Wellness Bummler

Der Reiseblog mit individuellen Reiseberichten und Erlebnisse - mit Wellnessfaktor - rund um die Welt

Amsterdam im November

Mind the bikes

Hotel Singel smallest room in Amsterdam (c) weltvermessen.de
Hotel Singel smallest room in Amsterdam (c) weltvermessen.de

“Kommmmm, wir fahren nach…” Schon gut, das bemühen wir heute mal nicht. Schließlich sind mit „wir“ auch nicht Cora und ihr unbekannter Begleiter auf der Fahrt nach Amsterdam gemeint, sondern die Wellness-Bummler-Tasche und ich, Thilo vom Reiseblog weltvermessen.de. Und außerdem haben wir dieses Lied gerade erst in unseren neugierigen Gedanken über Amsterdam für Anfänger gesungen… 🙂

Nachdem ich auf der Warteliste der Taschenpaten Stück für Stück nach vorn gerückt war, konnte ich in der letzten Novemberwoche die Reise mit der etwas kleineren „Single-Wellness-Bummler“-Tasche in die niederländische Hauptstadt antreten. Passend zur grünen Tasche wohnte ich im Hotel SINGEL, was aber nichts mit meinem Familienstand zu tun hätte, sondern mit dem Wort „Zingel“, was im Altniederländischen „Graben/Grachten“ bedeutet. Denn Amsterdam ist von einem Gürtel von Grachten (=Kanälen) durchzogen, deren System größer ist als das Venedigs.

Im Zimmer war Platz für die Tasche, und fast auch für mich. Eigentlich wollte ich ein Foto vom „kleinsten Raum Amsterdams“ (so wird auch ehrlicherweise dafür geworben), aber es fand sich keine Position im bzw. außerhalb des Raums. Allerdings hatte ich wirklich meine Ruhe dort, Lärm gab es nicht und auch keinen sonstigen Ärger. Und Fotomotive gab es auch genügend anderswo welche!

 

Durch die Weihnachtsmärkte in Amsterdam gefuttert

Panekoeken Pfannekuchen aus Amsterdam (c) weltvermessen.de
Panekoeken Pfannekuchen aus Amsterdam (c) weltvermessen.de

Ja, die ersten Buden der Amsterdamer Weihnachtsmärkte standen bereits in langen Reihen im Stadtzentrum. Mit dem Wetter hatte ich echt Glück im November, es war nördlich kühl, aber ohne einen Tropfen Regen. So wurden die Köstlichkeiten auch nicht nass, die wir uns als Wellness-Bummler gar holten. Oben zum Beispiel ist eine Auswahl von Panekoeken in Garnitur zu sehen, pro Stück 5 Euro. Auf Niederländisch rief die Verkäuferin, eher ihrer Kollegin als mir offensichtlich englisch Sprechendem zu, dass es plus Fotografieren schon 6 Euro pro Pfannkuchen seien. Der Witz ist allerdings schon so alt, dass ich seine sprachliche Struktur sehr gut erkannte und herzlich mitlachte. Dies schund Eindruck, sodass man mir den Fotografen-Euro erließ. 😉

Nicht zu verachten sind auch holländische Pommes (mit Käsesauße) und Apfelbeignets (ich liebe sie, und auch den Umstand, dass die WORD-Rechtschreibprüfung sie kennt). Das sind von Teig ummantelte Bratäpfelringe mit einer reichhaltigen Füllung in der Mitte. So kann man’s aushalten.

Das Herzstück Amsterdams ist der große Platz Dam. Dort stehen das Königliche Schloss, das Ehrenmal der Opfer des Weltkriegs und Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett, um nur einige zu nennen. Amsterdam, dessen Name sich aus dem Fluss Amstel und dem großen Platz zusammensetzt, ist eine Stadt ohne viele Denkmäler und Statuen. Was aber nicht heißt, dass hier keine Geschichte aufgearbeitet würde. Im Folgenden gibt es einen kleinen Einblick darüber. Es empfiehlt sich für eine Sightseeing-Tour der Amsterdam-Pass „I amsterdam“ (24, 48 oder 72h), mit dem man viele Sachen kostenlos oder vergünstigt mitnehmen kann, und auch den Nahverkehr umsonst nutzt.

