Wellness Bummler

Der Reiseblog mit individuellen Reiseberichten und Erlebnisse - mit Wellnessfaktor - rund um die Welt

Afrika ist der Traum eines Reisebloggers – 2. Teil

2. Etappe von der Etonga Ranch Guest Farm über die Grenze nach Ghanzi

Dinaka Lodge Afrika
Endlich angekommen – Pause bitte

Endlich in Afrika.

Ach das tat gut! Ein kleines Nachmittagsschläfchen hat uns erfrischt. Nun dämmert es draußen, um 19:00 Uhr ist Dinnertime. Es gibt Oryx Filet mit gefülltem Minikürbis, glacierte Karotten und Kartoffelwedges. Mhm  lecker,  das Steak ist auf den Punkt gegrillt, das Gemüse knackig, einfach perfekt.

Schlemmen in Afrika

Ein kleiner Exkurs in die afrikanische Küche! Wer glaubt, dass sich Afrikaner nur von Hirsebrei ernähren, irrt sich. Wir waren bereits zu Gast in Südafrika, Namibia und nun Botswana und ich muss sagen, die afrikanische Küche ist sehr vielseitig und schmackhaft. Zwar ist es so, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten sich nicht so abwechslungsreich ernähren können, wie es den Touristen ermöglicht wird, aber schon die San (Bushman, Urbevölkerung) waren und sind ausgezeichnete Jäger und wussten ein gutes Stück Fleisch durchaus zu schätzen. Hinzu kommen Samen, Beeren, Knollen, je nach Gegend. Botswana war einst Rinderzuchtgebiet. Insofern ist das Nationalgericht auch geschmortes sehr fein zerkleinertes Rindfleisch mit Beilagen.

Es gibt hervorragende Köche und Köchinnen, die aus Kudu, Oryx, Springbock, Strauß und Warzenschwein, die köstlichsten Gerichte zaubern. Dazu gibt es häufig Butternut, ein Kürbis, der auch in Deutschland zu kaufen ist und hervorragend schmeckt, Karotten, Salat, glacierte Tomaten, Kartoffelwedges, Reis natürlich und Pasta. Auch an Dessertvariationen mangelt es den kreativen Köchen nicht. Brownies mit warmer Vanillesoße, Eiskreationen, Karamellkuchen und –Pudding mit Schokosoße, gebackene Bananen mit Kokosmantel und, und, und…

Botswana – Ackerbau trifft Wildnis

Anders als in Südafrika und Namibia, wo es in den feuchteren Regionen möglich ist Ackerbau zu betreiben, muss Botswana viele Sorten Gemüse und Früchte importieren. Die fortschreitende Versteppung macht es an vielen Orten unmöglich selbst anzubauen, wenn es doch mal gelingt, reicht es bei weitem nicht aus, die eigene Bevölkerung davon satt zu bekommen. Die Versteppung ist zum Teil auf den exzessiven Diamant- und Goldminenbau zurückzuführen. Dieser Umstand macht Botswana zwar zu einem der reichsten afrikanischen Staaten, aber der Minenabbau verbraucht viel Wasser. Grundwasser ist kaum vorhanden und so versiegen die wenigen natürlichen Wasservorkommen immer mehr. Das hat jetzt schon Auswirkungen, die in Zukunft verheerend sein können. Die Rinderzucht ist stark zurückgegangen, weil es sich für viele Farmer nicht mehr lohnt. Das Grasland ist über weite Strecken viel zu trocken. Löwen reißen immer wieder einen ziemlichen Teil der Jungtiere, die dann nachgekauft werden müssen, um die Herden stabil zu halten.

Eine neue Art des arikanischen Reisens für den Wellness-Bummler
Eine neue Art des arikanischen Reisens für den Wellness-Bummler

Während Großwildjäger für eine Konzession einen Löwen schießen zu dürfen, viele zigtausend, manchmal sogar bis zu hunderttausend Dollar zu bezahlen haben, ist es den Farmern erlaubt, eine bestimmte Anzahl von Löwen zu erschießen. Natürlich haben sie in der Vergangenheit wahllos viele Löwen abgeschossen, wenn diese sich auf ihrem Farmland breit gemacht haben.

Majestätischer Tierschutz

Das ist uns Europäern vollkommen unverständlich, wie man diese majestätischen Tiere einfach abknallen kann, zumal die Population von Löwen in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen ist. Mittlerweile gibt es Schutzprojekte, hoffen wir mal, dass es dafür nicht schon zu spät ist. Was wäre Afrika ohne Löwen?

