lang werden können und Tierforschern aus aller Welt bisher noch zahlreiche Rätsel aufgeben.
Leider wartet nach der Krokodilfütterung schon mein Shuttle zurück nach Townsville auf mich, und deshalb schaffe ich es nicht mehr zur Dingo-Show. Aber vielleicht komme ich ja wieder – ausreichend Wellness-Momente habe ich auf jeden Fall erlebt!

Die nächste Station auf meiner Suche nach australischen Wellness-Momenten ist Airlie Beach, wo einer der weißesten Strände der Welt auf mich wartet – seid ihr schon gespannt?

A big thank you goes to Bob and Del Flemming from the Billabong Sanctuary and to Lisa and Simon from Air Crew for cooperating with me!

Hier schreibt Rafaela Khodai


Rafaela Khodai ist leidenschaftliche Welten- und Wellness-Bummlerin, hat bis auf Australien schon alle Kontinente bereist und fährt ungerne zweimal ins gleiche Hotel. Sie studiert Journalismus und arbeitet als Texterin, Lektorin, Journalistin und Bloggerin. Ihre Spezialgebiete: Selbst organisierte abenteuerliche Individualreisen, gesunde vegetarische Ernährung und Gewichtsmanagement.

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