Top-Sehenswürdigkeiten in Amsterdam

Windmühle Amsterdam (c) weltvermessen.de
Windmühle Amsterdam (c) weltvermessen.de

Am Montagabend sollte es erstmal ein Streifzug über die zentralen Plätze sein, viele Sachen kann man auch im Freien beobachten. Dazu zählen zum Beispiel die etlichen Hausboote, auf denen 5000 Amsterdamer ganzjährig wohnen, und wozu es auf einem „Woonboot“ auch ein ganzes Museum darüber gibt. Im Übrigen sehen auch die Kanäle im Abendlicht besonders romantisch aus, und mein grüner Begleiter konnte sich vom Stereotyp überzeugen, dass es in Holland immerzu eine Windmühle hat.

Nebenbei hat es mich aber gefreut, dass ich durch den zweiten Wellnessbummler ein zusätzliches Augenpaar hatte. Denn diese Stadt ist voller Fahrradfahrer/-innen! Wo in anderen Städten am Bahnhof dreigeschossige Parkhäuser für Autos stehen, ist es hier ein viergeschossiges für Fahrräder – und eigentlich bräuchte man noch vier weitere davon, um wirklich Platz für alle zu haben. Man muss also seine Augen nicht nur auf den KFZ-Verkehr richten, sondern auch in jeder Kurve nach den Zweirädern Ausschau halten.

Bei der Grachtenrundfahrt (kostenlos mit dem Amsterdam-Pass) später erfahren wir von unserer Kapitänin, dass in den Amsterdamer Gewässern 1/3 Wasser sich mit 1/3 Schlamm und 1/3…Fahrrädern mischt. Bei 800.000 Amsterdamer Einwohnern und 1.000.000 Fahrrädern geht auch mal eins durch Diebstahl oder einen zu großen Neigungswinkel der Straße unter See.

 

Die alten Meister – Rembrandt und van Gogh

Es gibt vier bis fünf große Museen über Künstler, in denen man in Amsterdam gewesen sein muss. Das Reichsmuseum, das größte und wichtigste, mit seinen 300 Sälen (die Zeit hatte ich nicht), das Stedelijk-Museum (moderne Kunst, nix für mich) sowie das Rembrandt-Haus und das van-Gogh-Museum. Letztere beiden reizten mich schon eher, und so besuchte ich das Wohnhaus des Meister Rembrandt, das ihm jahrelang als Heim und Atelier gedient hatte, und zwei Tage später das Van-Gogh-Museum.

Diese zwei großen Maler haben erst weit nach ihrem Tod die Reputation erhalten, die sie verdienten. Beide starben als arme und kranke Menschen, die doch so wunderbare Gemälde und Skulpturen hinterließen. Insbesondere die drei Stunden im Van-Gogh-Museum haben mich viel über seine Zeit und sein Leben lernen lassen. Das Bild oben hat Paul van Gogh für den neugeborenen Sohn seines Bruders Theo van Gogh gemalt. Es ist stark durch japanische Einflüsse inspiriert. Richtig gelesen, japanisch. Van Gogh traf schon in den 1880er-Jahren Künstler aus dieser Stilrichtung und schuf viele Bilder, die ein bisschen an Manga und grelle Farbwahl erinnern lassen.

Bei diesem Bild könnte man zudem meinen, wenn man es nachmalen sollte, zeichnet man erst den blauen Hintergrund und dann den Mandelbaum. Van Gogh hat es aber genau andersherum gemacht! Man sieht mit einem vom Museum zur Verfügung gestellten Mikroskop, dass an manchen Stellen das Blau nicht ganz an die Äste herangemalt ist. Van Gogh war überdies auch ein Meister der Arbeit mit Komplementärfarben. Im Museum gibt es eine eigene kleine Ausstellung über den Farbkreis und mehr.