Lagerfeuer in Afrika
Lagerfeuer in Afrika

 

Nach unserem leckerem Oryx Steak sitzen wir noch draußen am Feuer und unterhalten uns mit den anderen beiden Pärchen. Ein junger Mann und seine Freundin werden am nächsten Tag ihr Fahrzeug vom Flughafen abholen und eine Reise durch Namibia antreten. Das Fahrzeug ist mit Dachzelten ausgestattet. Hach das wollten wir auch immer noch mal machen…

Das andere Paar aus München, wird eine ähnliche Tour wie wir unternehmen, vielleicht begegnet man sich unterwegs ja mal. Bald darauf gehen wir alle in unsere Bungalows zum Schlafen, denn morgen früh geht es weiter.

Faszination Afrika
Faszination Afrika

 

Am nächsten Morgen, brechen wir nach einem ausgiebigen  Frühstück auf zu unserem nächsten Stopp, der Kalahari Bush Breaks Lodge. Zunächst führt uns unser Weg nach Gobabis, wo wir uns mit Getränken, Wasser und ein paar Keksen und Schokoriegeln eindecken werden. Man weiß ja nie, wie lange die nächste Fahrt so dauert. Die Strecke ist insgesamt nicht so sehr lang und führt uns bis unmittelbar vor die Grenze. Kalahari Bush Breaks liegt sehr schön, einsam und abgelegen. Kurz nach dem wir unser schönes Chalet bezogen haben, kommt ein anderes deutsches Paar dort an. Beim Abendessen kommen wir ins Gespräch.  Die beiden haben fast 6 Wochen Rundreise Namibia – Botswana hinter sich. Ach da kann man doch neidisch werden, 6 Wochen Afrika am Stück, einfach toll. Die beiden haben uns viel zu erzählen und es wird ein schöner kurzweiliger Abend.

Am nächsten Morgen unternehmen wir alle zusammen einen kleinen Selfdrive um das Gelände, um uns Felsgravuren der San anzuschauen. Beinahe hätten wir die Felsplatten verfehlt. Wir haben immer nach einer Höhle oder Felswand Ausschau gehalten und konnten uns nicht vorstellen, auf dem Fußboden danach zu suchen. Aber auf dem Rückweg haben wir die Gravuren dann doch noch entdeckt. Nach dem Drive wird es für uns auch Zeit weiterzufahren.  Natürlich habe ich vom Wellness Bummler erzählt. Als wir uns sehr herzlich verabschieden, gibt  Alex mir ihre E-Mail Adresse, damit sie eben diesen Bericht mal lesen kann. Von dieser Stelle mal ein herzliches Hallo an euch Zwei. Na, habt ihr euch nach 6 Wochen Afrika wieder eingelebt? Seid ganz lieb gegrüßt von Stefan und Gabi! So, das musste mal sein.

Ankunft an der Landesgrenze

Nun müssen wir aber los. An der botswanischen Grenze angekommen, geht es genauso zu, wie man es sich an einer Grenze vorstellt. Auf der namibischen Seite müssen wir einen Ausreisezettel ausfüllen, der genauso aussieht wie der Einreisezettel vor ein paar Tagen. Dann fahren wir ein paar Meter weiter und müssen auf der  botswanischen Seite einen Einreisezettel ausfüllen, der nur halb so groß ist wie der Namibische. Naja, steht aber fast immer das Gleiche drauf: Name und Adresse, Nummer und Ablaufdatum vom Reisepass und warum man das Land besuchen will, wie lange man bleibt und wo man derzeit wohnt. Ich glaube, die Afrikaner mögen zu  gerne stempeln. In beiden Büros rumst es nur so von den mit Schmackes niedersausenden Stempeln.  Aber sonst, alles ziemlich unspektakulär und dann sind wir auch schon fertig.

Abendstimmung über Afrika
Abendstimmung über Afrika

Weiter geht es auf der guten geteerten Straße nach Ghanzi (wird chansi gesprochen). Dort werden wir eine Nacht in der Tautona Lodge  verbringen. Leider kommen wir so spät an, dass wir an diesem Nachmittag an keiner Safari teilnehmen. Der Mitarbeiter von der Rezeption schlurft neben uns her, um uns zu unserem Chalet zu bringen. Ganz schafft er das aber nicht. Aus 30 Meter Entfernung zeigt er etwas undefiniert in eine Richtung und nuschelt: „ya room, number 11“ und drückt uns den Schlüssel in die Hand. Wir stapfen in die undefinierte Richtung weiter und finden uns vor eine Reihe winziger Häuschen wieder, die der Größe nach eher Garagen sein könnten. Sie sehen zwar putzig aus mit ihren kleinen Reetdächern, ich befürchte aber, dass sie winzig klein sind. Naja, für eine Nacht wird es ja gehen. Aber kein Häuschen hat die Nummer 11, es geht erst bei 12 los. Öhm, und nun?

