Down Under auf der Suche nach Wellness

SydneyOper

Der Wellness-Bummler begibt sich auf die Südhalbkugel der Erde und entflieht dabei nicht nur dem europäischen Winter, sondern erlebt auch zahlreiche Wohlfühl-Augenblicke  – viele davon an überraschenden Orten.

Gibt es in Australien Wellness?

Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Was ist Wellness?“ reist der Wellness-Bummler nun schon seit einigen Jahren um die Welt und hat sich unter anderem bereits auf den Seychellen, in Mexiko, aber natürlich auch in Deutschland nach dem ultimativen Wellness-Moment umgesehen – und ist an Stränden, in Spa-Hotels, bei antiken Tempeln und ausgedehnten Wandertouren fündig geworden. Trotzdem ist es mittlerweile höchste Zeit, dass der Bummler seine Fühler noch ein bisschen weiter ausstreckt und sich auf der anderen Seite der Erde (und zwar buchstäblich) auf die Suche nach dem perfekten Wellness-Erlebnis macht. In Australien warten eine legendäre Metropole, das größte Korallenriff der Erde, einer der ältesten Regenwälder der Welt, ein sensationell weißer Sandstrand, eine vergessene Insel und natürlich verschiedenste giftige, weniger giftige und auch extrem knuddelige Tiere darauf, von mir – Rafaela – und dem Wellness-Bummler entdeckt, erforscht und gestreichelt zu werden. Insgesamt habe ich drei Wochen Zeit, um mich in Sydney und an der Ostküste von Cairns bis nach Byron Bay nach dem ultimativen Wellness-Moment und den versteckten Wellness-Juwelen Australiens umzusehen.

SydneyOper

Australien SydneyOper – weltberühmt (…und die Möwen sind in Sydney allgegenwärtig)

Fährenfahrt und Großstadt-Flair

Den ersten richtigen Wohlfühlmoment habe ich gleich am Morgen meines ersten Tages in Australien: Er beinhaltet ein köstlich kross getoastetes Sandwich, einen To-Go-Becher mit duftendem „Flat White“ (australische Kaffeespezialität, ähnelt einem doppelten Cappuchino) und einen freien Blick auf das wohl berühmteste Opernhaus der Welt und die fast ebenso bekannte Harbour Bridge.

Ihr habt es euch bestimmt schon gedacht: Meine Australienreise startet in der Millionenmetropole Sydney, und zwar mit einer Fährenfahrt von Darling Harbour zum Circular Quay. Diese Fährenroute führt unter der Harbour Bridge hindurch, am markanten Eingang des Vergnügungsparks Luna Park, den glitzernden Türmen des Sydney CBD und der Oper vorbei bis zum Circular Quay, einer breiten Hafenpromenade. Dort tummeln sich Touristen ebenso wie Einheimische, zum Eis essen, Leute, Fähren oder Möwen beobachten oder einfach nur, um sich während der Mittagspause kurz die Füße zu vertreten. Für mich jedenfalls ist der Circular Quay die perfekte Location, um an meinem ersten Morgen auf der Südhalbkugel ganz entspannt in Sydneys Flair einzutauchen.

Das „ganz entspannt“ ist auch dringend nötig, denn mit zehn Stunden Zeitverschiebung nach einer gut dreißigstündigen Reise am Vortag (oder den Vortagen) fühle ich mich definitiv noch etwas wackelig auf den Beinen – insbesondere, weil mich mein Jetlag schon um fünf Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen hat, nachdem ich am Vorabend erst gegen Mitternacht völlig geschafft in mein Hotelbett gefallen bin. Einen Fun Fact aus meinem Reiseführer habe ich aber trotzdem im Kopf behalten:

Sydney ist nur deshalb nicht die Hauptstadt Australiens, weil Melbourne so heftig dagegen protestiert hat; das Ergebnis der Streiterei war der Bau der Stadt Canberra genau zwischen Sydney und Melbourne. (Die Sydneysider – Sydneys Einwohner – fühlen sich aber trotzdem als Sieger, weil Canberra etwas näher an Sydney liegt als an Melburne)

Harbourbridge

Australien – Sydney – Harbourbridge & Flat White – perfekt (Wohlfühlfrühstück auf der Fähre)