Einschub des Wellness-Bummlers: Eigentlich wollte ich Euch an dieser Stelle das Bild: Blühnende Mandelzweige aus dem Van Gogh Museum zeigen, doch Aufgrund der Urheberrechte, lasse ich es lieber.  Ich hoffe auf Euer Verständnis. Aber nachschlagen könnt ihr, bei Interesse ja jederzeit selbst 🙂

Ausflug nach Breda – in den Süden fahren, im Norden ankommen

Breda (c) weltvermessen.de
Breda (c) weltvermessen.de

Am Mittwoch legten wir eine kleine Amsterdam-Pause ein und besuchten eine Freundin in Breda. Wir fuhren mit dem Zug also in Richtung Süden und kamen doch im Norden an. Wieso? Weil wir uns von Holland aus in die Richtung der Niederlande aufmachten und im Distrikt Brabant und dessen Hauptstadt Breda Halt machten. Unser westliches Nachbarland besteht theoretisch ja noch aus diesen zwei Teilen…

Wir wandelten also nun zu dritt in der Stadt umher, und vor der alten Militärfestung Bredas entstand dann dieses Bild oben J. Die Tasche freute sich, dass sie auch einmal etwas anderes sehen durfte, und ging artig mit uns sogar ins Stadtmuseum. Dort lernten wir, dass Breda ein Schauplatz vieler Eroberungen und Rückeroberungen gewesen ist, und auch Friedensverträge hier ausgehandelt wurden. Zum Glück alles lange her. Die gute Quellenlage würde aber manchen Geschichtsstudenten wahrlich erfreuen.

Schifffahrtsmuseum und Artenvielfalt im Amsterdamer Zoo

Am letzten Tag machen wir noch einen Abstecher ins Schifffahrtmuseum, in dem Groß und Klein viele Dinge über den Amsterdamer Hafen, Nautik und Technik sowie über Leben auf einem großen Segelschiff (eins davon zum Besichtigen steht gleich vorm Tor im Wasser) lernen können. Es gibt auch zwei Ausstellungskapitel über eher dunkle maritime Kapitel, die Geschichte der Sklaverei und den Walfang. Insbesondere letztere hat mich regelrecht angeekelt. Auch einige Exponate hätte man nicht auch noch ausstellen müssen. Die riesige Säge, mit der man die Wale nach dem Fang (=Mord) zerteilt, hätte vollkommen ausgereicht.

Man kann sich mit dem Amsterdam-Pass „I amsterdam“ aber nicht nur das angucken, sondern auch die echten und lebendigen Tiere im „Royal Artis“, dem Amsterdamer Zoo. Ein imposantes Video eines meiner Lieblingstiere (oben) wollte ich nicht vorenthalten. Schön, so lebendig, oder? Frei zwar auch nicht, aber besser als gejagt. Der grüne Wellness-Bummler meinte trotzdem in dem Moment, dass ich ihn ja nicht über die Brüstung fallen lassen sollte!

 

Amsterdam, ich komme wieder!

Amsterdam Centraal Station (c) weltvermessen.de
Amsterdam Centraal Station (c) weltvermessen.de

Am liebsten wären wir dageblieben, keine Frage. Ich für meinen Teil will aber auch gerne wiederkommen, es gibt noch viel zu entdecken bzw. genauer zu berichten. Die wirklich ernsten Kapitel der Geschichte sind in Amsterdam beispielweise im Widerstandsmuseum sowie natürlich im Anne-Frank-Haus bestens dokumentiert. Insbesondere im Haus in der Prinsengracht Nr. 263 sollte man einmal gewesen sein…

Der grüne Wellness-Bummler hat während der Reise nicht so viel verlauten lassen, aber ich glaube, es hat ihm auch ganz gut gefallen. Schließlich wurde ihm die große Aufgabe zuteil, mich vor den vielen Radkraftfahrern zu warnen: „Mind the bikes“, Thilo. Dahingehend ging also alles gut.

Vielleicht ergibt sich ja schon bald nochmal eine Gelegenheit, mit dem Wellness-Bummler auf Tour zu gehen. Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht!

Groetje und bis nächstes Mal,  Thilo

Mein Wellness-Bummler Dankeschön 🙂 Thilo, ja es hat mir riesig Spaß gemacht, gemeinsam mit dir Amsterdam zu erkunden. Mein ganz klares Fazit, reisen mit Dir ist super und ich bin jederzeit gerne wieder dabei, wenn es wieder heißt: “ Lass uns ein neues Stückchen grüne Welt vermessen“ 🙂

Bis Belgien und Luxemburg hat es der reisebloggende Wellness-Bummler schon geschafft…

Erschienen in: Europa, Niederlande

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Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Thilo vom Reiseblog weltvermessen.de.

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Kommentare

Design-Hotelcheck im Mainport Hotel in Rotterdam am 30. August 2014 um 09:11 Uhr

[…] Amsterdam im November […]