Stefan hat die lustige Idee doch mal den Schlüssel bei der 12 zu probieren, vielleicht haben wir uns nur verhört.

„Nee, komm schon, so was mache ich nicht, nachher stehen wir bei fremden Leuten mitten im Schlafzimmer! Das geht ja wohl gar nicht. Lass uns doch mal zu dem Haus dort hingehen.“

Und richtig, das ist die Nummer 11, ein ziemlich großes Chalet mit 2 Schlafzimmern, Küchenzeile und Vollbad. Na geht doch.

Bei näherem Hinsehen hält sich meine anfängliche Begeisterung aber in Grenzen. Die gesamte Anlage ist zwar recht schön so von der Idee, aber bös verwohnt. Zerschlissene Möbel mit Rissen in den Bezügen, alles ist sehr dunkel, die Fenster viel zu klein, um ausreichend Licht rein zu lassen. Das Bad gleicht einer Tropfsteinhöhle. Abgerissene Handtuchhalter wurden nicht ersetzt. Es ist entsetzlich eng und dunkel. Glühbirnen hängen ohne Lampenschirme aus der Wand. Die Küchenzeile ist verdreckt, mir reicht es, ich mache ein paar Fotos, als Beweis.

Wir beschließen, mal das Restaurant aufzusuchen. Immerhin, es gibt Windhoek Lager, bestes Namibisches Bier, das ist ok. Das Essen gibt es dann vom Buffet, ist ganz in Ordnung und schmeckt auch. Noch ein Bier und dann geht es ab in die Falle. Morgen früh wollen wir hier noch an einer Safari teilnehmen. Aber am nächsten Morgen überlegen wir es uns anders und brechen gleich nach dem Frühstück auf, in Richtung Zentralkalahari. Bye bye Ghanzi, bye bye Tautona. Diese Lodge hätte man sich unbedingt sparen können. Allerdings, als wir das Gelände verlassen, sehen wir eingezäunte Wildhunde und ein bisschen weiter, auch hinter Stacheldraht in einem ziemlich kleinen Gehege ein Löwenpärchen. Mir kommen fast die Tränen. Wie kann man diese wunderschönen stolzen Tiere nur in so einem Verschlag halten. Mit einem Kloß im Hals setzen wir uns wieder in unser Fahrzeug und fahren weiter.

Unsere Afrika-Reise geht weiter… und viele schöne Bilder, sowie erlebnisreiche Tage folgen hier noch. Doch erstmal möchte ich mich bedanken. Danka an meine tolle Taschenpatin Gabi, die mich tapfer durch Afrika getragen hat, alles fotografisch dokumentierte und in liebevoller Weise schriftlich fixiert hat. DANKE.

Was auf meiner Reiseblogger Reise durch Afrika schon alles passierte,…

Erschienen in: Afrika, Botswana

Schlagwörter: , ,
Taschenpate

Beitrag eines Taschenpaten

Reisefreudiger Taschenpate berichtet von seinen gemeinsamen Urlaubserlebnissen mit dem Wellness-Bummler.

Wir bedanken uns für die Patenschaft und Reisebegleitung bei Gabriele.

WellnessBummler bei google+

Kommentar schreiben

Wir freuen uns über rege Beteiligung unserer Leser

Datenschutzhinweise: Die Kommentarangaben werden an Auttomatic, USA (die WordPress Entwickler) zur Spamüberprüfung übermittelt und die E-Mail Adresse an den Dienst Gravatar (ebenfalls Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu , sowie generell zur Verarbeitung Ihrer Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung. Sie können gern Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.

Kommentare

Alex.Dowidat-Berboth am 5. Juli 2014 um 17:43 Uhr

Hallo Gabi, Hallo Stefan :-))))))))),

eben habe ich Euren Reisebericht gefunden…was lange währt wird endlich gut ;-))))….werde mich jetzt mal nach uns nach durch Euer Afrikaabenteuer lesen :-).
Um Deine Frage gleich zu beantworten : „Kann man sich denn nach 6 Wochen Afrika wieder so einfach in Deutschland einleben? Unsere Antwort lautet : Kann man nicht!
Also haben wir, nachdem ich den vergangenen Winter über eine Reise in die USA ausgiebig geplant habe, alle Planungen über den Haufen geworfen und ganz schnell eine neue Reise nach Afrika geplant :-). In diesem Jahr aber bleiben wir daheim,weil wir einen ganz alten Hund haben, den wir nicht mehr in anderer Leute Obhut geben wollen. Aber im März 2015 geht es wieder für 5 Wochen nach Afrika.

Ganz, ganz liebe Grüße aus Hessen an Euch 2

Alex