Sydney – Walk the City

Für Müdigkeit habe ich aber trotzdem nicht allzu viel Zeit – Sydney hat schließlich mehr zu bieten als einen schönen Hafen, ein noch schöneres Opernhaus und die Möglichkeit, dem europäischen Winter zu entfliehen. Und dieses „Mehr“ lasse ich mir bei einer von Sydneys „Free Walking Tours“ zeigen. Das Konzept von Gratis-Stadtführungen kenne ich aus verschiedensten europäischen Großstädten, die Touren funktionieren auf der ganzen Welt nach dem gleichen Prinzip: Es gibt keinen Fixpreis und auch eine Anmeldung für die Tour ist nicht zwingend nötig; dafür gibt man dem Guide (meist Studenten, die tatsächlich von diesen Stadtführungen leben) am Ende des Rundganges ein Trinkgeld in der Höhe, die man für angemessen hält. Bisher war ich bei jeder Tour ganz erstaunt gewesen darüber, wie spannend die Guides Geschichte aufbereiten und erzählen; und auch in Sydney leiste ich – als ausgesprochener Knauserer – gerne einen stattlichen Beitrag zum Fortbestehen der Free Walking Tours. Die Route startet bei der Edel-Shopping Mall im „Queen Victoria Building“, führt durch den Hyde Park, am Rum Hospital und am Custom House vorbei bis zum Hafen, durch das fast unecht schöne Viertel „The Rocks“ und endet schließlich nahe des Circular Quay.

Nachdem ich noch mal ausgiebig die wie gemalt aussehende Kulisse mit Opernhaus und Harbour Bridge genossen habe, treibt mich die jetlagbedingte Müdigkeit auch schon verhältnismäßig früh zurück in Richtung des Universitätsviertel Camperdown, wo sich mein Zimmer im Hotel Glebe Space (=> den Standort des Hotels hab ich euch oben auch in der Karte markiert) befindet und wo sich günstige Lokale, leicht nerdige Merchandise-Stores, kleine Supermärkte und natürlich viele Cafes und Bars aneinanderreihen. In einer Bar beschließe ich meinen ersten Abend in Sydney dann auch – ganz stilecht mit einem australischen Cider.

Superfoodshampoo

Superfoodshampoo – schon mal gesehen? Gabs als nettes Extra im Glebe Space Hotel

Blick auf das Hotel

Blick auf das Hotel

Sydney – Stadtblicke und Beachboys

Da das Glebe Space vordergründig ein Studentenwohnheim ist, das freie Einheiten an Übernachtungsgäste vermietet, gibt es im Hotel eine Waschküche (für allem für Backpacker sehr praktisch), und die einzelnen Zimmer sind mit Mikrowelle und Kühlschrank ausgestattet. Weil es außerdem eine Gemeinschaftsküche, einen nahen Bio-Supermarkt und eine Dachterrasse mit bequemen Stühlen und einem schönen Ausblick gibt, spare ich mir an meinem zweiten Tag in Sydney das teure Frühstück auswärts und genieße stattdessen bei selbstgemachtem Rührei (Eierspeis auf gut österreichisch) den Ausblick auf Sydneys Skyline. Auch wenn ich immer noch nicht besonders ausgeschlafen bin, zählt das definitiv zu den Wohlfühlmomenten meiner Reise!

SydneySkyline

SydneySkyline – Genieße den Moment (Der Ausblick von meinem Hotel)

Gestärkt geht es nach Bondi, jenem Bezirk Sydneys, in dem sich der legendäre Bondi Beach mit nicht minder legendären Surfern, entsprechenden Wellen und dazu passenden Rettungsschwimmern befindet. Erreichbar ist Bondi Beach ganz einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (via Bondi Junction). Den ersten Herzklopfen-und-Kribbeln-im-Bauch-Moment habe ich dann schon im Bus – und ganz ohne Rettungsschwimmer –, als wir um eine Kurve biegen und sich plötzlich der etwas über einen Kilometer lange Bondi Beach in voller Pracht vor mir ausbreitet. Allerdings bemerke ich recht bald, dass sich die Schönheit des Strandes doch eher aus der Ferne als aus der (sandigen) Nähe offenbart, nachdem ich mitsamt meinem Handtuch und meiner Tasche mehr als einmal halb unter recht unfreundlichen Sandböen begraben wurde. Aber von einer nahen Wiese aus die Surfer beobachten und bei einem Spaziergang die kunstvollen Graffitis an der Strandpromenade bewundern hat mindestens ebenso viel Wohlfühlcharakter wie das tatsächliche am-Strand-liegen.

BondiStreetart

BondiStreetart in Sydney – Australien (Davon gibt es noch mehr am Bondi Beach)

Sydney Australien - Am Bondi Beach

Sydney Australien – Am Bondi Beach

Sydney – Sonnenbaden und Partytime

Nachdem sich das Wetter in Bondi aber eher als sonnenbade-unfreundlich erweist, steige ich kurze Zeit später in einen Bus Richtung Watsons Bay. Dort wandere ich Richtung South Head, genieße den spektakulären Ausblick auf Meer und Stadt und bekomme endlich doch mein herbeigesehntes Sonnenbadewetter! Vor lauter entspanntem Aussicht-genießen und In-der-Sonne-liegen verpasse ich dann aber natürlich glatt meine Fähre nach Manly, einem der chilligen Vororte Sydneys. Deshalb geht es stattdessen mit der nächsten Fähre zum Circular Quay zurück und nach einem Spaziergang durch The Rocks und einem Kurzbesuch im „Discover The Rocks-Museum“ wieder in mein Hotel, um mich für den Freitagabend in Sydney herzurichten.

In Australien feiert man gern. Gefeiert wird in Sydney im Ausgeh- und Rotlichtviertel Kings Cross, in dem sich eine spannende Mischung aus Bars, Nachtclubs, Hostels und schicken Restaurants aneinanderreiht.

Am besten gefällt mir die Sweethearts Rooftop Bar in der Darlinghurst Road, wo man seine Drinks unter freiem Himmel genießen kann. Und falls sich nach zu viel australischem Wein der Mitternachtshunger meldet, gibt es ganz in der Nähe – ebenfalls in der Darlinghurst Road – die angeblich besten Falafel der Stadt. Achtung: Beim Ausgehen auf keinen Fall einen Ausweis vergessen, die Türsteher vor den meisten Bars und Clubs kennen keine Gnade!

Wenn es Nacht wird in Sydney

Wenn es Nacht wird in Sydney

Abschied von Sydney

An meinen letzten (halben) Tag in Sydney stehe ich noch einmal richtig früh auf (zugegebenermaßen ist mein Jetlag nicht ganz unschuldig daran), schlendere über den Farmers Market in Elizabeth Bay (findet immer samstags statt), frühstücke ein cremiges Müsli mit frischen Himbeeren von einem der Marktstände und hole mir dazu einen Flat White von „Coffee, Tea & Me“ gleich ums Eck. Dann ist gerade noch Zeit für einen entspannten Spaziergang durch den Botanischen Garten und für einen letzten Blick auf Opernhaus und Harbour Bridge, bevor es zwischen Touristen, Joggern und verliebten Pärchen wieder zurück zu meinem Hotel und dann Richtung Flughafen geht.

Auch wenn ich meine Tage in Sydney sehr entspannt vergehen ließ und vermutlich nicht gerade einen Sightseeing-Marathon hingelegt habe, einige ganz persönliche Wellness-Momente durfte ich auf jeden Fall trotzdem erleben. Ich bin schon gespannt darauf, was mir in Australien unter Wasser und im Regenwald bei Cairns auf mich wartet!

Ihr auch…? 😉

Auch das ist Sydney - Bondi Beach

Auch das ist Sydney – Bondi Beach

 

Und da Sydney ja nicht gerade die günstigste Stadt ist, gibt es hier noch ein paar kleine Spar-Tipps (bin ja Spar-Fuchs – hab ich schon verraten):

 

A huge thank you goes to the Hotel Glebe Space for letting me stay in their property. I loved my room and the view from the rooftop terrasse is just amazing!

 

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Weitere Erlebnisse und Entdeckungen in Australien:

 

Hier schreibt Rafaela Khodai


Rafaela Khodai ist leidenschaftliche Welten- und Wellness-Bummlerin, hat bis auf Australien schon alle Kontinente bereist und fährt ungerne zweimal ins gleiche Hotel. Sie studiert Journalismus und arbeitet als Texterin, Lektorin, Journalistin und Bloggerin. Ihre Spezialgebiete: Selbst organisierte abenteuerliche Individualreisen, gesunde vegetarische Ernährung und Gewichtsmanagement.

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Kommentare
  1. Kaja sagt:

    Toller Artikel! Der macht direkt Lust auf Sydney! 🙂 Wir fliegen wir am Sonntag auch nach Australien. Zuerst stehen ein paar Tage Sightseeing in Sydney an und danach geht es an das Great Barrier Reef. Zum Glück werden wir keine Jetlag Probleme bekommen, denn das stelle ich mir aus Deutschland schon sehr anstrengend vor.

    Viele Grüße aus dem verregneten Hong Kong,
    Kaja

  2. Rafaela sagt:

    Liebe Kaja,
    freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt. Der Jetlag hat mich leider wirklich für fast eine Woche recht fest im Griff gehabt, aber das war es wert 🙂
    Hoffentlich habt ihr eine tolle Zeit in Sydney, und das Great Barrier Reef wird ganz bestimmt auch großartig! Genießt es!
    Liebe Grüße aus Wien,
    Rafaela